Kollaps als Chance

Weihnachten 2016 habe ich die Lektüre von Jared Daimonds beeindruckendem Buch Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen abgeschlossen, mit der ich in den Tagen vor Weihnachten begonnen hatte. Aufmerksam geworden war ich auf Diamonds Buch, weil Carol Deppe in ihrem Buch The Resilient Gardener: Food Production and Self-reliance in Uncertain Times auf die amerikanische Originalausgabe hingewiesen hatte.

Jared Diamonds  Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen ist gerade auch vor dem Hintergrund des inzwischen allgegenwärtigen Flüchtlingswahnsinns in Deutschland bedrückend.  Daimond zeigt und analysiert anhand einiger historischer Beispiele, warum Gesellschaften untergehen und überleben. Die wichtigsten von ihm aufgeführten  Gründe für den Untergang früherer Gesellschaften treffen auch auf die heutige Bundesrepublik zu:

  • Festhalten an Wertvorstellungen und Glaubensinhalten auch, wenn diese überholt sind und die Lebensgrundlagen und Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zerstören.
  • Nichtbeachtung oder Fehleinschätzung der ökologischen Rahmenbedingungen der Gesellschaft.
  • Versagen oder mit dem langfristigen Interesse der Bevölkerung unvereinbare Prioritäten der Regierenden.
  • Untergang durch Abhängigkeit von Handelspartnern oder Handelsrouten, die durch ökologische, klimatische oder militärische Umstände ausfallen.

Für Deutschland trifft dies meines Erachtens derzeit alles zu oder könnte, was die Handelspartner angeht, in der Zukunft zutreffen.

Diamond zeigt aber auch Beispiele von Gesellschaften die überlebt haben.

Das Buch liest sich flüssig. Diamond versteht es, sehr gut zu erzählen. Die von Diamond ausgewählten historischen Beispiele fand ich durchweg interessant. Teilweise waren sie mir vorher nicht bekannt, teilweise waren es Fälle, zu denen ich schon seit längerem gerne mehr gewusst hätte und wo mir Diamonds Buch nun umfassendere Informationen geliefert hat.  Das Buch war auf jeden Fall die Zeit der Lektüre wert.

Inzwischen habe ich aber auch einige Kritik zu Jared Diamonds Buch  Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen gefunden:

  • Joseph Tainter, dessen grundlegendes Buch The Collapse of Complex Societies von Diamond mehr nebenbei erwähnt wird, verreißt das sich sehr viel besser verkaufende Buch von Diamond in seinem langen Essay mit dem Titel Collapse, Sustainability, and the Environment: How Authors Choose to Fail or Succeed, in dem er aber auch noch einige andere Bücher anderer Autoren zum Thema Kollaps bespricht und zu einem vorsichtigen, verantwortungsbewußten Umgang mit dem Thema Kollaps ermahnt. Ich hatte für meine Webseite ein Interview übersetzt, das er zu seinem eigenen Buch über den Kollaps komplexer Gesellschaften gegeben hatte. Außerdem hatte ich mit Dem Energiedilemma auf den den Grund gegangen, einen Blogbeitrag zu dem Buch Drilling Down: The Gulf Oil Debacle and Our Energy Dilemma von Joseph Tainter und Tadeusz Patzek geschrieben. Tainter sieht die Ursache für den Zusammenbruch von Gesellschaften hauptsächlich darin, dass deren Komplexität und deren Kosten zwangsläufig immer weiter ansteigen, bis ein Punkt erreicht und überschritten wird, ab dem die weitere Zunahme der Komplexität mehr kostet als sie einbringt. Die Gesellschaft kollabiert dann schließlich unfreiwillig oder sie reduziert bewußt und gesteuert ihre Komplexität und damit auch die von dieser verursachten Kosten.
  • The Demise of Easter Island’s Eco-Collapse Parable von Keith Kloor
  • Der deutschsprachige Beitrag Die riesigen Steinfiguren auf der Osterinsel Beitrag aus National Geographic.
  • Richard Heinbergs kritische Buchbesprechung Meditations on Collapse (a Review of Jared Diamond’s book). Heinbergs kritisiert unter anderem auch, dass Jared Diamond das Werk von Joseph Tainter nicht genug beachtet. Ein Kritikpunkt aus der Sicht Heinbergs ist zudem, dass Jared Diamond letztlich ein zu positives Bild unserer aktuellen Lage vermittelt und dass Diamonds Buch 30 Jahre früher, also in den 1970er Jahren besser gepasst hätte, weil es den Eindruck vermittelt, dass ein Kollaps noch zu verhindern sei. Nach Heinberg hat der Kollaps längst begonnen, so dass er nicht mehr vermieden, sondern bestenfalls noch gemanagt werden kann, um seine Auswirkungen zu reduzieren.

Torheit der Regierenden – Verrücktheit der Massen

Von den von Jared Diamonds als weiterführende Literatur angegebenen Büchern habe ich mir schon Die Torheit der Regierenden. Von Troja bis Vietnam von Barbara Tuchman und Extraordinary Popular Delusions and the Madness of Crowds von Charles Mackay bestellt. Beide sind inzwischen eingetroffen, aber ich habe sie noch nicht gelesen. Das Buch von Mackay ist ein Nachdruck eines Buches aus dem 19. Jahrhundert und behandelt nur drei bekannte historische Fälle öffentlichen Wahnsinns, zu denen es im Internet auch deutschsprachige Artikel gibt:

Es gab in Europa jedenfalls schon des Öfteren Fälle kollektiven Wahnsinns, bei denen die Leute irriger Weise glaubten, dass sie bereichert würden.

Die Chancen des Zusammenbruchs nutzen und gedeihen

Am 24.12. hatte ich das Buch Prosper!: How to Prepare for the Future and Create a World Worth Inheriting  von Chris Martenson und Adam Taggert, von www.peakprospertiy.com in der Post. Deutsch übersetzt lautet der Titel: Gedeihe!: Wie man sich für die Zukunft vorbereiten und eine Welt schaffen kann, die es wert ist bewohnt zu werden. Heiligabend habe ich mit der Lektüre dieses Buches begonnen, nachdem ich zuerst mit meiner Frau etwas Hannes und der Bürgermeister im Fernsehen gesehen, die 20-jähriges Jubiläum hatten und dazu eine Zusammenstellung der besten Stücke gezeigt haben. Sozusagen eine geniale Orgie aus Blödsinn und Schnaps im Amt zur Volksbespassung.

Prosper!: How to Prepare for the Future and Create a World Worth Inheriting  ist ziemlich kurz gefasst und liest sich gut. Es enthält zunächst eine kurze Einführung in die “Drei E – Energy, Economy und Enviorement,  (dt.: Energie, Wirtschaft und  Umwelt) mit denen sich die von Chris Martenson und Adam Taggert betriebene Internetseite und Firma peakprosperity.com befasst.

Grundlage ist zunächst der Crash Course von Chris Martenson. An dieser Stelle habe ich mir nun erstmals auch Chris Martensons,  auf eine knappe Stunde komprimierte Zusammenfassung des Crash Course, The ‘Accelerated’ Crash Course1 , zu dem es auch ein vollständiges Transkript zum Nachlesen gibt.  Von dem ursprünglichen, alten Crash Course aus dem Jahre 2008 gibt es übrigens auch eine ins Deutsche übertragene Fassung: http://www.peakprosperity.com/crashcourse/deutsch

Nach einer Einführung in die Probleme und künftigen Veränderungen, die nach der Analyse von Chris Martenson und Adam Taggert, durch die Kombination der Problemkreis Wirtschaft, Energie und Umwelt zu erwarten sind, behandelt das Buch Prosper  die Fragen, wie man sich vernünftig Weise an die Herausforderungen der Zukunft anpassen, auf diese Vorbereiten und davon profitieren kann. Dabei wird auch auf eine Reihe von Podcasts und Quellen auf www.peakprosperity verwiesen, die man dort zum größten Teil kostenlos herunterladen bzw. nachlesen kann.

Die wesentliche Einsicht von Chris Martenson und Adam Taggert, die ich aber auch schon selbst durch andere Quellen und eigenes Nachdenken gewonnen hatte ist, dass man die Aussicht auf einen Niedergang und das Ende unserer modernen Industriegesellschaft keinesfalls als Katastrophe sehen muss, sondern dass man ihn auch als höchst interessante Herausforderung verstehen kann, die neue Möglichkeiten und Chancen bietet. Vor allem aber ist es so, dass menschliches Wirken und menschliche Intelligenz nicht grundsätzlich zerstörerisch sein müssen, sondern dass sie auch ein Teil der Natur sein können, mit dem diese sich verbessern kann. Man kann z.B., wie John Jeavons, Sepp Holzer, Mark Shepard, Jean-Martin Fortier, die Yeomans mit ihrem Keyline-Konzept die Kaisers mit ihrer Singing Frogs Farm und andere es zeigen, den Wasserhaushalt und die Böden lokal drastisch verbessern. Man kann nur mit Handwerkzeugen und Handarbeit, ohne Herbizide, ohne Pestizide, ohne teure Maschinen mit erstaunlich geringem Aufwand nachhaltig verblüffend hohe Erträge erwirtschaften. Das heißt, dass bei einem Zusammenbruch unserer Infrastruktur, in einer Zeit in der fossile Energieträger unerschwinglich und nicht mehr erhältlich sind, können sehr viel mehr Menschen überleben und auch besser leben, als die historischen Daten etwa über die Landwirtschaft und Bevölkerungsdichte in Deutschland im Mittelalter dies vermuten lassen.  Voraussetzung ist aber, dass man rechtzeitig damit anfängt und auf lokaler ebene die nötigen Maßnahmen und Vorbereitungen durchführt.

