Infos und Gedanken zur Fleischdiät

Eine ausschließlich aus Fleisch, Wasser und etwas Salz bestehende Diät ist wider Erwarten, entgegen der landläufigen Expertenmeinungen nicht nur möglich, sondern sie ist zumindest in manchen Fällen sogar ein sehr wirksames Heilmittel bei schweren Autoimmunerkrankungen, sowie bei Depressionen, Angstzuständen, Diabetes und sogar bei Parodontose und Schnarchen. Vor allem kann man mit einer reinen Fleischdiät offenbar auch gut abnehmen und zugleich die körperliche und intellektuelle Fitness steigern, mit allen Vorteilen die dies u.a. für die Gesundheit und und die Lebensqualität hat. 

Das Interview von Joe Rogan mit Dr. Jordan Peterson

Der laut New York Times vom 25. Januar 2018 als derzeit einflussreichster,  öffentlich auftretender Intellektueller geltende kanadische Psychiater und Prof. Dr. Jordan Peterson, überraschte mich mit  einer am 2.7.2018 veröffentlichten Aussage, dass er sich seit über 2 Monaten nur noch von Fleisch ernähre. Er fügt in dem Interview dann noch hinzu, dass er außerdem seit ungefähr einem Jahr, nur von Fleisch und etwas Grünem, sowie seit ca. 2 Jahren von einen kohlenhydratarmen Diät lebe.

Hier der Link auf das inzwischen über 290-tausend mal aufgerufene Interview auf Youtube: Jordan Peterson – The Carnivore Diet Changed My Life! – Joe Rogan Podcast

Peterson hat mit der Diät gut abgenommen und seine Gesundheit drastisch verbessert.

Der treibende Hintergrund für Petersons Diätversuche und den Verzicht auf Grünzeug waren die Erfahrungen seiner Tochter, die an einer schweren Autoimmunkrankheit litt. Schwerpunkt war Arthritis. Petersons Tochter Mikhaila hatte 40 betroffene Gelenke und sie hat mit 15 bzw. 16 Jahren ein künstliches Hüftgelenk und einen künstlichen Fußknöchel bekommen. Sie sei faktisch zwei Jahre auf 2 gebrochenen Beinen herum gehumpelt und das sei nur ein kleiner Teil ihrer gesundheitlichen Problemen gewesen. Seine Tochter sei nun gesund und habe ein Baby. Alle Symptome ihrer Autoimmunkrankheiten seinen verschwunden. Einziges Gesundheitsproblem sei derzeit, dass der künstlichen Fußknöchel ersetzt werden müsse, ansonsten strotze sie nun vor Gesundheit.

Ein anderes Problem seiner Tochter Mikhaila seien ernste Depressionen gewesen wegen denen sie mindestens alle 6 Stunden Ritalin habe nehmen müssen. Depressionen und Autoimmunkrankheiten seien in seiner Familie ein häufig vorkommendes Problem.

Petersons Frau hatte seit langem den Verdacht, dass ein Ernährungsproblem die Ursache sein könnte. Seine Tochter hatte als Kind, wenn sie Organgen oder Erdbeeren gegessen hat, juckende Hautrötungen (Rash). Später,  als sich bei seiner Tochter die Arthritis entwickelte, habe diese einen Schub bekommen, wenn sie Orangen gegessen habe.

Vor fünf Jahren, bei der Examensvorbereitung an der Universität, habe seine Tochter ernste Hautproblemen bekommen. Stress sei eine Möglichkeit gewesen, aber ihr sei auch aufgefallen dass sie zugleich ihre Ernährung mehr auf Butterbrote und Teilchen (Bagels) umgestellt habe. Sie habe daher zunächst auf eine glutenfreie Diät umgestellt. Das habe einen bemerkenswerten Effekt gehabt. Dann habe sie ihre Diät radikal auf nur noch Huhn und Brokkoli  umgestellt.  Daraufhin hätten ihre Symptome eins nach dem anderen nachgelassen. Sie habe auch länger wach sein können und schließlich seien ihre Depressionen verschwunden.

Peterson habe seit seinen 13. Lebensjahr selber an Depressionen gelitten. Diese seien sehr schwer gewesen und er habe sie auf vielfache Weisen behandelt. Teilweise sei die Behandlung ziemlich erfolgreich gewesen. Aber es sei ein ständiger Kampf gewesen. Sein Vater und der Vater seines Vaters hätten ebenfalls an diesen Depressionen gelitten. Seine Frau habe Autoimunprobleme.

Was Petersons Tochter dazu gebracht habe, von Brokkoli und Huhn ganz auf Fleisch um zu stellen?

Seine Tochter habe weiter experimentiert und die Folgen von Diätveränderungen beobachtet.  Sie habe zwei Jahre gebraucht um herauszufinden, dass sie nur Rindfleisch und Grünzeug essen könne und dann habe sich schließlich herausgefunden, dass sie am besten nur Rindfleisch essen sollte.

Vor zwei Jahren habe seine Tochter ihn überredet es auch mit dieser Diät (zunächst nur Grünes und Rindfleisch) zu versuchen. Er habe zwar keine Arthritis gehabt, aber doch viele ihrer anderen Probleme.  Er habe Sodbrennen gehabt und er habe ziemlich viel geschnarcht. Er habe in der ersten Woche aufgehört zu schnarchen. Er sei nun morgens richtig wach geworden, was vorher nie der Fall gewesen sei und habe gleich einen klaren Kopf gehabt. Früher habe er eine Stunde gebraucht um wach zu werden.

Er habe 96 kg gewogen, bei einer Größe von 1,86 m.

Dann habe er im ersten Monat mit der neuen Diät 3,5 kg abgenommen. Dabei habe er davor ein ganzes Jahr eine zuckerfreie Diät gehabt und nicht abgenommen.

Er habe nun 7 Monate hintereinander jeden Monat 3,5 kg abgenommen. Er sei wieder auf das Gewicht gekommen, das er mit 26 gehabt habe. Seine Schuppenflechte sei verschwunden. Auch habe er Glaskörpertrübungen in seinem rechten Auge gehabt, die verschwunden seien. Er habe aber weiter Probleme mit Depressionen bzw. Gemütstörungen gehabt. Diese seien nach der Änderung der Diät sogar nicht mehr so zu regulieren gewesen wie vorher.  Es sei ihm physisch immer besser gegangen, aber psychisch habe er weiter zum Teil heftige Probleme gehabt.

Seine Tochter habe ihm dann geraten kein Grünzeug mehr zu essen. Er habe erst nicht gewollt. Er habe Gurken, Salat, Brokoli, Huhn und Rindfleisch gegessen und nun solle er nur noch Fleisch essen?  Sie habe gemeint er solle es einen Monat lang versuchen. Er habe es versucht.

Nach einer Woche seien seine morgendlichen psychischen Probleme um 25 % geringer gewesen. Nach zwei Wochen um 75 %.  Es sei ihm jeden Tag besser gegangen und es gehe im jetzt wahrscheinlich besser als jemals zuvor. Dabei habe er seit über einem Jahr keine Antidepressiva mehr genommen und er wiege nun 73,5 kg.  Seine Muskulatur nehme zu. Er treibe etwas Sport, aber nicht viel.  Er schlafe nun nachts 6 Stunden und sei dann gleich richtig wach. Wenn er Nickerchen von einer viertel Stunde halte sei er gleich wach, während er früher eine Stunde gebraucht habe, um richtig wach zu werden.

Das coolste aber sei, dass er seit seinem 25. Lebensjahr Parodontose (gum disease)  gehabt habe.  Er habe deswegen kleinere chirurgischen Eingriffe (seiner Beschreibung nach wohl geschlossene Parodontosbehandlungen ) über sich ergehen lassen, um die Parodontose in Schach zu halten. Nun aber sei sie verschwunden, wie ihm sein Zahnarzt bei der letzten Untersuchung erklärt habe. Er habe keine Entzündung des Zahnfleischs mehr. Die Zahnfleischentzündungen seien aber mit Herzkrankheiten assoziiert. Daraus sei zu folgern, dass systemisch Entzündungen durch diese Diät verschwinden.

Er habe über 22,5 kg abgenommen, es sei nicht mehr annähernd so hungrig wie er es zu sein pflegte. Sein Appetit sei wahrscheinlich um 70 % gesunken. Er habe keine Blutzuckerregulierungsprobleme bekommen, er benötige wesentlich weniger Schlaf und er wird morgens gut wach. Es hat keine Angstgefühle und keine Depressionen mehr. Er hat keine Schuppenflechte mehr. An den Seiten seiner Beine hatte er früher ein Taubheitsgefühl, was er jetzt nicht mehr hat.  Intellektuell ist er derzeit sicherlich in seiner bestmöglichen Form. Er ist körperlich stärker und kann besser schwimmen und seine Parodontose ist verschwunden.