Es ist weder nötig noch sinnvoll, auf die Regierung, “den Staat”, die EU usw. zu warten oder sich über deren Dummheit aufzuregen. Die nötigen Veränderungen und Vorbereitungen können lokal auf Gemeindeebene erfolgen. Die Gemeindeebene ist dabei zwingend notwendig, weil Einzelpersonen völlig zurecht zunächst argumentieren, dass es keinen Sinn macht, sich alleine entsprechend anzustrengen und aktiv zu werden, weil man dann im Ernstfall ja doch einfach nur ausgeraubt und umgebracht wird, wenn man nur selbst noch etwas zu essen hat und die anderen nach den bei einer größeren Katastrophe zu erwartenden Plünderungen der Lebensmittelgeschäfte hungern.

Vor der Lektüre von  Jared Diamonds Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, habe ich Twilight’s Last Gleaming  von John Michael Greer gelesen. Auf dieses Buch war ich durch das Interview von Chris Martenson mit John Michael Greer aufmerksam geworden, das übersetzt den Titel Der Gott des technischen Fortschritts könnte sehr wohl tot sein – Aber die Gesellschaft will dies nicht in Erwägung ziehen hat. Der Roman Twilight’s Last Gleaming  spielt in den Jahren 2025 bis 2028. Er beginnt damit, dass vor der Küste des mit China verbündete Tansanias ein riesiges Ölfeld gefunden wird. Die USA wollen durch einen Umsturz in Tansania  eine ihnen genehme  Regierung installieren.  Der zur Unterstützung dieses Vorhabens im Anmarsch befindliche Flugzeugträgerverband der amerikanischen Marine wird aber vor der Küste Tansanias von einem Schwarm an Land stationierter, überschallschneller chinesischer Cruise Missiles angegriffen und dabei sehr übel zugerichtet2 . Der Flugzeugträger endet schwer getroffen als weit sichtbares, auf Grund gelaufenes Wrack, an einer afrikanischen Hafeneinfahrt und einige Schiffe des Flugzeugträgerverbandes werden versenkt. Danach kommt es zu einem Landkrieg in Afrika, den die Amerikaner und ihre Verbündeten verlieren, weil Tansania von chinesischen Truppen unterstützt wird.

Die USA führen auch einen Bombenangriff auf chinesische Stützpunkte durch. Die Chinesen beantworten diesen, indem sie mit Spezialeinheiten und Luftlandetruppen den für die USA wichtigen amerikanischen Flottenstützpunkt Diego Garcia im indischen Ozean besetzen.

Der amerikanische Präsident stellt China daraufhin ein Ultimatum, indem er den Einsatz strategischer Atomwaffen gegen China androht, wenn China sich nicht fügt und sich überall binnen 72 Stunden zurückzieht. China lässt das Ultimatum kaltblütig verstreichen und lässt das volle Zivilschutzprogramm anlaufen – damit rechnend, dass die USA zwar mehr Feuerkraft haben, aber dass China mit seinen Atomwaffen trotzdem in den USA genug Schäden anrichten kann, um die USA zu vernichten.

In den USA kommt es während des Ultimatums teilweise auch zu Unruhen und zur Befehlsverweigerungen und zum Desertieren von Sicherheitskräften, während die Russen damit drohen, bei einem Atomkrieg Partei für China zu ergreifen ggf. auch die USA anzugreifen. Der amerikanische Präsident knickt vor diesem Hintergrund ein und bietet Friedensverhandlungen an.

Die Flugzeugträgerverbände der amerikanischen Marine sind nach dem erfolgreichen Angriff der Chinesen im Indischen Ozean militärisch und politisch wertlos geworden.

Das Einknicken des amerikanischen Präsidenten nach dem Ablauf des Ultimatums und das amerikanische Angebot von Friedensverhandlungen ist faktisch eine demütigende Kapitulation der USA, die deren Weltmachtstatus beendet. Der Präsident begeht Selbstmord und wird von seinem Vize ersetzt, der unter dem Einfluss einer Juraprofessorin steht, die faktisch einen Staatsstreich nach dem Vorbild Hitlers plant. Der amerikanische Kongress und Teile der Streitkräfte schaffen es, dies zu verhindern. Der neue Präsident wird durch ein Amtsenthebungsverfahren umgehend abgesetzt. Er flieht und seine Beraterin wird vom Militär verhaftet.

Die Amerikaner sehen immer mehr ein, dass die Union sie (ähnlich wie die EU die meisten Europäer) mehr kostet als sie ihnen nützt. Es kommt zu einem Verfassungskonvent, bei dem ein neuer und letzter Verfassungszusatz beschlossen wird, mit dem die USA als Bundesstaat aufgelöst werden. Die dazu im Vorfeld nötigen Wahlkampfveranstaltungen werden über dunkle Kanäle von Russland finanziert. Die Chinesen hatten allerdings auch erwogen, die USA auf diese Weise aufzulösen.

In der Folge der Auflösung der USA entstehen dann neue kleinere Bundesstaaten. Eine Szenarium, das übrigens in ähnlicher Weise auch der amerikanische Autor James Howard Kunstler wiederholt als realistische Zukunft der USA beschrieben hat – und sicher nicht nur ich mir in ähnlicher Weise auch für die EU wünsche. Dieses Szenarium würde aber auch eine Komplexitätsminderung im Sinne Joseph Tainters Theorie vom Kollaps komplexer Gesellschaften und im Sinne von John Castis Buch Der plötzliche Kollaps von allem: Wie extreme Ereignisse unsere Zukunft zerstören können bedeuten, sowie die Überlegungen von Leopold Kohr bestätigen.

Die neue Weltmacht in Twilight’s Last Gleaming  ist China.

Bevor ich  Twilight’s Last Gleaming  gelesen habe, habe ich den kleinen Roman Als die große Hungersnot kam: Eine Erzählung aus den Eifeler Schicksalsjahren 1816/1817 gelesen, der das durch den Ausbruch des Vulkans Tambora im April 1815 verursachte  Jahr ohne Sommer beschreibt. Die Geschichte spielt in dem Eifelort Hellental und dessen Umgebung. Neben der Erfahrung des Autors, der dort in den Notzeiten nach dem 2. Weltkrieg aufgewachsen ist, dienten offenbar historische Dokumente wie die Pfarrchroniken als Informationsquelle und Inspiration. Die Hungersnot 1816/1817 in der Eifel war zwar schlimm, aber die Zahl der Hungertoten hielt sich offenbar doch sehr in Grenzen. Wesentliche Gründe dafür waren, dass der Zusammenhalt in der Bevölkerung noch recht gut war, dass der christliche Glaube noch funktionierte, dass die lokalen Unternehmer sich durchaus ihren Arbeitern und der Bevölkerung gegenüber verantwortlich fühlten. Auch war die preußische Regierung in Berlin letztlich, wenn auch nur langsam, erreichbar und schickte im Winter 1816/1817 aus dem weniger betroffenen Ostgebieten Getreide in die Eifel.

Die Hungersnot im Winter 1816/1817 war nicht die einzige im 19. Jahrhundert, wie der Artikel Naturkatastrophen und Notstände in der Eifel von Hans-Dieter Arntz. Bemerkenswert finde ich dort vor allem auch Folgendes:

Das Notjahr 1847 ist in den wenigen Presseextrakten der damaligen Zeit ablesbar. Am 9. April 1847 wurde den Eifelbauern nahegelegt, „Froschschenkel statt Brot” zu verspeisen. ….

Wenige Monate später wurden die Eifelbewohner sogar polizeilich darauf hingewiesen, dass Fremde und Bettler nicht versorgt werden dürften, da sie sonst der einheimischen Bevölkerung die letzte Nahrung wegnehmen würden. 1847 sollte jeder mit einer Strafe von 1—5 Thaler belegt werden, wer Fremden Obdach gewährte.

Wie die Liste der Volkszählungen in Deutschland zeigt, hatte Deutschland 1846 mit nur ca. 66 Einwohnern pro Quadratkilometer eine sehr viel geringere Bevölkerungsdichte als heute und trotzdem kam es zu Hungersnöten und wer Fremden etwas zu Essen gab, wurde sogar von der Polizei bestraft, weil für die eigenen Leute nicht genug Nahrung vorhanden war. Heute hat Deutschland ca. 225 Einwohner pro Quadratkilometer, die nur ernährt werden können, weil im großen Stil Lebensmittel und nicht nachwachsende Produkte wie Erdöl und Erdgas für die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion importiert werden  – und weil wir eine extrem effiziente aber eben auch für Terrorangriffe, Kriege und Naturkatastrophen extrem anfällige Organisation und Infrastruktur haben. Wenn es morgen, wie in den beiden  in Eine Sekunde danach vorgestellten Romanen, bzw. wie in Weitere Literatur zum Thema EMP oder in Offener Brief an Obama wegen EMP-Risiko von amerikanischen Sicherheitsexperten erläutert, oder wie in Operation Troja durch gut koordinierte Terroranschläge, zu einem Ausfall unser technischen Infrastruktur käme, wären die Ausrüstung, die Vorräte und das Wissen der heutigen deutschen Bevölkerung für die Nahrungsproduktion faktisch sehr viel schlechter als in den Jahren 1816 und 1847. Gleichzeitig ist die Bevölkerungsdichte heute 3,4 mal größer als damals, während zugleich der Anteil der für die Nahrungsmittel nutzbaren Fläche durch Straßenbau, Industrie und Städtebau heute wesentlich kleiner ist als im 19. Jahrhundert.  Dazu kommt, dass die Menschen in Deutschland heute weniger religiös, mehr egoistisch und mehr individualistisch sind und dass das Land multikultureller geworden ist, was in Notzeiten alles sehr hohe Preise fordern wird. Siehe dazu z.B. auch das von mir übersetzte Interview Krieg gegen die menschliche Natur, Bevölkerungsaustausch durch Migration & Verbrechen der Vielfalt von Henrik Palmgren mit Frank Salter.