Er nimmt keine Vitamine oder andere Nahrungsergänzungsmittel. Er isst nur Rindfleisch mit Salz und trinkt dazu Wasser.

Als der Interviewer meint, dass er viel Gemüse esse und keine Gesundheitsprobleme habe, antwortet Peterson, dass er niemandem seine Diät empfehle.  Aber auf seine Tourneen kämen viele, viele Menschen zu ihm, die sagen würden, dass sie den Blog seiner Tochter verfolgen würden und z.B. 45 kg abgenommen hätten, oder einer 90 kg in 6 Monaten, oder neulich eine 70 jährige Frau, die in einem Monat 6,8 kg abgenommen hätte.

Es sei etwas falsch mit unserer Ernährung. Wir würden viel zu viele Kohlenhydrate essen.  Aber, er sei kein Ernährungsexperte.

Was Peterson und auch seine Tochter bemerkt hätten ist, dass sie bis zu einem Monat ernste Probleme haben, wenn sie in bestimmter Richtung von der Diät abweichen. Z.B. hätte er durch Sulfide enthaltenden Apfelmost lange anhaltenden Probleme bekommen.

Peterson sagt er verstehe die Zusammenhänge nicht gut. Sie seien ihm mysteriös. Aber als seine Tochter klein war und Arthritis entwickelt habe, habe er die wissenschaftliche Literatur darüber durchsucht. Das einzig sichere Ergebnis sei gewesen, dass Arthritis bei Patienten, die fasten verschwinde. Aber wenn sie wieder essen würden käme die Arthritis zurück. Das lasse den Schluss zu, dass die Diät eine Rolle spiele, da unwahrscheinlich sei, dass die Patienten auf alle Nahrungsmittel gleich reagieren.  Aber es könnte sein, dass manche Patienten auf fast alles negativ reagieren. Zwischen “alles” und “fast alles” sei der Unterschied aber sehr groß.

Eine spekulative These für die nun relativ großen Probleme, die Peterson nun bei kleinen Abweichungen von seiner Diät hat, ist, dass Fett nicht nur als Energiespeicher, sondern auch als Puffer für toxische Nahrungsbestandteile diene. Da er  nun kaum noch Fett habe, fehle dieser Puffer. Diese Annahme sei aber wissenschaftlich nicht gesichert.

Wie wohl ein Blogbeitrag von Petersons Tochter zeigt, hat ein Arzt erfolgreich eine Diabetis vom Typ 1 mit einer Fleischdiät behandelt. Typ 1 ist die schon früh auftretende, tägliche Insulinspritzung erfordernde Diabetes, was den Erfolg der Diät besonders eindrucksvoll macht.

Peterson ist sich des anekdotischen Charakters seiner Erfahrung und auch anderer Berichte zu dieser Diät bewusst. Aber er sieht auch die grundsätzlichen Schwierigkeiten aller medizinischen Studien über Diäten, Nahrungsmittel und deren Wirkung.  Man kann z.B. keine wissenschaftlich wirklich zuverlässigen Studien über die Wirkung von Fleisch in der Ernährung durchführen, weil man unmöglich alle Faktoren kontrollieren kann. Leute die Fleisch essen, essen z.B. in der Regel auch noch viele andere Sachen. Aus den üblichen korrelierenden Studien über Ernährungsgewohnheiten könne man daher z.B. nicht auf die Wirkung der Fleischdiät schließen. Oder anders ausgedrückt, die üblichen Schlussfolgerungen der Ernährungsberater sind wissenschaftlich betrachtet auch nicht so gut gesichert wie allgemein angenommen und geglaubt wird.

Als es darum geht, ob Peterson mit dieser einseitigen Fleischdiät vielleicht nicht doch Mangelerscheinungen bekommen könnte, wendet er ein, dass es Beispiele für das Funktionieren dieser Diät geben: Die Eskimos. Die Diät der Massai wäre einigen  Modifikationen im Wesentlichen auch eine Fleischdiät. Zum Thema Massai-Diät findet sich einiges in deutscher Sprache per Google.

Auf Reisen nimmt Peterson Beef Jerky, ein amerikanisches Trockenfleisch mit und nutzt wenn möglich Unterkünfte, wo er kochen kann. Sein Beef Jerky macht er sich selber: Er hat einen Rindfleischdehydrierer und salzt das Fleisch lediglich.

Ob Peterson die Diät für immer fortsetzen möchte? Das möchte er nicht wirklich. Aber Änderungen wird er nur sehr, sehr, sehr, sehr vorsichtig vornehmen. Nächstens möchte er mit Pilzen experimentieren.

Sowohl Joe Rogan, der Interviewer, als auch Jordan Peterson halten es für selbstverständlich, dass diese Fleischdiät nicht für alle gut ist. Was für den einen gesund ist, kann für andere krank machend und schädlich sein. Jordan Peterson, seiner Frau und seiner Tochter hat diese Fleischdiät aber sehr geholfen. Die Tochter sei nun gesund und brauche und keine Medikamente, dabei habe sie viele zum Teil sehr heftige Medikamente wie Methotrexat, Enbel und Ritalin nehmen müssen, die zum Teil sehr negative Nebenwirkungen verursacht hätten.

Joe Rogans Interview mit Mikhaila Peterson

Hier ein Link auf ein am 30. August 2018 veröffentlichtes Interview mit der Tochter von Jordan Peterson, ebenfalls mit Joe Rogans als Interviewer:

Joe Rogan – Carnivore Diet Fixed Mikhaila Peterson’s Arthritis

Mikhaila Peterson erzählt in diesem Interview, wie sie mit Diäten experimentiert hat und wie sie allmählich zu ihrer heutigen Fleischdiät gefunden hat.

Der Blog Don’t Eat That von Mikhaila Peterson: mikhailapeterson.com

Weitere Interviews von Joe Rogan zur Fleischdiät

Fleischdiät auf bei Biohackers Lab

Eine Suche mit “biohackers lab carnivore diet” auf youtube führt zu einer Reihe von interessanten Interviews und Berichten von einem Selbstversuch.

Ich habe mir zunächst das Interview mit Kelly Hogan angesehen. Kelly Hogan war mit 117 kg sehr übergewichtig und sie hatte jede Menge Gesundheitsproblem. Sie berichtet, wie sie über Versuche mit verschiedenen Diäten schließlich zur Fleischdiät kam und damit dann gesund wurde, insgesamt 59 kg abgenommen und drei gesunde Kinder bekommen hat.

Auf Biohackerslab.com finden sich einige interessante Intverviews und Anleitungen zum Thema Fleischdiät:

Beeindruckt hat mich zunächst das Interview mit

All Meat Diet Plan (Carnivore Diet Starters Guide)

Carnivore Training System Review

Dr. Georgia Ede

Georgia Ede ist  Ärztin und Psychiater. Sie betreibt die Internetseite www.diagnosisdiet.com .  Georgia Ede ist vor allem interessant, weil sie Studien und  “Experten” mit wissenschaftlichen Argumenten demontiert, die behaupten, dass Fleisch der Gesundheit schade.  Aufmerksam geworden war ich durch ihren Vortrag Vortrag WHO Says Meat Causes Cancer? by Georgia Ede,

Ihr neuster Artikel, vom 5. September 2018,  Latest Low-Carb Study: All Politics, No Science demontiert die am 1. September 2018 veröffentlichte Studie Dietary carbohydrate intake and mortality: a prospective cohort study and meta-analysis und zeigt, das diese Studie, die Angst vor Fleischkonsum machen soll,  unwissenschaftlich ist und eher ein Beispiel für politisch korrekte Propaganda ist.

Eskimos und Wikinger auf Grönland

Jared Diamond beschreibt in einem Kapitel seines Buches  Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen die Besiedlung und das Ende der Besiedlung  Grönlands durch die Wikinger. Danach hatte ich in Erinnerung, dass die Wikinger u.a. durch die für die Landwirtschaft ungünstigen Folgen der kleinen Eiszeit zeitweise offenbar ziemlich extrem unter Hunger gelitten haben und aus Grönland verschwunden sind,  während die nur Fleisch und Fisch essenden Eskimos sich halten konnten. Auf  de.wikipedia.org/wiki/Grænlendingar habe ich dazu gerade auch noch den Wikipedia-Artikel zu den Wikingern auf Grönland gelesen. Die Realität ist auch hier wohl etwas komplex und nur teilweise bekannt. Vor allem haben die Wikinger auf Grönland sich demnach auch in den Zeiten, als ihre Landwirtschaft noch funktionierte hauptsächlich von Fleisch und tierischen Produkten ernährt. Getreide und Brot waren demnach auf Grönland Luxusgüter, die wenn überhaupt nur für besonders Wohlhabende verfügbar waren. Die Wikingersiedlungen bestanden aber etwa 500 Jahre. Der Verweis auf die Thule-Kultur, die die Wikinger verdrängt hat, oder von der die Wikinger, wie Jared Diamond meint, halt nicht genug gelernt haben, um zu überleben, führt zu de.wikipedia.org/wiki/Inuit-Kultur#Thule-Kultur_(1000_bis_1800). Nicht nur im Bezug auf die Ernährung interessantes Zitat aus diesem Artikel in die Inuit:

Diese Großfamilien setzten sich ihrerseits aus den eigentlichen, Großeltern, Eltern und Kinder umfassenden Familien zusammen. Eine derart solidargemeinschaftliche Gesellschaftsstruktur, die den einzelnen Familien autarkes Handeln zubilligte, trug in Zeiten verminderten Nahrungsangebots wesentlich dazu bei, die Überlebenschancen zu erhöhen. Sie versetzte die Inuit in die Lage, Land- und Meeressäugetiere, Vögel und Fische aller Größen zu erlegen – von der 20 Kilogramm schweren Robbe bis zum 50 Tonnen wiegenden Grönlandwal, vom Niederwild bis zum Eis- und Grizzlybären.

Die Jagdbeute lieferte eine ausgewogene Ernährung ……

Dagegen spielten pflanzliche Rohstoffe nur eine untergeordnete Rolle

Wir sehen und finden, was wir glauben

Bevor ich zur Darstellung der Fleischdiät im deutschen Fernsehen und in anderen deutschen Medien komme, erscheint es sinnvoll auf ein grundlegendes Problem der Wissenschaft und des Journalismus hinzuweisen: Wissenschaft und “Experten” sind NICHT so objektiv, wie viele glauben. Der Moralpsychologe Jonathan Haidt zeigt in seinem Buch The Righteous Mind: Why Good People are Divided by Politics and Religion nicht nur, warum Linke und Rechte vieles derart unterschiedlich sehen. Er zeigt vielmehr auch, dass die Ergebnisse und Auswertung von wissenschaftlichen Studien durch die persönlichen Überzeugungen und den Glauben der Wissenschaftler beeinflusst werden. Im Grunde versucht jeder, mehr oder weniger unbewusst zu sehen und zu beweisen, was er/sie glaubt und sehen möchte. In der Wissenschaft und auch beim Journalismus kann man z.B. durch die Art der Fragestellung die Ergebnisse beeinflussen. Wenn man das weiß, kann man versuchen, dieses Wahrnehmungsproblem zu berücksichtigen. Die Frage ist dann aber auch noch, warum jemand wozu motiviert ist. Journalisten und Wissenschaftler, die eine Familie zu versorgen oder auch nur einen gewissen Lebensstandard erhalten oder erreichen wollen, sind halt oft auch von “äußeren Umständen” abhängig, die ein Bekanntwerden bestimmter Wahrheiten verhindern möchten. Sie müssen berichten und “beweisen”, was politisch korrekt ist, und sie müssen lächerlich machen und abwerten, was ihren Auftraggebern nicht passt. Sie sind Söldner, nach dem Motto “wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe”.

Ein kluge, resiliente, krisenfeste und überlebensfähige Gesellschaft wird genügend Freiräume und Möglichkeiten schaffen und erhalten, um auch politisch unkorrekte Meinungen und Entdeckungen zuzulassen und neutral zu untersuchen und zu diskutieren und sie wird sich dann an den Fakten orientieren.

Die Fleischdiät in deutschen Fernsehen

Was gehen unsere Volkserzieher vom deutschen “Qualitätsfernsehen”,  mit diesem neuen, politisch völlig unkorrekten, so gar nicht zur links-grünen Ideologie passenden Trend um?

Seit 13. September 2019 gibt es dazu auf Pro7 einen Beitrag: www.prosieben.de/tv/galileo/videos/287-fleisch-diaet-kann-das-wirklich-gesund-sein-clip

Bemerkenswert ist, dass Pro7 verschweigt, dass dieser Shawn mit vollem Namen Dr. Shawn Baker heißt, von Beruf selbst Arzt ist und sich nach seiner Karriere als Chirurg und leitender Orthopäde bei der amerikanischen Luftwaffe, intensiv mit dem Thema Ernährung befasst hat. Insofern ist der Beitrag auf Pro7 auch ein Lehrstück für die “Qualität”, bzw. für die Informationsverkürzung und die Manipulationsversuche des deutschen Fernsehens im Sinne der politischen Korrektheit. Wie der Fall von Jordan Petersons durch die Fleischdiät offenbar geheilte Parodontitis zeigt, kann die Fleischdiät auch chronische Entzündungsprobleme beheben und damit im Gegensatz zur Meinung von Pro7/Galileo für das Herz-Kreislaufsystem durchaus vorteilhaft sein.

Dr. Shawn Baker – Webseiten und Interview

Zu dem im Beitrag von Pro7/Galileo vorgestellten “Shawn” hier etwas weitergehende Daten:

Seine Webseiten:

In der Beschreibung zu seinem voraussichtlich Ende Februar 2019 in den USA  erscheinendem Buch The Carnivore Diet heißt es auf Amazon.de u.a.:

Shawn Baker ist zeit seines Lebens ein Multisport-Spitzensportler. Er ist auch Doktor der Medizin und hat als Truppenarzt der amerikanischen Luftwaffe in Afghanistan gedient, wo er als Chirurg für Kriegsverletzungen und als Cheforthopäde eingesetzt war.  Sein Schwerpunkt in den letzten Jahren war die Nutzung der Ernährung als Werkzeug für die Gesundheit, Leistung und das allgemeine Wohlbefinden.

Interviews mit Dr. Shawn Baker über die Fleischdiät

Auf Youtube hat Shawn Baker einen eigenen Videokanal:   www.youtube.com/channel/UC5apkKkeZQXRSDbqSalG8CQ  mit  über 100 Videoclips.

Erschütternd und wichtig ist hier insbesondere auch seine Erklärung zu seiner Karriere und Approbation als Arzt:

Andere deutsche Internetquellen

Abgesehen vom oben erwähnten Fernsehclip fand ich insbesondere die folgenden beiden Quellen:

  • Auf DocCheck vom 16.8.2018:  Die „Fleisch-Diät“: Unsinn oder Well Done?  Für ein Ärzte-Portal ziemlich schwach. Das Resüme “wer sich vernünftig ernährt und regelmäßig ernährt braucht keine riskanten Experimente” ist gleich mehrfach unpassend. Die Beispiele der Petersons und anderer Anhänger der Fleischdiät zeigen doch gerade, dass “vernünftige Ernährung” eben durchaus auch eine reine Fleischdiät sein kann und dass manchmal nur mit riskanten Experimenten herausgefunden werden kann, was tatsächlich im aktuellen Fall eine vernünftige Ernährung ist. Die befragte Ernährungswissenschaftlerin bleibt allgemein und hat sich mit der Fleischdiät wohl nicht wirklich befasst. Schließlich hätte ich hier, auch den Hinweis erwartet, dass es durchaus historische Beispiele wie die Eskimos gibt, die zeigen, dass solche Fleischdiäten tatsächlich auch über lange Zeit funktionieren.
  • Auf http://www.homeopathy.at, von Dr. Helmut Retzek, vom 27. 7. 2018: Disruptive Innovation: Carnivorismus als Gesundheitsprinzip? Diesen Artikel fand ich ganz gut. Der Autor hat sich umfassend informiert und ist neuen Wegen und Entdeckungen gegenüber aufgeschlossen und versucht, diese und deren Hintergründe zu verstehen und zu erklären. Zum einen findet man hier auch eine deutsche Zusammenfassung eines Interviews mit Mikhaela Peterson und zum anderen werden auch mögliche Hintergründe für die Erfolge der Fleischdiät erklärt.

Sonstige englischsprachige Blogs und Webseiten

Eine gute Nachricht für das Klima, die Böden und das Gesundheitswesen

Die Fleischdiät scheint wirklich zu funktionieren und in vielen Fällen einen Versuch wert zu sein. Besonders interessant finde ich, dass damit sonst nur schwer oder nicht heilbare Autoimunkrankheiten sowie Schnarchen, Parodontose und Glaskörpertrübungen geheilt werden können (was auf keinen Fall bedeutet, dass eine Fleischdiät die einzig mögliche Therapie ist).  Autoimmunkrankheiten sind nicht nur Arthritis, sondern zumindest einige Formen von Asthma, schwere Parodontose bei Jugendlichen und  Kollagenosen.  Die Fleischdiät kann somit eine sehr hochwertige und zugleich ziemlich preiswerte Medizin sein.

Da man mit der Fleischdiät auch gut abnehmen kann, können damit viele durch Übergewicht verursachte Krankheiten vermieden oder geheilt werden.

Damit die Fleischdiät funktioniert und weder der Gesundheit noch der Umwelt schadet, sollte man sich aber Gedanken über die Methode und Qualität der Fleischproduktion machen.