Kann man trotzdem einen Kollaps unserer Gesellschaft als Chance sehen? Einen Kollaps ansich derzeit sicher nicht. Eine gehörige Portion Furcht vor einem Kollaps würde aber viele großartige Chancen bieten. Zumindest könnte diese dazu führen, dass  man auf lokaler Ebene die Fähigkeit zum Überleben eines schnellen oder langsamen Kollaps der Gesellschaft verbessern würde. Das hätte auch vor einem Kollaps der Gesellschaft und auch dann,  wenn dieser wider Erwarten nicht eintreffen würde, große Vorteile.

Ich stelle mir dazu zwei Fragen:

  1. Wie kann in Zukunft  einen möglichst großen Teil der Bevölkerung in der historisch als sehr arm bekannten Eifel mit den Mitteln lokaler Landwirtschaft nachhaltig, also dauerhaft mit möglichst wenige Arbeitsaufwand ernähren – wenn Kunstdünger, Pestizide, Herbizide, Hybridsaatgut und motorisierte Landmaschinen nicht mehr verfügbar sind? Die Antwort ist sehr klar: Indem man so bald wie möglich damit beginnt, die Böden zu verbessern, den Wasserhaushalt zu optimieren (siehe meine Artikel Das Hauptlinensystem und Restaurierende Landwirtschaft). Außerdem müsste man so bald wie möglich damit beginnen, Saatgut zu produzieren und zu verbessern, wie das z.B. Mark Shepard in seinem Buch Restoration Agriculture erklärt. Ich werde konkret in 2016 in meinen beiden Gärten versuchen, Beete und Komposte im Sinne von John Jeavons How to Grow More Vegetables anlegen. Ich denke, man muss nach der Lektüre einfach Erfahrungen sammeln, um zugleich damit den Boden zu verbessern.
  2. Was kann und sollte man lokal  unternehmen, um eine ziemlich extreme Katastrophe wie z.B. einen EMP-Angriff abzufedern und zu überleben, bei der schlagartig bundes-, europaweit oder sogar in allen westlichen Staaten die Stromversorgung und möglicherweise auch die Elektronik zerstört werden? Derzeit würden bei einer solchen Katastrophe voraussichtlich, ähnlich wie in dem Roman One Second After – Die Welt ohne Strom über 9 von 10 Menschen auch in meiner Gegend binnen eines Jahres sterben, weil die Rahmenbedingungen noch sehr viel schlechter wären als z.B. bei der Hungersnot 1816/1817. Die Bevölkerungsdichte wäre um ein vielfaches größer und von der Regierung wäre, anders als 1816/1817,  keine Hilfe zu erwarten. Ich bin aber inzwischen sehr sicher, dass man auf lokaler Ebene, und zwar auf Gemeinde- und Verbandsgemeindeebene sehr viel tun kann, dass es sehr interessant und lehrreich sein kann und dass es auch so gemacht werden kann,  dass es sich wirtschaftlich lohnt und sich auch dann auszahlt, wenn es keine oder keine so extreme Katastrophe gibt.

Es kann sehr produktiv, nützlich und auch befriedigend und Freude bereitend sein, die Gefahren und Risiken nüchtern zu analysieren und vernünftig auf sie zu reagieren, anstatt sie zu verdrängen. Sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass ein Kollaps unserer Gesellschaft unvermeidlich oder zumindest extrem wahrscheinlich ist kann man jedenfalls auch als Chance und Möglichkeit sehen, die Lebensqualität zu verbessern. Ein gutes Beispiel ist z.B. Adam Taggert, einer der beiden Autoren des oben vorgestellten Buches Prosper!: How to Prepare for the Future and Create a World Worth Inheriting, der zum Jahresanfang 2016 einen Artikel über seine offenbar gute Erfahrung zum Thema Abnehmen veröffentlicht hat. Als Zahnarzt fallen mir natürlich auch gute Beispiele dafür ein, wie eine gesunde Furcht vor einem Kollaps unserer Gesellschaft und damit auch vor dem Verschwinden vieler zahnmedizinischer Möglichkeiten, zu weniger Zahnschmerzen und gesünderen Gebissen und haltbareren zahnärztlichen Versorgungen führen kann, wie man damit Geld sparen und die Lebensqualität verbessern kann. Außerdem sehe ich Möglichkeiten, wie eine gesunde Furcht vor einem Kollaps unserer Gesellschaft die Landschaft verschönern, den Naturschutz und die Fruchtbarkeit der Böden verbessern kann. Ferner ließe sich damit die Ernährung und damit das Leben gesünder machen, der CO2 Ausstoß ließe sich vermindern, die CO2-Bindung im Boden vergrößern und vieles Mehr.

Furcht vor einem Kollaps unserer Gesellschaft könnte jedenfalls eine großartige, die Lebensqualität und damit auch den realen Wohlstand verbessernde Chance sein. Man braucht für alles das nicht den Staat und die EU, sondern kann das meiste letztlich durch eine Mischung aus lokaler und privater Initiative machen.

Kollaps und Flüchtlinge?

Wenn man die Flüchtlinge und Bürger, die sie unterstützen hasst, dann kann die Gewissheit, dass unsere Gesellschaft kollabieren wird inneren Frieden und den Genuss vorausschauender Gewaltphantasien bieten und damit Gewalttaten gegen gegenüber Flüchtlingen, Flüchtlingsunterkünften und Bürgern die Flüchtlinge unterstützen, verhindern. Das ist so ein wenig wie mit der Religion, wo die Gläubigen sich vorstellen können, dass die Bösewichte in der Hölle schmoren werden – mit dem kleinen Unterschied, dass allerdings ganz real mit ziemlich hässlichen Szenen, ähnlich wie beim Völkermord in Ruanda, zu rechnen ist, wenn es wirklich zu einem Zusammenbruch unserer Gesellschaft kommen sollte. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich die Institution der Politischen Korrektheit, die Selbstzensur der Medien und den Volksverhetzungsparagraphen für gefährlich halte. Diese führen nämlich zu möglicherweise sehr irreführenden Lagebildern und verhindern Diskussionen bzw. führen wie offenbar vor den Völkermorden in Ruanda und in Kambodscha zum Aufstauen und Verstecken von gefährlichem Hass, den rechtzeitig zu erkennen vielen Opfern das Leben hätte retten können.

Ein gesundes Maß Furcht vor einem Kollaps könnte im Bezug auf die Flüchtlinge eine Chance für unserer Gesellschaft sein, weil sie “Flüchtlinge” und andere Einwanderer dazu bringen könnte, Deutschland wieder zu verlassen, was die Lebensqualität in Deutschland wohl nicht nur meiner Ansicht verbessern würde – siehe dazu Die humanitären Kosten des westlichen Multikulturalismus und Zuviel des Guten, sowie die Zunahme der Nachfrage nach frei verkäuflichen Waffen und Pfefferspray seit Beginn der Flüchtlingskrise ( Flüchtlingskrise – An die Waffen: Besorgte Bürger rüsten auf) sowie die Berichte über von den Behörden und Medien offenbar verschwiegene Vergewaltigungen durch “Flüchtlinge”. Jedenfalls betrachte ich die Anwesenheit von “Flüchtlingen” in meiner Gemeinde und in Deutschland als Beeinträchtigung meiner Lebensqualität. Fremde Kulturen sind schön und gut, aber bitte  nur in ihren jeweiligen Heimatländern, in Büchern und in Filmen, aber nicht per Verordnung und Einwanderung hier in Deutschland.  Kultur ist im Übrigen auch eine Vereinbarung und Organisation zum Überleben in Notzeiten sowie zur Verteidigung gegen äußere Feinde und Eindringlinge, die an lokale Gegebenheiten und Mentalität angepasst ist.  Eine vorsätzliche Vermischung oder ein Nebeneinander von Kulturen innerhalb eines Staatsgebietes ist vor diesem Hintergrund verwerflich und wenn, dann überhaupt nur in Zeiten des Überflusses und des Friedens möglich. Tatsächlich bestätigt  die Geschichte der meisten multikulturellen Staaten dies.