Noch etwas unter dem Eindruck der riesigen gepflügten oder geeggten, oft staubender Getreidefelder, die ich Anfang September auf meiner Reise nach Lettland und Litauen und vorher auch in Deutschland gesehen habe, und auch unter dem Eindruck, was ich davor gerade über die die Zusammenhänge von Wasserhaushalt und Klimaerwärmung gelernt habe, sehe ich die Fleischdiät als große Chance zur Verbesserung der Böden und des Klimas.

Intensive, intelligent gemanagte Weidehaltung von Rinder und anderen Wiederkäuern habe ich in Deutschland und anderen Teilen Europas bisher noch nicht bewusst gesehen, obwohl ich danach gesucht habe.

Ich für meinen Teil würde so eine Diät nur machen wollen, wenn ich dafür Fleisch von Rindern bekommen kann, die ausschließlich mit Hilfe intelligent und adaptiv gemanagter Weidehaltung gefüttert wurden. Fleisch von mit Kraftfutter gefütterten Rindern würde ich für reine Fleischdiät nicht haben wollen. Ebenso würde ich kein Fleisch von Rindern wollen, die irgendwelche Medikamente bekommen haben.

Die Amerikaner nennen das Rindfleisch, das ich für eine solche Diät nur akzeptieren würde “Grass finished beef”.  Derart produziertes Rindfleisch ist in hohem Maße klimafreundlich und für die Entwicklung und Erhaltung der Bodenqualität vorteilhaft.

In diesem Zusammenhang wichtige Artikel auf freizahn.de sind z.B.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal den TED-Talk von Allan Savory mit deutschen Untertiteln einbinden:

Speziell zum Klima möchte ich hier auf den Artikel WASSER: DAS FEHLENDE PUZZLESTÜCK ZUR LÖSUNG DES KLIMAWANDELS? hinweisen. Weitere Informationen in Englischer Sprache finden sich insbesondere auf www.rainforclimate.com/en/science-behind  sowie in den Präsentation des australischen Mikrobiologen und Klimatologen Walter Jehne. Zu letzterem auf Youtube mit “Walter Jehne” suchen. Interessant ist hier dann vielleicht auch mein Artikel

Letzterer zeigt an einem praktischen Beispiel, wie mit Hilfe von Rindern auf einfache und sehr wirtschaftliche Weise die Wasserspeicherkapazität, die Sequestrierung von Kohlenstoff und die Artenvielfalt und zugleich auch die Fleischproduktion auf bisher meist nicht für möglich gehaltene Weise gesteigert werden kann.

Mit Hilfe von intelligent eingesetzten Rinderherden kann man jedenfalls die Landwirtschaft, einschließlich Getreideanbau, sehr viel klimafreundlicher und nachhaltiger machen als bisher.  Man kann damit die kleinen Wasserkreisläufe restaurieren, man kann damit die Klimaerwärmung stoppen, man kann damit die Menge und Qualität des verfügbaren Trinkwassers steigern und man kann damit sogar politische und militärische Konflikte verhindern oder dämpfen.

Fazit

Die offensichtlichen Erfolge und Vorteile der Fleischdiät, nicht nur zum Abnehmen, sondern auch als Mittel zur Heilung und Vorbeugung verschiedener, zum Teil sehr schwerer, beeinträchtigender Krankheiten, aber auch als Lifestyle, passen ideal zu den Vorteilen, die eine intelligente, gut gemanagte Haltung von Rindern und Schafen für das Klima hat.

Für diejenigen, die das alles für Unsinn halten, möchte ich zum Schluss auf meine Artikel  Sichtweisen und Paradigmenwechsel und Verfälschung der Wahrnehmung durch Gruppenzwang hinweisen.

Was ich selber mache

Nachdem ich mit dem Artikel soweit fertig war, habe ich mir auf Youtube den Vortrag GFE 2016 – Dr. Joseph Mercola “A Healthy Society” angehört, etwas dazu recherchiert und mir dann zunächst die Bücher Gesunde Fette – Der optimale Kraftstoff für Ihren Körper (Orginaltitel: Fat for Fuel) von Joseph Mercola und Böses Gemüse – Wie gesunde Nahrungsmittel uns krank machen. Lektine – die versteckte Gefahr im Essen  (Orginaltitel: The Plant Paradox) Steven R. Gundry bestellt. Mercola und Gundry sind beide sehr erfahrene Ärzte die, einen besonderen Schwerpunkt auf die Ernährung legen. Ich bin gespannt. In seinem Vortrag bei der GFE 2016 hatte Mercola auch drauf hingewiesen und einige Literatur präsentiert (( Tripping Over the Truth: How the Metabolic Theory of Cancer is Overturning One of Medicine’s Most Entrenched Paradigms von Travis Christofferson und Cancer as a Metabolic Disease: On the Origin, Management, and Prevention of Cancer von Thomas Seyfried.  Mit den Namen “Travis Christofferson” und “Thomas Seyfried” findet man auf Youtube einiges )) , wonach die Ursache von Krebs nicht, wie allgemein angenommen durch genetische Defekte, sondern als Folge von Stoffwechselproblemen entsteht. Ganz zu Anfang brachte er zudem ein Beispiel über die Ernährung von Kühen (er sprach schließlich vor Rinderhaltern): Gras fressende Kühe könnten 35 bis 40 Jahre alt werden. Mit Getreide gefütterte aber nur ca. 8 Jahre. Der zentrale physiologische Unterschied in der Ernährung:  Die nur Gras fressenden Rinder leben faktisch von einer sehr fettreichen Diät, da das Gras im Pansen durch Bakterien vor allem in Fette umgewandelt würde. In der Tat fressen Wiederkäuer nur auf den ersten Blick Pflanzen. Genauer betrachtet fressen sie Bakterien, die sie in ihrem Pansen mit Pflanzen füttern und züchten, und die sie dann in ihren anderen Mägen verspeisen.  Die mit Getreide gefütterten Rinder leben dagegen von einer sehr kohlenhydratreichen Diät. Wenn man länger leben und gesund bleiben wolle, solle man von den Kühen lernen und eine kohlenhydratarme, fettreiche Diät bevorzugen.

Eine reine Fleischdiät ist eine kohlenhydatfreie Diät – im Englischen wird sie daher oft auch als Zerocarb-Diet bezeichnet. Gesund bleibt oder wird man damit auch nur, wenn man genügend tierisches Fett isst, wie vor allem auch Kelly Hogan in ihrem Interview auf Biohackers-Lab.com erklärt.

Jedenfalls warte ich nun erst einmal auf die beiden oben erwähnten Bücher von Mercola und Gundry und sehe mir deren Argumentation und  Diätvorschläge an. Dann entscheide ich mich für eine Diät, wobei ich mir durchaus eine nur aus Fleisch, Fisch und Eiern bestehenden Diät vorstellen kann. Schon jetzt ist sehr sicher, dass mein bisher sehr niedriger Fleischkonsum sehr drastisch steigen wird, während mein bisher sehr hoher Konsum an Getreide und Getreideprodukten drastisch schrumpfen wird. Wegen des Klimas habe ich dabei ein sehr gutes Gewissen und das, weil ich mich gut informiert habe.

Kelberg, den 21. September 2018

Christoph Becker

Nachtrag 23.9.2019

Anfang Januar 2019 habe ich unter dem Titel Gesund abnehmen – auch ohne Sport und Hunger eine Fortsetzung und Erweiterung von Infos- und Gedanken zur Fleischdiät veröffentlicht.

Inzwischen habe u.a. auch das Buch “The Fat of the Land” von Vilhjalmur Stefansson,  vollständig gelesen und ich habe mir den größten Teil der Vorträge des Kurspaketes  Professional Training in LCHF/Ketogenic Nutrition & Treatment angehört und die zugehörigen Anlagen durchgelesen. Meine Vorräte an Müsli und Biobrotgetreide habe ich seit fast einem Jahr nicht mehr angerührt und werde sie wohl den Hühnern meines Bruders verfüttern.

Mein Verbrauch an Fleisch ist mit wahrscheinlich ca. 140  kg pro Jahr heute mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt, der bei nur 60 kg pro Person und Jahr liegt. Früher habe ich dagegen eher selten Fleisch gegessen. Mein Verbrauch an Eiern ist mit mehr als 1460 Stück pro Jahr mehr als 6 mal höher als der Bundesdurchschnitt von 235 Eiern pro Person und Jahr. Früher habe ich in einer Woche wohl eher weniger Eier gegessen als heute an einem Tag. Butter, Käse und Haselnüsse brauch ich wohl auch weit mehr als der Durchschnitt. Daber ist mein gesamter Verbrauch an Getreideprodukten heute in einem ganzen Jahr wohl geringer als früher in 3 Tagen bis maximal einer Woche.  Manchmal gehen wir halt doch noch auswärts essen und es gab im Sommer bei Ausflügen auch mal ein Eis oder ein Stück Kuchen. Aber diese Kohlenhydratexzesse früherer Jahre gibt es nicht mehr.

Bringt es was für die Gesundheit? Ich denke ja. Im Juli habe ich wegen der Bundeswehr bei einem Kardiologen ein Leistungs-EKG machen müssen. Dabei  war meine Kraft und Kondition wohl erstaunlich gut. Der Widerstand des Ergometers musste jedenfalls ziemlich weit hochgedreht werden, damit ich überhaupt ausreichend belastet wurde. Meine Frau war kürzlich bei ihrem Lungenfacharzt und der meinte ob sie eine Frischzellenkur gemacht hätte. Ihr Lungenleistung habe sich seit dem letzten Besuch vor einem Jahr auf 137 % verbessert.

Einige meiner Patienten, die das Prinzip der kohlenhydratharmen Ernährung verstanden haben, haben auch sehr gut abgenommen und fühlen sich besser.

 

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14 Gedanken zu „Infos und Gedanken zur Fleischdiät“

  1. Sehr interessanter Standpunkt und sehr konträr zum manipulativen Grundton vieler Medien. Mein Schwager hat kürzlich auf Anraten eines Arztes eine Fleischdiät gemacht und dadurch sein Gewicht spürbar reduziert. Auch gesundheitlich geht es ihm jetzt besser.

    Vom Standpunkt der herrschenden Ideologie aus gesehen, ist nur eine Reduktion des Fleischkonsums zulässig, Stichwort: menschengemachter Klimawandel. Das ist natürlich kompletter Blödsinn. Nur weil ein paar wohlstandsverwöhnte Westler meinen, mit einem Steak weniger das Klima zu retten, heißt das nicht, dass die übrigen Erdbewohner dem folgen werden.

    Falls die sogenannten Treibhausgase tatsächlich das Klima beeinflussen (daran gibt es nicht unerhebliche Zweifel), dann werden es weniger die Ausgasungen der Rinder sein, die hier die größte Rolle spielen. Die entscheidende Quelle für CO2 ist der menschliche Energieverbrauch. Hierin liegt aber auch gleichzeitig die Achillesferse unserer modernen Industriegesellschaft. Denn ohne eine stabile Energieversorgung wird dieses System nicht aufrecht zu erhalten sein.

    1. @ JM

      Zweifel an der Rolle des CO2 auf das Klima gibt es nicht…
      Kein seriöser Wissenschaftler bestreitet dies.
      Ich glaube auch nicht, dass das Thema CO2 der Hauptfokus in der öffentlichen Debatte darstellt.
      Meistens überwiegt der gesundheitliche und ethische Aspekt.
      Wenn Sie mal einen Vegetarier oder Veganer fragen, warum diese auf Fleisch verzichten wird meist die Massentierhaltung genannt.
      Ich kann dieses Argument auch sehr gut nachvollziehen, denn was da passiert ist jenseits von Gut und Böse.
      Sehe die Situation so aus, dass ein Hauptteil unseres Fleisches von einer nachhaltigeren Tierhaltung kommt, dann hätten wir diese Debatte wahrscheinlich gar nicht.

  2. Sehr geehrter Herr Becker!
    Ich verfolge Ihren Blog seit Jahren und habe viele wertvolle Denkanstöße daraus entnommen. Bezüglich Ernährung:
    Vielleicht kennen Sie diese Seite: https://edubily.de/blog/
    Meiner Ansicht nach der beste deutschsprachige Blog über Ernährung, mit einem stark naturwissenschaftlichen Touch.
    Liebe Grüße
    Heinz Schmalz

  3. Danke für den Beitrag. Klingt ein wenig danach das in den anderen Nahrungsmitteln irgendwas interagiert und auch nach Atkins Diät

    Hab vom Lebensmittelsektor so gut wie keine Ahnung. Da meine Umwelt mich in Sachen Nahrungsaufnahme aber sehr prosaisch als “verfressen und extrem robust” definiert hab ich mal nen Selbstversuch gestartet .Seit Freitag nur einen dicken Rinderbraten und sonst gar nichts. Kam in Sachen Hungergefühl auf das gleiche Ergebnis.

    Bei den allergischen Reaktionen vermute ich nen Zusammenhang zwischen Pflanzenfasern (die mMn. auch stark
    reizend wirken) und weglassen derselben.

    Obwohl ich mir in Sache Essen nie einen Kopf mache meide Brot “instinktiv”. Hab ich nie gemerkt bis ich mal besuch hatte dem Auffiel das keines im Haus ist. Irgendwas ist da heute drin was (mir) nicht gut tut.

    Ansonsten mach ich mir keinen Kopf. Wenn mir ein bestimmtes Nahrungsmittel in den Sinn kommt esse oder trinke ich es, wird schon seinen Grund haben.

    Btw: Kann mich noch an eine Situation erinnern wo ich aufwachte und den sehr starken Wunsch nach hartem Alkohol hatte (kam wirklich nur einmal vor). Bin dann zum nächsten Kiosk gelaufen, hab mir 2 Flachmänner 54% Rum gekauft und auf ex getrunken. Das hat mich vor einer schweren Lebensmittelvergiftung bewahrt. Der Körper weis was er will und braucht, man muss ihm/sich nur vertrauen und auf die Medien nichts geben.

  4. Servus,

    ich muss erstmal sagen, Respekt, mit welchen Themen Du dich auseinandersetzt! Ja die tierischen Fette haben es in sich. Ein Mitgeschöpf opfert man nicht nur zum “Broterwerb” sondern müßte einen höheren Sinn und Wert für uns Alle ergeben.

    Sauber aufgezogen (mit Milch nicht Austauscher) auch min. 3 Monate am Besten an der Mutter oder Amme oder auch am Eimer/Automaten. Da kommt der Einwand gleich, ja aber…..und auch mit Recht, die teure Milch verfüttern.
    Bist deppert oder was?
    Jein, aufgrund, das das Rindvieh (Milch und Fleisch) jener Produktionseinheit dermaßen kostenminimal erzeugt werden muss, sind wir in dem Dillemma, das wir aufgrund der Stückkosteneffizienz den “Weiterverarbeitern” ein Erzeugniss, das dieser weiter “veredelt” (pasteurisieren, homogenisieren, UHT usw.) anbieten müssen, der den tatsächlichen erzeugbaren Wert und Kosten/Nutzen nicht im geringst möglichem widerspiegelt. Einziger Nutzen für den “nachgelagerten” Bereich im humanen Gesundheitswesen.

    Boden im Arsch–>Zukaufsfuttermittel aus Absurdistan –> Vieher und Bauer bis zum Anschlag… und das soll gut gehen? Ja bei manchen schon, nur nicht bei jedem Betrieb xy.

    Die grasbetonte Fütterung liefert ein ganz anderes Produkt: kein Nahrungsmittel, sondern ein tatsächliches Lebensmittel, sei es das Milchfett oder das bruzzelnde Fett am Fleisch auf dem Grill…
    Im Detail dazu zwei Bücher:
    Zum Thema Milch gibt es ein recht gutes Buch von Judith Mudrak “Milch ist nicht gleich Milch” https://www.amazon.de/Milch-nicht-gleich-verschwiegene-revolution%C3%A4re/dp/1462897991/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1539888043&sr=8-1&keywords=milch+ist+nicht+gleich+milch Fakten und wissenschaftliche Untersuchungen der letzen hundert Jahre über grasbasierte Fütterung und Lebensmittel aus reiner Rohmilch.

    Beim Fleisch ist das Buch von Sally Fallon “Das Vermächtnis unserer Nahrung” zu empfehlen, das genauer auf den gesundheitlichen Wert eines vernünftig aufgezogenen Tieres eingeht und dieses auch belegt wird. Es ist ein politisch inkorrektes Kochbuch mit etlichen Rezepten.

    Die große Chance liegt darin, dass ein fast unendliches Potentzial in jedem Betrieb schlummert und dieses marktkonform noch aufbereitet werden könnte. Dies führt automatisch zur Libertärisierung unserer Landwirtschaft und eines unabhängigen und standhaften Bauerntums. Keine Förderung mehr, keine Bevormundung mit hirnrissigen Ge- und Verboten. Der Wert der Lebewesen, die hinter dem ganzen stecken, wird neu definiert werden müßen. Da wir im Moment noch glauben, zuviel Fette, zuviel Fleisch, zuviel vom zuviel ist zuviel um noch weniger zu verdienen, bleiben die wichtigsten “Produktionsfaktoren” auf der Strecke: Boden, Tier, Mensch und die Volksgesundheit des jeweiligen Landes.
    Die regenerative Landwirtschaft hat das Potential das entscheidende Bindeglied zwischen Bauer-Gemeinde-Mitbürger, da die Vorteile dermaßen überwiegen ( Bodengesundheit, Nährhumusaufbau, Wasserinfiltrationgeschwindigkeit und filterung, und Produkte, die zur preiswerten Lebenserhaltung für Alle beitragen). Den Wert des Einsatzes des Landwirtes vor Ort kann die Gemeinde mit den Vorteilen seiner Wirtschaftsweise ermitteln ( z.B. Zunahme Humusgehalt über https://www.carbocert.de/ und Verkauf von Humuszertifikaten, momentan schon betrieben mit Abdeckung der Landschaftspflege). Der Kunde über den tatsächlichen gesundheitlichen Wert des erzeugten Lebensmittels ( vielleicht hilft da mal die Blockchain als Erzeugernachweis und eine regelmäßige Beprobung der Milch nicht nur nach Fett (Welche Fettsäuren, Gehalt?, lange oder kurzkettige) und Eiweiß und das Fleisch (Fettsäuren, Vitamine, Spurenelemente, Schlachtungsstreß) nach EUROP. Braucht dann auch keine teure Biozertifizierung mehr….