Eine gesunde Furcht vor einem Kollaps würde Deutschland als Zielland für “Schutzsuchende” und Einwanderer unattraktiv machen, vor allem wenn man dabei dann auch noch davon ausgehen würde, dass bei einem Kollaps eben auch der deutsche Sozialstaat und die Lebensmittelversorgung kollabieren würde, während anderseits die Gesetze zum Schutz von Minderheiten und Ausländern im allgemeinen Chaos ihre Schutzwirkung verlieren und vielleicht sogar der berüchtigte Furor Teutonicus hier und da zum Durchbruch kommen könnte.  Ich stelle mir dazu Szenen wie in dem Roman   One Second After – Die Welt ohne Strom vor. In solchen Situationen wäre ich selbst als Deutscher lieber in den Bergen Syriens oder Afghanistans als in Deutschland. William Catton, von dem ich ein Interview über sein Buch Overshoot für meine Webseite übersetzt hatte, hat gemeint, dass bei den im 21. Jahrhundert zu erwartenden Bevölkerungszusammenbrüchen die Überlebenschancen in Ländern der 3. Welt größer wären als in den Industrieländern.  Ich denke, er hatte damit grundsätzlich sehr recht. Wenn die Deutschen eine gesunde Furcht vor einem Kollaps und auch vor einen Krieg auf deutschem Boden entwickeln würden, würden die Überlebenschancen auch in Deutschland steigen, aber in Ländern der 3. Welt werden heimische Menschen dort immer eine höhere Überlebenschance haben als in  kollabierenden und möglicherweise von Kriegen heimgesuchten Industrieländern wie Deutschland. Ein interessanter Roman zu dem, was in einem Krieg in Deutschland und Europa auf die Menschen zukommen könnte, ist der The Price of Peace aus dem Jahr 1987, von Albert Clark, einem ehemaligen Oberstleutnant der USAF.  In diesem Roman wird Europa von vereinten arabischen Streitkräften angegriffen und sehr übel zugerichtet. Immerhin war Clark damals, in den 80er Jahren, ziemlich fortschrittsgläubig und optimistisch, so dass er die Amerikaner schließlich dank technischer Wunderwaffen gewinnen ließ. Für solchen Optimismus fehlt heute die Grundlage, wie unter anderem Greers Twilight’s Last Gleaming und Forstchens One Second After – Die Welt ohne Strom zeigen.

Wenn sich die Deutschen gescheit auf einen Kollaps vorbereiten würden, dann könnte das anderseits aber auch dazu führen, dass “Flüchtlinge” hier und da lernen und vielleicht auch Lust dazu bekommen, in ihren Heimatländern Verbesserungen vorzunehmen und dort den Wasserhaushalt, die Bodenfruchtbarkeit und damit letztlich auch die Lebensqualität zu verbessern. Uns könnte das dann zusätzlich nützen, weil wir damit die Sicherheitsrisiken für Deutschland und Europa vermindern würden.

Eine gesunde Furcht vor einem Kollaps unserer Gesellschaft kann man jedenfalls in fast jeder Beziehung auch als eine sehr positive Chance verstehen.

Kelberg, den 2.1.2016 Christoph Becker

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  1. Beim Ansehen des Accelerated Crash Cours wird man zumindest angesichts der niedrigen Ölpreise der Jahreswende 2015/2016 einige Fragen haben. Chris Martenson hat dazu auf RussiaToday ab Minute 15 in www.rt.com/shows/boom-bust/195740-us-obama-wall-street/ ein Interview gegeben. Außerdem empfiehlt sich an dieser Stelle vielleicht der Artikel Billiges Öl – Amerikas Frackingindustrie hält dem Ölpreisverfall noch stand aus der FAZ vom 12.12.2015   

  2. Das ist ein Szenario, dass offenbar längst bekannt und befürchtet wird.  

21 Gedanken zu „Kollaps als Chance“

  1. Ich verstehe wirklich nicht, wieso so viele Leute nachhaltige Landwirtschaft mit einer gleichgültigen oder sogar feindlichen Haltung gegenüber konföderativen Strukturen wie der EU verbinden! Verständlich ist es bei Sepp Holzer und anderen, wenn es um die Regulationen geht. In den letzten Jahren wurden ja z.B. durch die EU-Regulierungen über zwei Drittel der polnischen Kleinbauern zugunsten industrieller Betriebe zur Aufgabe gezwungen. Aber das hat doch nichts mit der Existenz der EU an sich zu tun, sondern zeigt nur, dass die Mainstream-Meinungen und damit die Politik immer noch zu übertriebener Effizienz neigt und den Wert von Resilienz nicht erkennt. Ich halte es für höchst gefährlich, gegenüber der EU so gleichgültig zu sein, dass man sie ständig totredet. Oder wie das Greer in dem genannten Buch mit der USA macht – sowas bringt mich auf die Palme! Viel besser wäre, dabei mitzuhelfen, dass die EU stärker demokratisch wird. Wir brauchen ein solches Forum, sonst besteht die Gefahr, dass wir bald wieder Kriege in Europa haben!

    Greer verdient ja zum großen Teil sein Geld damit, den Leuten Untergangsszenarien vor die Nase zu halten. Da muss man sich fragen: Ist das noch hilfreich oder verhält er sich eher wie ein Parasit, der von der Lebenskraft der Gesellschaft lebt?
    Nichts gegen seine Bücher über Druiden und Magie.

    Jared Diamonds Forschung kann ich dagegen sehr gut akzeptieren. Er hat einfach nur nach den Ursachen für den Untergang früherer Zivilisationen geforscht. Das kann man als Warnungen verstehen und als Hilfe, bewußt mit solchen Bedingungen umzugehen.

    1. Die Vorstellung, dass die EU uns Frieden bringt, und dass ein Zerfall der EU wieder Kriege in Europa möglich machen wird, begegnet einem immer wieder. Sogar Helmut Kohl und Angela Merkel glauben das. Aber ist das auch wirklich wahr und oder ist es nur ein, wie ich meine, auf einer unvollständigen und fehlerhaften Analyse der beiden Weltkriege beruhender Mythos der letztlich den Untergang Europas beschleunigen und der vielleicht, oder sogar sehr sicher, auch neue Kriege in Europa hervorbringen wird? Zum 3. Oktober 2015 hatte ich einen Blogbeitrag mit dem Titel Freiheit und das Streben nach Macht veröffentlicht, in dem auch ein gleichnahmiges Kapitel aus dem Buch von Irenäus Eibel-Eibesfeldt als pdf-Datei verlinkt ist. Es lohnt sich dieses Kapitel einmal zu lesen und vielleicht auch die Doku “Leben nach Mass” über Leopold Kohr anzusehen, die ich am Schluß des selben Artikels eingebunden habe – und dann noch einmal über die Nutzen und Gefahren der Größe von politischen Gebilden wie die USA die EU, aber auch über Gefahr und Nutzen der Einheit von Staaten wie Deutschland, GB und Frankreich nachzudenken. Wenn man Frieden und Stabilität will, wird man am besten jedem Volk und jedem Stamm seinen eigenen kleinen Staat lassen. Die Beziehungen zwischen den Staaten lässt man dann am besten von Kaufleute und gebildeten Staatsmännern und Generälen pflegen und regeln, die tatsächlich im Stande sind sich auch, wie der alte Bismarck, in die Situation der Gegenseite hineinzu versetzen, die ihre Gefühle mit ihrem Verstand zügeln können, und die genug Verstand und Bildung besitzen um auch dann noch den Ernst und die Gefahr von Kriegen richtig zu erkennen, wenn der letzte große Krieg oder die letzte große Katastrophe schon mehr als 3 Generationen her ist (siehe dazu The Fourth Turning, bzw. Strauss–Howe generational theory und die darauf aufbauende Theorie und Webseiten von John Xenakis: http://www.generationaldynamics.com. Viele kleine Staaten und Stämmen können sich durchaus zeitweise zu einer schlagkräftigen großen Einheit zusammenfinden, wie die Germanen unter Arminius dem Cherusker gegen die Römer. Aber es ist für alle besser wenn solche großen Einheiten nur kurz zu Verteidigungszwecken bestehen und sich dann wieder auflösen. Einheitliche technische Standards, wie einheitliche Stecker für Smartphones und Elektrogeräte, kann man auch ohne eine EU realisieren, und eine einheitliche Währung für große Gebiete ist einfach nur schädlich und eine Einladung zu gigantischen Betrügereien, wie der Euro und der Dollar zeigen. Ein einheitliches Militär für einen großen Bundesstaat ist eine Einladung zur Korruption, Ineffizienz, zu gigantischer Geldverschwendung und letztlich auch zum Krieg.
      Die Organisationseinheit für die der Mensch geschaffen ist, ein das Dorf oder vielleicht noch eine Ansammlung von Dörfern. Auf dieser Ebene funktioniert die Kontrolle und Qualitätssicherung der politischen und militärischen Führung. Je weiter man sich von diesem Ideal entfernt, je größer werden die Risiken des Machtmißbrauchs und der Volksverführung durch Blender, Psychophaten und Verbrecher.
      Ich habe z.B. vor wenigen Tagen den neuen Podcast von Chris Martenson mit David Collum: The Next Recession Will Be A Barn-BurnerWith very few places for capital to hide angehört, in dem die beiden sich auch über Hillary Clinton unterhalten. Martenson erzählt dort, warum er vor Frau Clinton wegen ihrer Reaktion auf Gaddafis Tod, die ich hier verlinkt habe: ( Clinton on Qaddafi: “We came, we saw, he died” – CBS News)jede Achtung verloren hat. Martenson erwähnt dazu dann noch, dass Gaddafi war ein Machtmensch gewesen sei, aber dass sein Volk den höchsten Lebensstandard in Afrika, ein kostenloses Schulwesen und ein kostenloses Gesundheitswesen gehabt habe. Alleine, der Umstand, dass diese Frau heute für das höchste Amt in den USA kandiert stellt, die Institution amerikanischer Bundesstaat in Frage und läßt eine Auflösung der USA als wünschenswert erscheinen. Als Deutsche sollten wird zudem bedenken, dass schon der erste Weltkrieg und dann noch mehr der 2. Weltkrieg und Hitler uns und der Welt gezeigt haben, dass selbst ein Land wie Deutschland, das ja auch nur eine Vereinigung von Kleinstaaten und Stämmen ist, eigentlich zu groß ist. Ein geniales, kluges Team wie Kaiser Wilhelm I., Otto von Bismarck und den alten Helmut von Moltke, dass eine Staat wie Deutschland sicher managen kann, ist offenbar ein sehr seltener Glückfalls, den offenbar weder eine Monarchie, noch eine faktisch von der Wirtschaft (also von vermeindlich reichen, klugen alten Männern) begünstigte und gesponsorte Diktatur, noch eine Demokratie wie die unsere BRD permanent hervorbringen. Egals welche Staatform man wählt, die üblichen Politiker sind für einen Staat von der Größe Deutschland mit sehr, sehr weitem Abstand zu einseitig ausgebildet, zu einfältig, zu dumm oder auch einfach zu gierig und auch die Kontrolle der Politik durch eine freie Presse gelang und gelingt in einem Staat von der Größe und Diversität Deutschlands nicht. Das heißt meines Erachtens, dass noch größere und noch vielfältigere staatliche Gebilde, wie die EU, die USA und die ja schon kollabierte UdSSR, noch viel weniger brauchbar und noch gefährlicher sind. Wir können auch in der Natur sehen, dass kleine, flexible Tiere durchaus höhere Überlebenschancen haben als extrem große Tiere. Tiere kann man dabei auch als Zellstaaten verstehen. Die Muskel- und Nervenzellen eines Dinosauriers dürften auch nicht größer gewesen sein als die eine Menschen oder einer Maus – es waren nur mehr Zellen in einem Tier verbaut. Die Dinosaurier haben den Asteroideneinschlag damals nicht überlebt weil sie zu unflexibel waren. Kleinere Echsen und die ebenfalls kleineren Säugetiere haben dagegen überlebt. Die mächtigen Säbelzahntiger und die Mammuths sind ebenfalls ausgestorben, und die Elefanten und Wale würde aussterben wenn sie nicht durch Gesetze und Verträge geschützt würden. Die zu kleineren Zellstaaten vereinigten Zellen, die z.B. Ratten, Mäuse und Kaninchen bilden halten sich dagegen gut. Wenn Größe so ein großer Vorteil wäre, wie es z.B. die Beführworter der EU, oder auch der Einheit Deutschlands, behaupten, dann wären heute die Ratten und Mäuse ausgestorben. Mammuths, Säbelzahntiger und Elefanten gäbe es massenhaft.
      Zu Sepp Holzer und der EU möchte ich noch erwähnen, dass Sepp Holzer auf EU-Fördermittel komplett verzichtet, weil er sich die Gängelei durch die Bürokraten ersparen will, mit denen er reichlich schlechte Erfahrung gemacht hat. Auch war Holzer nur ein kleiner Bergbauer mit Anfangs etwas über 20 und später etwas über 40 ha Land, das zudem abartig schlecht liegt (1200 bis 1600 m Hoch und z.T. sehr steil). Ich werde aber nie vergessen, wie er sagte, dass für ihn heute an 365 Tagen im Jahr Sonntag ist, weil er macht was ihm Freude bereitet. Das einzige was ihn ärgere sei, dass er über insgesamt über 80 % Steuern bezahlt. Das muss ihm erst einmal ein Bauer nachmachen. Sein Sohn aber, bei seiner Vorrede zu einer Führung auf dem Krameterhof über seinen Vater gesagt, dass der immer gesagt habe, wenn in der Bauernzeitung stehe, dass man etwas machen solle, dann sei das ein sicheres Zeichen dafür, dass man das nicht mehr machen solle, weil es bald alle machen und weil dann nichts mehr damit zu verdienen ist. Sepp Holzer ist somit ein großartiges Beispiel dafür, wie eine kleine Einheit mit Flexibilität, schnelle Anpassung und Intelligenz überleben und dazu übrigens auch aus Sicht der Natur von Vorteil sein kann, wo große Einheiten versagen und auch der Natur, also ihrer Umwelt schaden.

  2. Wenn man in der Natur schaut, ist erstmal grundsätzlich nichts falsch mit großen Einheiten. Jede Einheit bzw. Entwicklungsebene hat das Bestreben, sich zu größeren Einheiten zu verbinden.

    z.B. Atom -> Molekül -> Makromolekül -> Zelle -> Vielzeller -> Sozialverbund

    oder bei den Menschen

    Individuum -> Familie -> Stamm/Kommune -> Staat -> Staatenverbund

    In je größerem Verbund eine Einheit existiert, desto durchlässiger ist die ganze Struktur für Informationen und desto weniger sind einzelne Teile in der Lage unabhängig zu existieren: Unsere hoch spezialisierten Körperzellen können nicht plötzlich davonlaufen, sie sind in größere Vorgänge integriert. Derselbe Prozess scheint sich in der menschlichen Gesellschaft auf höherer Ebene abzuspielen.

    Es stimmt, da ist die Frage berechtigt, wieviel Energie der Zusammenhalt des Ganzen kostet. Die Permakulturbewegung scheint mir ein Teil des Bestrebens zu sein, sich aus diesen größeren Einheiten wieder herauszulösen (Gründung von Farmen, Öko-Dörfern, Homesteading in den USA) und dann in Form kleinerer Einheiten zu existieren. Oder vielleicht kann man es so sehen, gesündere kleinere Einheiten zu schaffen.

    Eibl-Eibesfeldt schätze ich sehr. Der ganze von Konrad Lorenz und ihm gegründete Forschungsansatz (die Verhaltensforschung) wird viel zuwenig weiterverfolgt, obwohl er das vorherrschende Bild über Menschenaffen komplett verändert und grundlegende Impulse für Bereiche wie z.B. Psychotherapie geliefert hat.

    Aber nochmal zurück zu Staaten und der EU:
    Ich glaube nicht, dass die flächenmäßige Größe eines Staates/Staatenverbunds ein entscheidendes Hindernis ist, wenn man z.B. China und Russland anschaut. Besonders China existiert schon lange in dieser Größe. Rußland hat sich bis zum 18. Jahrhundert ständig weiter ausgedehnt. Das geschah vor allem durch Einverleibung von Gebieten, die nur von Nomadenstämmen bewohnt waren, ganz ähnlich wie die USA ein Jahrhundert später. Allerdings geschah das weniger kriegerisch, weil die Nomaden in Russland bis zur Stalinzeit zum großen Teil in Ruhe gelassen wurden. Es war ja auch so genug Platz für russische Siedler in Sibirien, da kamen nicht solche Massen wie in die USA.

    Sepp Holzer ist ein Meister in seinem Bereich. Aber man darf auch nicht vergessen, dass er das große Grundstück von seinen Eltern geerbt hat. Zwanzig Hektar landwirtschaftliche Fläche muß man erstmal haben. Bei uns kostet das egal wo ein Vermögen (ca. 200000 Euro). Und wenn darauf ein Haus steht, das doppelte. Also er hatte damit einen guten Start für seine Versuche, ähnlich wie Masanobu Fukuoka vor ihm, der auch ein paar Hektar geerbt hatte. Das größe Hindernis für Ähnliches sehe ich in den Grundstücks- und Immobilienpreisen bei uns. Da bleibt nur eine mobile Farm nach Joel Salatin, die Ansätze von Jean-Martin Fortier und Paul Kaiser und das Land zu pachten. Waldgärten und andere Agroforst-Systeme kann man da erstmal vergessen.

    1. Größe einer Organisation.
      Wenn die Umstände gut sind und genug Energie verfügbar ist, dann ist Größe und Komplexität bis zu einem gewissen Grad ein Vorteil.
      Organisationen sind aber anfällig für Angriffe und Fehler. Ein kleines Geschoss oder ein kleiner Fehler kann die Zellorganisation Mensch z.B. zerstören, obwohl die meisten Zellen gesund und unverletzt sind.
      Dass die Größe und Komplexität nicht grundsätzlich gut und vorteilhaft sind sieht man wenn man diese in Gedanken gegen unendlich wachsen lässt. Vor allem wenn man sich dabei dann auch noch realisiert, dass mehr Größe ebenso wie mehr Komplexität auch mehr Energie und Ressourcen kosten.
      Dazu kommt dann noch, dass die Flexibilität, also die Fähigkeit schnell und effizient auf Veränderungen des Umfelds zu reagieren zumindest ab einer bestimmten Größe und Komplexität geringer wird. Dass ein aufrecht stehender, zehn Kilometer großer Mensch keine Luft mehr zum Atmen bekäme und sich selbst bei sommerlichem Wetter üble Erfrierungen zuziehen würde weil im Bereich seiner Nase die Luft zu dünn wäre und weil dort immer ziemlich extreme Minustemperaturen herrschen ist klar. Tatsächlich hat sich eine von der Umwelt und Ernährung abhängige optimale Größe für Menschen herausgebildet. Ich habe die Bücher von Leopold Kohr bisher nur teilweise gelesen, aber sein Denkansatz leuchtet mir schon ein. Auf Youtube gibt es einiges zu ihm.

      Zum Land und Sepp Holzer
      Sepp Holzer ist ein Mann der Bagger und schweren Erdbaumaschinen geworden. Ich verstehe gut warum und ich finde auch dass das in vielen Fällen sehr gut und berechtigt ist. Holzer sollte man aber vor allem hohlen wenn man viel Geld und viel Land hat. Ich wünschte z.B. die Bauern, Gemeinderäte, Bürgermeister und der Landrat meines Landkreises würden sich Sepp Holzer für ein paar Tage einladen und sich von ihm für ein Beispieldorf Vorschläge machen lassen. Ein paar Tage mit diesen Österreicher wäre wirklich eine kulturelle und auf Dauer sicher auch eine materielle Bereicherung für die Dörfer und die Menschen meines Landkreises.