    Ein ganz grobes Gedankenspiel (ohne Quellen und Gewähr)

    Die Einsparung im Gesundheitswesen ( z.B. Krebsrate, Neuerkrankung Bayern im Jahr 2014 –>64.875 Personen bei ca. 12,6 Mio. Einwohner in Bayern , könnten es ganz grob in meiner Ortschaft mit 10.000 Einwohner ungefähr 50 Menschen sein, könnte man davon die Hälfte das Leben verlängern und eine Chemo ersparen, wären es bei 2.000 ha ldw. genutzt im Gemeindebereich und der Annahme, dass eine Chemo einfach mal 20.000 € pro Fall kostet, könnten schon mal 250 €/ha nur für die gesundheitlich besseren landwirtschaftlichen Produkte veranschlagt werden, mit weniger Leid, Verwaltung und dem all unproduktiven drumherum) Kostenreduktion bei den landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Senkung der Erkrankungsrate der Bevölkerung vor Ort würde einen erheblichen Fachkräfteüberschuss aus den chemisch-petrol und der pharmazeutischen Unternehmungen generieren. Also Gesamtvolkswirtschaftlich gesehen einen Riesenhebel, was die Landwirtschaft in den Händen hätte. Den shareholdervalue würde dann uns allen zur Verfügung stehen und nicht ein paar wenigen.

    Die weiterverarbeitende Industrie hat auch einen erheblichen Anteil die Produkte zu verarbeiten. ( Im negativen Sinne, Superheumilch am Hof mit erheblichen Mehraufwand erzeugt und bei der Molkerei pasteurisiert und homogenisiert wird es als weißes Gift an den Verbraucher zum Nullgesundheitswert weitergegeben…Echt schade!)

    Also wir brauchen den ersten Zusammenschluss in einer Gemeinde von Landwirten, Gemeindeverwaltung, Handwerksbetriebe im Speziellen Metzger, Bäcker und Käsereien, Unternehmern vor Ort und Mitbürgern um den Stein ins Rollen zu bringen und auch verlässliche Zahlen für die Nachahmer zu generieren….

  5. Ich möchte darauf hinweisen dass hier ein Einzelfall als Beispiel für symptombesserung durch Verzicht ausführlichst beschrieben wird ohne im Ansatz zu ergründen wodurch die Beschwerden verursacht wurden. Im Grunde wird hier suggeriert, dass Fleisch das Wohl einzig verzehrbare Nahrungs oder Lebensmittel ist, das nicht krankmacht.
    Mehr Irreführung und “pro-Fleisch” geht nämlich nicht.

    Ich hoffe den Beitrag mit folgendem Anstoß in konstruktive, nützliche Richtung lenken zu können:

    Wenn eine Diät Heilung verschaffen soll muss doch von einer ernährungsbedingen Ursache überhaupt ausgegangen werden.
    Fleisch oder nicht Fleisch, dass ist nicht die Frage ;D Eine Frage könnte lauten: Welche Nahrungsmittel oder ernährungsform verursacht die Beschwerden?
    Ich möchte mich kurz fassen. Wir haben verlernt und wurden verblendet zu erfassen was gut tut. Es sind die fabrikatorisch veränderten Lebensmittel die zu Nahrungsmitteln gemacht werden um haltbar und somit profitabler zu sein. Bei der Vielzahl an Prozessen wird das grundlebensmittel allerdings inhaltlich “ausgedünnt” und soweit abgetötet dass Stoffe fehlen die der aktuellen Wissenschaft immernoch unbekannt sind.
    Da Krankheiten durch falsche Ernährung Jahrzehnte brauchen können bis deren Einfluss stark genug ist nach den Ursachen zu suchen (allerdings auch an nachfolgegenerationen vererbbar) und unsere gesundheitlichen Versorger selbst einer prinzipiell kurzweilig rentableren symptombehandlung zugeneigt( gesellschaftlich akzeptiert oder sogar gefordert), kommt die tatsächliche Ursache selten ins Gespräch.

    Und jetzt fehlt nurnoch der mit Abstand wichtigste Hinweis, ein literaturnachweis auf den ich mich beziehe.

    Dr. med. M. O. Bruker
    Unsere Nahrung unser Schicksal
    (Ursachen, Verhütung und Heilbarkeit ernährungsbedingter Zivilisationskrankheiten)
    emu Verlag

    Ich hoffe sehr damit zu etwas etwas Aufklärung unter uns menscheskindern beigetragen zu haben.
    die besten Wünsche
    Red

    1. @Andi
      Das Beispiel der Petersons in Sachen Fleischdiät ist kein Einzellfall-Beispiel.
      Etwas Recherche im Internet zeigt, dass es sehr viele sehr ähnliche Beispiele gibt. Außerdem gibt es eine ganze Reihe sehr beeindruckende historische Beispiele (u.a. Dschings Kahns Mongolen, die Massai und die Eskimos).
      Schließlich gibt es überzeugende physiologische und anatomische Argumente für die Fleischdiät ( Dr. Barry Groves / Homo Carnivorus: What We Are Designed to Eat / Carnivore Diet / Ketogenic Diet ( https://youtu.be/X2qdyKxU0YU ) ). Das einzige was wirklich gegen eine Fleischdiät spricht sind ökonomische Zwänge. Es ist nicht genug für alle da. Von daher ist es schon gut und nützlich, wenn einen Menge Leute eine Fleischdiät für Blödsinn halten, ablehnen und sich und ihrem Nachwuchs mit veganer oder vegetarischer Kost schaden.
      Mein eigener Fleischverbrauch ist heute in jeder einzelnen Woche höher als früher in einem Jahr. Wenn das alle machen würden, würde gutes Rindfleisch schnell extrem knapp und teuer. Anderseits sehe ich aber gute Möglichkeiten die Fleischproduktion massiv durch intelligentes Weidemanagement und eine Optimierung der Bodenmikrobiologie massiv zu steigern und dabei gleichzeitig die Klimaschutzziele ganz ohne CO2-Steuern und dergleichen zu erreichen und die sich heute ausbreitenden Wüsten zurück zu drängen und in ertragreiche Weidegründe zu verwandeln.
      Selber habe ich aus Kostengründen übrigens nicht auf eine reine Fleischdiät umgestellt, sondern nur auf eine “Steinzeitdiät”, bei der auch Fisch, Butter und vor allem jede Menge Eier verzehrt werden. Auch gibt es bei mir sogar weiterhin noch einige pflanzliche Nahrungsmitteln, nämlich Haselnüsse und öfters auch mal Oliven, sowie Kakao mit Milch und ein Kaffee/Zichorien-Gemisch mit Milch. Der Effekt der Diät ist verblüffend. Man nimmt ohne zu Hungern und Kalorienzählen ab UND, das ist das wichtigste, man ist einfach leistungsfähiger. Alleine wegen letzterem ist die Fleischdiät eine gut Investition. Vor allem für Frauen interessant ist, dass beim Abnehmen auch die Figur besser wird – was zumindest im englischen Sprachraum vielfach bestätigt wird.
      Das Thema Vollwertnahrung nach Dr. Bruker & Co hat sich für mich erledigt.

  6. Vielen Dank für diesen umfangreichen Artikel und die weiterführenden Links. Auch ein Jahr danach gibt es nichts dergleichen auf deutschen Internetseiten.
    Vor einem Jahr circa habe ich ebenfalls bei Joe Rogan erstmalig darüber gehört. Die Krankengeschichte von Mikaela Peterson ist schon sehr beeindruckend, da sie bereits im Kleinkindalter begann und Mikaela kaum etwas unversucht gelassen hat. Viele ANhänger der Carnivore Diät haben bereits vorher schon Paleo oder Ketogen gelebt und erst mit der Carnivoren Ernährungsweise den Durchbruch gehabt. Das hat mich letztlich auch animiert es zu versuchen. Bin nun seit einer Woche dabei. Meine Verdauungsprobleme haben sich schlagartig aufgelöst, meine Gelüste sind um 90% reduziert, meine Wassereinlagerungen sind weg, und dabei bin ich noch in der Anpassungsphase. Vor 20 Jahren wurde bei mir Crohn diagnostiziert und seit 3,5 Jahren lebe ich eigentlich ganz gut ohne Medikamente. Aber je mehr grüne Smoothies und Salate ich aß umso mehr Verdauungsprobleme hatte ich wieder.