      Eine ganz andere Schiene fährt aber John Jeavons, dessen Workshop ich im November besucht habe. Jeavons geht es darum zu zeigen wie man mit der kleinstmöglichen Landfläche eine vollwertige Ernährung erzeugen kann. Demnach sind 400 qm schon eine stattliche Fläche.
      Carol Deppe schlägt in ihrem Buch “The Resilient Gardener” übrigens vor ggf. etwas Land zu pachten.
      Ich habe mir gerade selber zusammen mit meiner Frau ein kleines Haus mit sehr großem Nebengebäude, mit Stall, Scheune und Werkstatt, in einem sehr kleinen Dorf gekauft. Die Preise sind teilweise erstaunlich niedrig, wenn man sich den Umstand zu Nutze machen kann, dass zumindest bis vor kurzem generell ein Trend zur Abwanderung aus den Dörfern in die Städte bestand. Bis vor kurzem, weil nach den Ereignissen in der Neujahrsnacht am Kölner HBf möglicherweise eine Trendwende einsetzt. Auch ist es derzeit so, dass die Bauern nur sehr wenig verdienen.
      Von wegen Waldgärten und Agroforstsysteme könnten man vielleicht auch Gmeinderäte und Bürgermeister in kleinen Dörfern begeistern. Die Gemeinden haben zum Teil ziemlich viel Land. Meine Argument ist, dass eine Gemeinde in dem sie in Agroforstsysteme und Waldgärten investiert, die Ernährungssicherheit für ihre Bürger in Katastrophenszenarien verbessern würde. Man kann z.B. zu bedenken geben, dass die Bäume die heute gepflanzt werden sowieso erst in 70 bis 100 Jahren geerntet werden können. Bis dahin verursachen die nur Kosten ausserdem kann man als ziemlich sicher annehmen, dass unser Finanzsystem, der Frieden in Europa und auch die Stabilität und der Wohlstand unserer Gesellschaft keine 70 bis 100 Jahre mehr halten. Agroforst-Systeme und Waldgärten würden relativ kurzfristig auf die eine oder andere Art für die Gemeinde Gewinne bringen können.
      Die Farm von Paul und Elizabeth Kaiser ist übrigens trotz ihrer geringen Größe durchaus auch ein wenig ein Agroforstsystem. So ziemlich das erste was mir bei der Führung auf der Farm der Kaisers erklärt wurde, war, dass man neben den Beeten Reihen mit heimischen Sträuchern gepflanzt habe, deren Sinn darin bestehe Lebensräume für nützliche Insekten zu bilden, die schädliche Insekten fressen. Das sind Konzepte, für die sich vielleicht auch ein Gemeinderat begeistern könnte.

  3. Oh, du warst schon dort auf der Singing Frogs Farm :). Ich hatte in meinem Online-PDC mit Geoff Lawton jemand anders aus Sebastopol/CA. Scheint ein ziemliches Zentrum für nachhaltigen Anbau zu sein. Nicht weit südlich auf halbem Weg nach San Francisco ist außerdem eine der ersten kommerziellen Aquaponik-Farmen in den USA http://www.ouroborosfarms.com/ . Dazu gibt’s auch einiges auf Youtube.
    Was mir bei einem Vortrag von Paul Kaiser (hervorragender Ökologe!) klargeworden ist: Auf den mehrjährigen Pflanzen halten sich die Fressfeinde für die Schädlinge der einjährigen Pflanzen auf. Da die angebauten Pflanzen bei den Kaisers alle einjährig sind, sind die Gebüschhecken essentiell für den Erfolg.
    Die meisten Bauern bei uns scheinen ja zu denken, dass ihnen Gebüschhecken bloß die Nährstoffe und Licht vom Feld wegnehmen. Und wenn man sonst alles mit Chemikalien macht, stimmt das vielleicht sogar…

    Agroforst auf Gemeindeland finde ich eine fantastische Idee! Eine Gemeinde existiert sicherlich länger als jeder Einzelbesitzer und könnte daher länger davon profitieren. Es müßt dann nur fortlaufend jemand gefunden werden, der sich darum kümmert. Hier in der Gegend (Unterfranken) gibt es viele alte Apfelbäume an den Feldrändern, die niemand erntet. Die Äpfel fallen einfach jeden Herbst runter und bleiben liegen, weil sich niemand die Mühe macht, sie zu verarbeiten…
    Traditionell hatten die Dörfer ja oft einen Dorfteich und Aquakultur schlägt alle anderen Anbauformen in der Produktivität, wenn man nicht nur auf ein Produkt wie eine einzige Fischart setzt, sondern ein Ökosystem entwickelt.
    Das könnte man auch gut mit Agroforst-Anbau verbinden.

    In den USA tut sich ja einiges zum Thema Agroforst, neben Mark Shepard finde ich Philip Rutter klasse:
    https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=v05TFU6gtXM
    http://www.badgersett.com/info
    Dort ist man schon etwas weiter, was die Mechanisierung und Zucht neuer Sorten betrifft, besonders bei Haselnüssen.
    Außerdem ließen sich sicherlich auch Eßkastaniensorten finden, die bei uns wachsen. Dasselbe für Araukarien, die haben riesige Nüsse in ihren Zapfen. Sie brauchen zwar 80 Jahre bis sie Zapfen bilden, aber ab dann für bis zu 800 Jahre jedes Jahr! Sie vertragen Frost allerdings nicht so gut.
    Oder Maulbeeren, das weiß bei uns auch kaum jemand, dass man sie essen kann (sogar die Blätter als Salat). Die gezüchteten Sorten bekommen schon nach einem Jahr Früchte und man kann sie einfach vom Baum auf ein Tuch schütteln, man braucht nicht pflücken. Martin Crawford hat solche in seinem Waldgarten.

    Ein Nachteil in Dörfern könnte allerdings sein, dass man viel schneller als in einer Stadt sozialen Druck bekommt, wenn man dort etwas anders macht oder sich anders verhält, als was jeder schon kennt. Das habe ich ausgiebig erlebt und es läßt mich zögern bei dem von den Permakultur-Leuten angepriesenen “zurück aufs Land”. Früher hieß es bei uns “Stadtluft macht frei” und da ist immer noch was dran. In den neu besiedelten Gebieten wie USA und Australien mag das anders sein, aber in den viele Jahrhunderte alten Dörfern bei uns ist die (soziale) Luft oft ziemlich miefig nach meiner Erfahrung. Da braucht es schon eine große Stadt (ca. 100000 Einwohner) in der Nähe, damit sich das auflöst. Das mag von Region zu Region unterschiedlich sein.

    Leopold Kohr sagt mir nichts, ich schaue mal, die Titel auf Youtube klingen interessant. John Jeavons habe ich auch nur oberflächlich gelesen bisher. Scheint mir der Vorgänger von Eliot Coleman, Jean-Martin Fortier und den Kaisers zu sein. Coleman und Fortier hatte ich mir genauer angeschaut. Von Jeavons “double-dig” halte ich nicht so sehr viel, sehr arbeitsintentiv. Auch wenn ich nicht bestreite, dass Umgraben Spaß machen kann… Da beeindruckt mich das komplette “no-dig” bei Fortier und den Kaisers mehr, weil man da viel schneller wieder pflanzen kann.

    1. Die Besichtigung der Singing-Frogs-Farm der Kaisers (Sebostopol, CA) hatte ich im November mit dem 3-tägigen Workshop bei John Jeavons (zwischen Willits und Ukiah, CA ) kombiniert, weil die beiden Ort nur ein oder zwei Autostunden auseinander lagen. D.h. aus der gut einen Stunde Besichtigung habe ich eine Eintägige kleine Rundreise gamacht. Hinweg schnell über die Autobahn und Rückweg gemütlich teilweise an der Küste entlang.
      Paul Kaiser hat gemeint, das Buch von John Jeavons habe er mehrfach gelesen. Das tiefe, doppelte Umgraben sei ihm aber zu anstrengend. Das meint auch Carol Deppe in ihrem Buch “The Resilient Gardener”. Ich werde es einfach ausprobieren. Auch John Jeavons sagt/schreibt, dass der mit weitem Abstand beste Kompost (wie bei der Methode der Kaisers) die in der Erde verbleibenden Wurzeln sind. Anderseits meint auch Paul Kaiser, dasss auf dem Weg von einer Wiese zu einem fruchtbaren Beet erst einmal Umgraben oder umpflügen angesagt ist. Paul Kaiser würde dann aber den Mutterboden aus den Trampelpfaden zwischen den Beeten (bei ihm so breit, dass man gerade so mit einer Schubkarre hindurch kann) auf die Beet schaufeln und damit dort schon mal gleich die Mutterbodendicke vergrößeren.

      Danke für den Hinweis auf Philip Rutter mit den beiden Links. Das auf Youtube habe ich mir gerade angesehen. Ich habe das Buch “Growing Hybrid Hazelnuts” von Rutter und ich hatte darin auch schon einige Stunden gelesen, es dann aber zur Seite gelegt, weil mir das Land und den Leuten in meiner Gegend soweit ich es erlebe auch das Interesse fehlt. Wenn sich das ändern würde, wüßte ich aber wo ich nachlesen könnte.
      Nach dem Video mit Philip Rutter, schlug Youtube beim mir übrigens diesen Einführungskurs für “Woody Agriculture” vor. Habe daraufhin gesehen, dass es dazu eine 12-stündigen Kurs auf DVD gibt (http://www.badgersett.com/catalog/ )

  4. Ah, ja das mit den Wurzeln macht Sinn. Sie schaffen ja auch Kanäle im Boden, wo nach dem Verrotten Luft und Wasser eindringen kann. Gabe Brown macht auf seinen Feldern viel mit Daikon-Rettichen – nicht zum Ernten sondern als Zwischenfrucht in Mischkultur, d.h. er läßt sie im Boden über Winter verrotten. Sie lockern den Boden tief auf und hinterlassen beim Verrotten viel Stickstoff. Fukuoka hatte sie, glaube ich, auch eingesetzt um einen degradierten Hang mit hartem Boden wieder fruchtbar zu machen.

    Jean-Martin Fortier hatte am Anfang auch jemanden mit Traktor kommen lassen, um einmal alles umzupflügen: https://www.youtube.com/watch?v=0hBUOdv2vn8
    Er macht ja außerdem sehr viel mehr mit Handmaschinen als die Kaisers. Paul Kaiser meinte dazu in einem Interview, das könnte man zum Teil weglassen. Aber mir scheint, Fortier hat dadurch mehr Freizeit.

    1. Ein sehr gutes, zumindest als PDF-Datei kostenlose Buch zum Thema Bodenverbesserung ist Building Soils for Better Crops – Sustainable Soil Management [dt.: Böden aufbauen für bessere Ernten – Nachhaltiges Bodenmangement] von Fred Magdoff und Harald van Es, wegen dem ich den Artikel Nachhaltige Bodenverbesserung geschrieben hatte. John Jeavons nennt dies als Weiterführenden Literatur in seinem Buch How to Grow More Vegetables, (and Fruits, Nuts, Berries, Grains, and Other Crops) Than You Ever Thought Possible on Less Land Than You Can Imagine.
      Magdoff und van Es erklären recht gut und verständlich. Ihr Buch ist vom Stil her ein Lehrbuch Landwirte in der konventionellen Landwirtschaft.
      Ein sehr auffälliger Punkt bei John Jeavons ist, dass rund 70 % (oder waren es 80 %?) der Photosyntheseleistung für die Erzeugung von Humus vorgesehen werden. Für mich, der ich immerhin auf dem Land aufgewachsen bin, war das eine ganz neue Sichtweise. Wir hatten zuhause zwar auch Komposthaufen, Mistbeet usw., aber mein allgemeiner Eindruck war halt das die Bauern und Gärtner hauptsächliche säen und pflanzen um zu ernten. Dass man vielleicht zuerst und insgesamt hauptsächlich besser sät und pflanzt um den Boden zu verbessern war für mich genauso neu, wie dieser ganz bewußte Anbau auf Beeten die entweder gar nicht oder nur (beim Umgraben) mit Hilfe großer, den Druck verteilender Bretter betreten werden dürfen, weil man alles tun möchte um eine Verdichtung des Bodens durch mechanischen Druck zu vermeiden.

  5. Ach, und über Leopold Kohr habe ich eine Doku angeschaut. Danach habe ich herausgefunden, dass er ein Freund von E. F. Schumacher war, der über ähnliche Themen geschrieben hat.
    Das Schumacher College in Dartington ist ja eine beeindruckende Einrichtung für Forschung und Lehre über nachhaltige Lebensweise geworden.

  6. Das stimmt, so kenne ich das auch. Angebaut wird für die Ernte, nicht für den Boden. Oder um den Boden “ruhen” zu lassen, Brache halt. Ich denke, das entscheidende neue Stück Wissen ist hier, dass der Boden durch die Pflanzen (Wurzel-Exudate als Bakterienfutter und durch verrottende Wurzeln) angereichert wird. Und dass sich bestimmte Pflanzenarten gegenseitig mit Mineralien “füttern”.
    Dazu kommt noch in letzter Zeit das Wissen über die Rolle von Mykorrhiza-Pilzen, die ja durch Umgraben oder Pflügen zerstört werden.
    Das mit den Brettern ist mir aber nicht neu. Das war bei uns in den Kleingärten (Thüringen und Sachsen) übliche Praxis, dass man als Pfad zwischen die Beete ein Brett gelegt hat. So wurde die Erde nicht festgetreten und unter dem Brett haben sich immer viele Tiere (Regenwürmer, Asseln usw.) verstecken können. Im Herbst hat man die Bretter dann weggenommen und über Winter im Schuppen verstaut, damit sie nicht verrotten. Die Beete wurden danach komplett umgegraben, oft mit Einbringen von Kompost oder Mist, und dann über Winter liegengelassen. Im Frühjahr war die Erde dann durch den Frost extrem locker, weich und durchs Verrotten mit Nährstoffen angereichert.
    Hast du auch das Buch “Gaia’s Garden” von Toby Hemenway? Ich hab es noch nicht, daher würde mich deine Meinung interessieren. Er wohnt jetzt auch in Sebastopol, wie hier im Interview mit Chris Martensen erwähnt wird: https://www.youtube.com/watch?v=qMVq2cRlTK8
    Interessanter als das Interview finde ich allerdings seine beiden Vorträge: “Redesigning Civilization with Permaculture” und “How Permaculture Can Save Humanity and the Earth, but Not Civilization”, beide sind auf Youtube.

    1. Nein, das Buch habe ich noch nicht und die Vorträge habe ich auch noch nicht angehört. Danke für den Hinweis. Die Interviews mit Chris Martenson, es gibt zwei, eins vom 17.5.2014 und eins vom 17.10.2015, habe ich mir neulich angehört.

  7. Danke für den Link. Von diesem Charles Dowding hatte ich noch nichts gehört oder gelesen. Hier ist seine Hompage: http://www.charlesdowding.co.uk/
    Dem Thema No Dig (dt. Gärtnern ohne Umgraben) hat er sogar einen eigenen Menüpunkt mit 6 Unterseiten gewidmet.
    Ein Buch zum Thema hat er auch geschrieben und er hat einen Online-Kurs mit insgesamt 40 Videos von ein bis zwei Minuten zusammengestellt.

  8. Ah danke, seine Webseite hatte ich mir noch nicht angeschaut.

    Habe gerade noch etwas Großartiges gefunden: https://vimeo.com/146953911

    Der Mann, der dort gezeigt wird, heißt Ernst Götsch, ein Schweizer der in den 70er Jahren nach Costa Rica ausgewandert ist, später nach Brasilien. Seine Farm “Fazenda da Toca” hat 500 ha(!), die er aus degradiertem Land zum Teil in ein Agroforstsystem verwandelt hat.
    Hier seine Biographie: https://agendagotsch.com/about/
    Auf der Webseite und auf Vimeo.com gibt es noch mehr Videos dazu.

    1. Ja, interessant. Habe mir den Film, die Webseite über Ernst Götsch und noch einen Film ( https://vimeo.com/88304873 ) dort angesehen. Das passt zu dem Paradigmenwechsel den Chris Martenson und Adam Taggert in ihrem neuen Buch Prosper!: How to Prepare for the Future and Create a World Worth Inheriting beschreiben. Die Einsicht, dass der Mensch die Erde nicht zwingend wie ein Krankheitserreger plündern und zerstören muss, wie sie lange gedacht hätten, sondern dass der Mensch mit Wissen und Können ein nützlicher Teil der Natur werden und diese heilen und verbessern kann. John Jeavon, Sepp Holzer, Mark Sheppard usw. zeigen dasselbe jeweils auch auf ihre Weise.
      Allerdings drängte sich mir beim Ansehen der beiden Filme eine Einsicht aus John Jeavons Seminar und ein Buch auf, das ich dort bei Bountifull-Gardens in Willits gekauft aber noch nicht über die Einleitung hinaus gelesen habe:
      Man darf die einfache Physik und Chemie nicht vergessen. Auch das Konzept von Ernst Götsch ist, genauso wie das von John Jeavons und allen anderen nur dann wirklich nachhaltig, wenn die das Land die als Ernte, per Bodenerosion oder als was und wie auch immer verlassenden Nährstoffe wieder zurück gebracht werden. Nur ein Teil, nämlich der Kohlenstoff (als Kohlendioxid) und der Stickstoff, können als Bestandteile der Luft automatisch wieder angeliefert werden. Alle anderen Nährstoffe werden auf die eine oder andere Weise entweder über die Wurzeln dem Boden entzogen, oder sie kommen als Düngemittel, Kompost, kompostierbares Material usw. wieder zurück. Soweit diese anderen Nährstoffe nicht zurückgebracht werden ist die Wirtschaftsweise nicht nachhaltig.
      In einem natürlichen Wald ist es so, dass alles was nicht vom Wasser fort geschwemmt wird im Wald verbleibt: Das verfaulende Holz, die verfaulenden nicht gefressenen Früchte und Pflanzenteile, die Extremente der Tiere und auch die Körper der Tiere selbst.
      Eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft müsste nicht nur Erosionen verhindern, den Boden und den Wasserhaushalt optimieren und den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden überflüssig machen. Sie müsste, wenn sie dauerhaft auf die Zufuhr künstlicher oder natürlicher Mineraldünger verzichten will, letztlich auch die Exkremente und die sterblichen Überreste auch der von ihr ernährten Menschen zurückbekommen. Ein großes Problem unserer Zivilisation ist, dass wir die Produkte der Land- und Forstwirtschaft weit entfernt von den Produktionsorten verbrauchen und die darin enthaltenen Nährstoffe nicht zurückbringen, sondern in der Regel als Abfall und Müll betrachten und letztlich in die Weltmeere leiten oder irgendwo sonst, weit weg entsorgen.
      Das Buch an das ich dachte, und das ich noch fertig lesen muss ist The Humanure Handbook: A Guide to Composting Human Manure. Ein anderes Buch das sich mit einem historischen Beispiel für einen erfolgreichen Umgang mit diesem Thema befasst ist 4000 Jahre Landbau in China, Korea und Japan (Edition Siebeneicher). Ich habe es nur etwas oberflächlich gelesen. Ein wesentliche Grund für diese teilweise über 4000 Jahre nachhaltige Landwirtschaft war offenbar, dass man die in den Nahrungsmitteln enthaltenden Nährstoffe, nach der Verdauung der vom Land gelieferten Produkte wieder zurück auf das Land gebracht hat. Man hatte also einen weitgehend geschlossenen Nährstoffkreislauf.
      Heute, in unserer globalisierten Welt ist das aus logistischen Gründen und auch wegen dem Verfüttern von Antibiotikas und anderen Medikamenten sowie auch aus hygienischen, sozialen und juristischen Gründen nicht oder nur schwer möglich.
      Das heißt, grundsätzlich wäre es schon möglich, wenn wir unbegrenzt billige Energie hätten und diese auch unbegrenzt nutzen könnten. Wir stoßen also auch hier wieder auf das Problem, dass nur begrenzt vorhandene Ressourcen und zwangsläufig steigenden Komplexitätskosten, die wegen der Endlichkeit der Ressourcen schließlich zu einer widerwillig freiwilligen, intelligent gesteuerte Vereinfachung der Gesellschaft oder aber zu eine zwangsweisen, per Kollaps erfolgenden Senkung der Komplexitätskosten führt. Das man die in den Nahrungsmitteln enthaltenen Nährstoffe nicht oder nur noch mit zu hohem Aufwand zurück auf das Land wo sie entnommen wurden bringen kann ist auch ein der Komplexität der Gesellschaft geschuldeter Kostenfaktor. Vor dem Hintergrund der weltweit zunehmenden Urbanisierung dürfte dieser Kostenfaktor weiter an Gewicht gewinnen und könnte schließlich zum Kollaps der Weltbevölkerung beitragen.
      Siehe Dem Energiedilemma auf den Grund gegangen und Interview mit Joseph Tainter über den Kollaps komplexer Gesellschaften.