    1. @Claire,
      ein weiterführender Artikel von mir zu diesem Thema ist http://www.freizahn.de/2019/01/gesund-abnehmen-auch-ohne-sport-und-hunger/ Inzwischen habe ich mit auch die meisten Vorträge aus dem dort verlinkten Kursprogramm nutrition-network.org/professional-training-in-lchf-keto-nutrition-and-treatment/ angesehen und das Buch von “The Fat of the Land” von Vilhjálmur Stefánsson (highsteaks.com/the-fat-of-the-land-not-by-bread-alone-vilhjalmur-stefansson.pdf ) habe ich vollständig gelesen. Beides, die Vorträge und das Buch sind sehr empfehlenswert. Interessant ist vielleicht auch http://www.freizahn.de/2019/03/ueber-rueckzuege/#8220verbloedung8221_durch_falsche_ernaehrung und, wegen der mit Blick auf eine Fleischdiät beunruhigenden Klimahysterie: http://www.freizahn.de/2019/06/die-angst-vor-dem-klimawandel-sinnvoll-nutzen/ und http://www.freizahn.de/2019/07/zum-thema-co2-und-klima/.

  7. “Man kann z.B. keine wissenschaftlich wirklich zuverlässigen Studien über die Wirkung von Fleisch in der Ernährung durchführen, weil man unmöglich alle Faktoren kontrollieren kann.”

    Dies gilt nicht nur für das Thema Ernährung.
    Ich wünschte viele Menschen würden zu diesem Schluss kommen.
    Unsere Welt ist komplex, und nichts aber auch wirklich nichts ist nur einseitig mit einer Variabel erklärbar.
    Allerdings machen Sie, Herr Becker, genau den gleichen Fehler.
    Bspw:

    “Wie der Fall von Jordan Petersons durch die Fleischdiät offenbar geheilte Parodontitis zeigt,”

    Einseitig die Heilung der Parodontose auf die Diät zu schieben ist stümperhaft.
    Problem sind die Erfahrungsberichte an sich…
    Ich kann Ihnen aus meiner Studienzeit von zwei Personen berichten, die ebenfalls sich (fast) aussschließlich nur von Fleisch ernährt haben.
    Person 1 ist weiblich und ist eine überzeugte Fleischesserin.
    Sie hat sich tatsächlich NUR von Fleisch ernährt.
    Die Frau ist fast schon zu dürr, immer gestresst und besitzt Anzeichen einer Depression.
    Person 2 ist männlich und ernährt sich auch fast nur von Fleisch (mit etwas Gemüse laut eigener Aussage) und hat (passend zu diesem Artikel) Parodontose.
    Beiläufig hatte er erwähnt, dass sich die Parodontose seit seiner Ernährungsumstellung verschlechtert hat.

    Erfahrungsberichte sind so ziemlich das Unzuverlässigste was es gibt.
    Wenn Sie Erfahrungsberichte finden, die Ihre Meinung unterstützt, kann ich ebenfalls Erfahrungsberichte finden, die Ihre Meinung zerpflügt.
    Und am Ende hat keiner von uns beiden Recht.
    Warum? Weil nichts davon belegbar ist…
    Herr Peterson hätte in der Zeit auch genauso gut anfangen können die Zähne richtig zu putzen. 😉
    Zusätzlich ist Paradontose nicht wirklich “heilbar”.
    Die Erreger bleiben in den Zahntaschen auch nach einer intensiven Behandlung am leben und können phasenweise wieder zurückkehren.

    Der Abschnitt “Eskimos und Wikinger auf Grönland” verwirrt mich, da Sie hier keinen Mehrgewinn an Informationen zu diesem Thema bringen.
    Im Grunde sagt dieser Abschnitt aus, dass die Eskimos deutlich angepasster waren als die Wikinger.
    Wollen Sie damit eine Verbindung herstellen zu einem gesunden oder “überlegenen” Fleischkonsum?
    Falls ja, dann ist dies einfach nur irreführend und teilweise auch falsch, da auch damals Inuitvölker sich nicht nur ausschließlich von Tieren ernährt haben.
    Sie hätten sich ein besseres Beispiel suchen sollen, denn es gab und gibt Wissenschaftler, die genauso neugierig waren wie Sie:

    Wilkins et al., 2008 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16277122?dopt=Abstract

    Die Studie untersuchte, den Zusammenhang von Omega3-Fettsäuren und CHD (Koronare Herzkrankheit).
    Hintergrund war die Tatsache, dass die Inuitvölker auffällig häufig an Herzkrankheiten leiden und sich viel von Fleisch und vorallem Fisch ernährten, die eine wesentliche Quelle von Omega3 Fettsäuren ist.
    Die Studie konnte nicht zeigen, dass ein hoher Anteil dieser Fettsäuren zu einer Verminderung der Krankheitsprävalenz führt oder eine symptomvermindernde Wirkung hat.
    In Diskussionen über diese Studie wird daher argumentiert, dass hoher Fleisch-/Fischkonsum sich nicht zwangsweise positiv oder negativ auf Herzkrankheiten auswirkt.
    Man diskutiert, ob nicht eher das Fehlen von genügend pflanzlichen Nahrungsträgern wie Obst und Gemüse ein Grund sein könnte für die auffällig hohe Prävalenz bei den Inuit.

    Ebbesson et al., 2005 https://www.researchgate.net/publication/5396110_Life_expectancy_in_the_Inuit-inhabited_areas_of_Canada_1989_to_2003

    Damals (vor dem Kontakt mit westlichen Kulturen) lebende Inuit hatten schätzungsweise eine Lebenserwartung von 35-48 Jahren.
    Die Studie wollte aussagekräftige Daten zur Lebenserwartungen von heute lebenden Inuits (in Kanada) machen und kamen zu dem Ergebnis, dass Regionen mit einem hohen Inuitanteil eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als im landesweiten Durschnitt.
    Bei Diskussionen um diese Studie wurde die natürliche Lebensweise (inkl. Ernährung) der Inuits als ein maßgeblicher Faktor diskutiert.

    Im Grunde hätten Sie diesen Abschnitt auch weglassen können, da Sie hier nichts beweisen und auch keinen wirklichen Bezug zum eigentlichen Thema herstellen.

    Zuletzt würde ich gerne noch auf den Abschnitt “Wir sehen und finden, was wir Glauben” eingehen.
    Hatten Sie das Glück bei Ihrer Diplomarbeit oder mit anderen Projekten tatsächlich ins Unbekannte zu forschen?
    Da ich in der Wissenschaft eine zeitlang gearbeitet hab, kann ich Ihnen sagen, dass Ihr Eindruck ziemlich falsch ist.
    Ich will damit nicht behaupten, dass Wissenschaft komplett frei von Korruption ist.
    Allerdings ist das eher die Seltenheit.

    1)
    Klar muss man in Zeiten von geringem Budget (da Bildung und Forschung heutzutage vom Staat keinen hohen Stellenwert mehr genießt) finanziell auch nach Drittgebern suchen.
    Das heißt aber nicht, dass man dadurch die eigene Seele verkauft…
    Und wenn es dem Geldgeber nicht passt, und er den Geldhahn zudrehen möchte, dann sucht man eine neue Geldquelle.

    2)
    Kommt nur einmal durch, dass man Daten gefälscht hat, ist der Ruf am Ende.
    Die wissenschaftliche Kariere ist damit Geschichte.
    Man geht daher ein hohes Risiko ein.

    3)
    Wenn man sich dazu entscheidet, Daten zu fälschen/zu schönen oder was auch immer, dann ist das keine Entscheidung, die man alleine fällt.
    Wissenschaftliche Arbeit ist heutzutage Teamarbeit und keine One-Man-Show.
    Sogar mit genügend krimineller Energie müsste man sein Team davon überzeugen, solche Schritte zu gehen.

    4) Auch wird häufig in wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Einfluss von “Bias” diskutiert.
    Teilweise gestaltet man die Hypothese auch so, um den Einfluss von eigener Meinung so gering wie möglich zu halten.
    Das heißt aber nicht, dass man nicht eine eigene Meinung haben darf, sondern dass man versucht diese in wissenschaftlichen Veröffentlichungen kritisch zu behandeln.
    Die eigene Meinung ist durchaus Motivation und manchmal erst der Grund, um überhaupt in eine Richtung zu forschen.
    Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten.
    Und viele Wissenschaftler können Ihnen berichten, wie häufig schon die eigene Sichtweise geändert werden musste, weil die Daten etwas anderes sagen 🙂

    Die Wissenschaft ist nicht so schlecht wie Sie das gerne darstellen möchten.
    Häufig werden auch wissenschaftliche Erkenntnisse falsch von den Medien dargestellt.
    Falsche Darstellungen werden wiederum von Politikern missbraucht um Meinungsmache zu machen.