      PS: Ein Vorwurf den jemand Sepp Holzer macht ist, dass er in den 90er Jahren einige tausend Tonnen Klärschlamm auf seinen Krameterhof habe verbringen lassen. Dass man überhaupt einem Landwirt soetwas vorwerfen und dabei den Klärschlamm als “Sondermüll” bezeichnen kann, stimmt nachdenklich, denn eigentlich handelt es sich bei dem Klärschlamm im Wesentlichen um Nährstoffe die landwirtschaftlichen Flächen entzogen worden sind. Wenn, soweit und solange wir solchen Klärschlamm als Sondermüll entsorgen müssen oder sollten, ist unsere Gesellschaft ganz grundsätzlich nicht nachhaltig.

  9. Das stimmt, die Nährstoffe müssen zurück. Jean-Martin Fortier und die Kaisers machen das, indem sie Kompost kaufen. Andere Farmen holen sich Grünschnitt von außen oder auch Dünger für spezielle Nährstoffe wie Muschelschalen (Kalzium) oder Hühnermist (Stickstoff).

    Das Gute beim Kompostieren ist, dass dadurch die Mikrobiologie auch gut durchgearbeitet wird. Besonders nach der Berkeley-Methode, wo man durch regelmäßiges Wenden eine sehr heiße Reaktion (über 60°C) erreicht. Dadurch überleben eigentlich nur noch thermophile Pilze und Bakterien im Innern, keine Krankheitserreger, und es geht auch sehr schnell. Innerhalb eines Monats ist der Kompost schon komplett verrottet gegenüber einem Jahr bei der konventionellen Methode, wo man ihn ohne Wenden liegenläßt.

    Joel Salatin, der ja hauptsächlich Tiere hält (Eigentlich ist er ein Grasfarmer, sagt er, da er alles auf Weideflächen hält.) macht es einfach: Tote Tiere und die Fleischreste vom Schlachten kommen in einen großen Haufen Holzschnitzel und werden auch damit zugedeckt. Nach 7-8 Monaten ist alles Kompost. Das wichtigste, um beim Kompostieren üble Gerüche zu vermeiden, ist das Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff. Kohlenstoffreiches Material sind trockene Pflanzenteile und Holzschnitzel.

    Genauso wird man Gestank bei anderen menschlichen und tierischen Abfällen los (zudecken mit Holzschnitzeln z.B.).
    Im Moment gehen wir eigentlich verkehrtherum mit Wasser und Kot um: Es wird ganz schnell abgeleitet – aus dem Auge, aus dem Sinn. Das hat historisch hygienische Gründe, aber es hat Nachteile: Die Nährstoffe werden nicht verwendet und große Mengen Trinkwasser werden verschmutzt (Toilettenspülung).
    Urin ist ein idealer Pflanzendünger, steril und stickstoffreich. Das ist so perfekt für Pflanzen, dass es eigentlich nur eine Ko-Evolution zwischen Pflanzen und Tieren sein kann, wie auch die Entwicklung der Blüten.

    In der Permakultur nach Mollison wird daher mit Kompost-Toiletten gearbeitet. Für uns hier sehr ungewohnt und viele denken dabei wohl gleich an die Plumpsklos von früher. Aber Komposttoiletten sind deutlich hygienischer. Stinken tut da nichts und nach einem Jahr ist es guter Kompost. Ein Problem für die Anwendung in größerem Stil sehe ich im Moment nur darin, dass man besser Kot und Urin trennt und dass man sich ab und zu darum kümmern muß. Das macht es wohl vor allem dann sinnvoll, wenn man eigenes Land hat.
    Aber sowohl Sepp Holzer als auch Joel Salatin haben sich, soweit ich weiß, noch nie über das Thema geäußert. Vermutlich hat der Krameterhof eine übliche Anbindung an die Kanalisation. Die gesetzlichen Vorschriften dazu sind wohl in Deutschland und Österreich ähnlich.

    Beim Klärschlamm muß man auf jeden Fall anschauen, wo er herkommt. Neben Reinigungsmitteln u.ä. wird in Städten mit Industrie und Universitäten einiges an Chemikalien in den Ausguß gekippt, und auch jede Menge gentechnisch veränderte Bakterien und Hefen. Fast jedes biologische/biochemische Labor arbeitet heute mit Gentechnik und beim Saubermachen der Laborgeräte geht so einiges mit in den Ausguß, was da nicht rein sollte…
    Ich würde mich nicht wundern, wenn von Bäckerhefe (Saccharomyces cerevisiae) und von Eschichia coli Stämme mit den verschiedensten zusätzlichen Merkmalen in die Natur gelangt sind. Aber das untersucht leider keiner. Da Escherichia coli Darmbakterien sind, fallen vielleicht irgendwann die veränderten Stämme auf. Aber da muß man schon gezielt nach solchen Merkmalen, zusätzlichen Proteinen und künstlichen Antibiotika-Resistenzen, suchen…
    Nun gehen beim Prozess in der Kläranlage sicherlich viele solcher Mikroorganismen kaputt, aber 100%ige Sicherheit bekommt man da nicht.

    1. Das mit dem Kompost ist etwas komplexer. Man kann den Kompost schneller und heißer reifen lassen, oder langsamer und kälter. Man kann das über die Zusammenstellung etwas steuern (reifes vs. grünes Material). Wenn die Kompostierung langsamer abläuft ist das vorteilhaft weil der Kompost stabiler ist. Soweit das was ich spontan in Erinnerung habe. Ich müßte/würde das noch einmal nachlesen, wenn ich gleich einen Komposthaufen aufbauen müsste.
      Auf dem Flug zu dem Seminar bei John Jeavons hatte ich mich die Videos des Farmer Course auf dem Smartphone angesehen. Die ganze Serie kostet 19,99 Euro. Ein Teil davon ist ein gut eine Stunde dauernder Vortrag von John Jeavons über Kompost. Jeden Teil kann man für 1,99 Euro auch einzeln kaufen.
      Hier der Link auf die Seite:
      https://vimeo.com/ondemand/ecologyaction

  10. Habe noch eine Frage: Hast du bei dem Besuch auf der Singing Frogs Farm eigentlich gesehen, wo die beiden leben? Haben sie ein Farmhaus direkt an der Farm oder fahren sie jeden Tag dorthin?

    1. Die wohnen auf dem Gelände der Farm (Gesamtfläche der Farm etwas über 4 ha, von denen ca. 1,2 oder 1,5 ha intensiv bewirtschaftet werden.
      Auf google-earth mit “1301 Ferguson Rd, Sebastopol, CA 95472” suchen. Dann landet man mitten auf dem Farmgelände. Rechts im Bild, wo die Winsby Road endet, sind oben (westlich) das Wohngebäude und weiter unten (südwestlich) das Wirtschaftsgebäude und darunter das Hoophouse (großer Folientunnel) mit doppelten, bei Bedarf, zu Isolationszwecken, durch ein Gebläse auseinandergehaltenen Folien, wo die Setzlinge gezüchtet werden. Zwei interessantes Details dabei: Die Kästen mit den Setzlingen stehen teilweise zunächst auf beheizbaren Unterlagen. Teilweise sogar mit Reglung. Darunter stehen, anstelle von Tischbeinen, jede Menge Fässer die mit Wasser gefüllt sind und als Wärmespeicher dienen.

  11. Super, das mit den Setzlingen sind gute Infos. Auf Fotos von der Farm, die ich im Web gefunden hatte, war das Haus nicht mit drauf. Jetzt habe ich es auch gefunden, danke.

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