    Um wieder auf das Thema zu kommen:

    “Was für den einen gesund ist, kann für andere krank machend und schädlich sein.”

    Am Ende wird es nie eine Blaupause für jedermann geben, wie man sich am besten ernährt, da jeder Mensch auf diesen Planeten einen individuellen Stoffwechsel hat.
    Die Wissenschaft ist sich aber ziemlich sicher, dass einseitige Ernährung, egal in welche Richtung, auf Dauer nicht gesund ist.
    Eine Ernährung mit Hauptfokus Fleisch kann genauso gesundheitsfördernd oder gesundheitsschädlich wirken, wie eine vegetarische.
    Das bedeutet, Fleisch soll ebenfalls zu der Ernährung dazugehören, wie Gemüse, Obst und ja, auch etwas Kohlenhydrate.
    Die Feinabstimmung ist dann jeder Person selber überlassen.

    1. @Marcio

      Einseitig die Heilung der Parodontose auf die Diät zu schieben ist stümperhaft.

      Sicher, aber so wie Jordan Peterson das geschildert hat dürfte es ähnlich wie bei mir offenbar auch eine Parodontitis mit einer Autoimmunkomponente sein. Das man Parodontitis NICHT ausschließlich mit einer Fleischdiät heilen kann glaube ich vorerst auch nicht, obwohl die Bücher “The Fat of the Land” von Vilhjalmur Stefansson und “Nutrition and Physical Degeneration: A Comparison of Primitive and Modern Diets and Their Effects” von Weston Price schon sehr nachdenklich stimmen und ich mir wünschte man würde diese Thema gewissenhaft untersuchen. Bei Jordan Peterson kann man jedenfalls schon annehmen, dass er eine ziemlich gute Mundhygiene hat und dass die Fleischdiät gegen Autoimmunproblem sehr wirksam ist, haben nicht nur die Jordan Peterson und seine Tocher, sondern sehr viele andere auch berichtet. Auch war Peterson ja schon seit er Mitte zwanzig war regelmäßig in Behandlung.
      Das eine Fleisch-/Fettdiät der Mutter kieferorthopädische Problem so gut wie vollständig vermeiden hilft ist sehr sicher. Absolut sicher ist auch, dass eine Fleisch-/Fettdiät Karies wohl tatsächlich 100 % sicher verhindert. Siehe das Kapitel “And Visit Your Dentist Twice a Year” in dem Buch von Stephanson. Bei Weston Price bin ich nicht ganz sicher, weil man damals vielleicht eher auf Karies und Zahnfehlstellungen geachtet hat und weil man vielleicht nicht so nach Paradontitis gesucht hat, wie man das heue tun würde. Der Fall von Jordan Peterson und die erwähnte Literatur wären meines Erachtens aber ein guter Grund der Sache nach zu gehen und systematisch zu untersuchen ob es Zusammenhänge zwischen dem Verlauf von Parodontitis und einer Umstellung auf eine Fleisch-/Fettdiät gibt.

      Zu der Studie von Ebbesson et al., 2005. Habe ich mir angesehen. Über Ernährung usw. findet sich darin nichts. Nur der Satz:

      Any or all of these
      factors, in addition to others such as lifestyle risk
      factors and environmental conditions, about which
      information was not available from death
      registrations, could be at least partly responsible for
      the lower life expectancy in the Inuit-inhabited areas.

      Mit anderen Worten, der Lebenstil könnte eine Ursache für die niedrige Lebenserwartung sein, aber man konnte bei der verwendeten Datenbasis nichts genaues dazu herausfinden.
      Ich habe aber irgendwo, ich glaube bei Berry Groves, gelesen, dass es in Sachen Gesundheit krasse Unterschiede zwischen den schon westlich ernährten und den noch traditionell ernährten Eskimos gab. Irgendwo anders habe ich gelesen, dass Depressionen und Selbstmord bei den heutigen Eskimos ein ernstes Problem sind, was zu der Studie passen würde. Das kann aber auch alles durch Alkohol, Kohlenhydrate und durch vielleicht auch für Eskimos schwer erträgliche soziale “Errungenschaften” unserer Zivilisation verursacht werden.

      Zum Thema “Wissenschaft” empfehle ich die Ausführungen über die “Wissenschaftler” des IPCC in https://www.theepochtimes.com/chapter-sixteen-the-communism-behind-environmentalism-part-i_2781173.html . Auch in den Kursen von Elaine Ingham finden sich einige krasse Beispiele für die Naivität und Irrtümer von, wie sie sagt, “supposed to be scientists” und auch über die manchmal wohl doch sehr bittere Realität universitärer Forschung, die sich auch im Team an den Wünschen ihrer Geldgeber orientieren muss.
      Eines der Stichwörter dazu ist die Geschichte von der per Genmanipulation zur Produktion von Alkohol befähigten Variante von Klebsiella planticola. Ein anderes Problem ist die Frage, warum die “Klimawissenschaftler” die Fähigkeit der Böden zur Sequestrierung von Kohlenstoff derart falsch eingeschätzt haben und warum z.B. die universitäre deutsche Agrarwissenschaft und die doch sicher auch wissenschaftlich für sehr viel Geld beratenen Ministerien und Bauernverbände wirklich entscheidende Entwicklungen nicht mitbekommen und damit die Politiker und Bevölkerung zu wirklich extrem teuren Fehlentscheidungen und Fehlinvestitionen veranlasst haben. Und warum hat eigentlich niemand BAYER vor dem Kauf von Monsanto gewarnt? Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass die Vorbesitzer von Monsanto, bzw. das Teile des amerikanischen Establishments, sehr gut wussten, dass die konventionelle Landwirtschaft und damit auch Monsanto keine Zukunft mehr haben. Die haben wohl Dumme mit sehr viel Geld gesucht und sind bei den Deutschen mit BAYER fündig geworden. Wo waren die deutschen Staatssekretäre und die deutschen Professoren, deren Aufgabe als Beamte und Staatsbürger es gewesen wäre den Vorstand von BAYER und die den Kauf finanzierenden Banken zu informieren und zu warnen? Warum hat keiner von denen der Bundesregierung erklärt, dass man das Pariser Klimaschutzabkommen doch eigentlich ganz locker und sehr kostengünstig, sogar bei gleichbleibenden CO2-Emissionen, einhalten kann, in dem man gewissen Informationsdefizite bei den Landwirten beseitigt und indem man die Agrarsubventionen so umgestaltet, dass das mit der Regeneration des Bodenlebens und der CO2-Squestrierung zügig etwas wird?
      Zur Diskussion über die “ausgewogenen Ernährung” haben vor allem Berry Groves, Tim Noaks auch Vilhjalmur Stefansson eigentlich genug geschrieben. Ich kann deren Bücher sehr empfehlen. Ich bin aber auch froh wenn viele kein oder weniger Fleisch essen, weil ich sonst mehr für meine Ernährung ausgeben müsste.
      Wie Stephanson anhand vieler historischer Berichte nachweist ist Pemmikan (eine Mischung aus tierischem Fett und zerkleinertem Dörrfleisch) eine vollwertige Nahrung. Menschen können offenbar Monate oder auch Jahrelang nur von Pemmikan und Wasser leben und dabei gesund bleiben und schwerste körperliche Arbeit leisten. Wie ein Versuch der kanadischen Steitkräfte im 2. Weltkrieg gezeigt hat kommt es allerdings wohl auch auf die Qualität oder vielleicht auch auf das Vorhandensein des zur Ernährung passenden Mikrobioms an.

      1. “Zu der Studie von Ebbesson et al., 2005. Habe ich mir angesehen. Über Ernährung usw. findet sich darin nichts. Nur der Satz: ”

        Diskussionsrunden gibt es auch außerhalb von Papern, da wird auch öfter mal über die Ernährung diskutiert 😉
        In solchen Diskussionsrunden ist auch öfter mal der Satz gefallen, den ich im Kommentar vorher geschrieben hab.

        “Ich habe aber irgendwo, ich glaube bei Berry Groves, gelesen, dass es in Sachen Gesundheit krasse Unterschiede zwischen den schon westlich ernährten und den noch traditionell ernährten Eskimos gab. Irgendwo anders habe […] ”

        Das zeigt auch wie kompliziert ein auf ersten Blick so einfaches Thema sein kann.
        Habe jetzt nicht spezifisch nach Groves gesucht, aber folgendes gefunden:

        Sefidbakht et al., 2015 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4890340/

        Im Grunde wurde in dieser Studie festgestellt, dass Diabetes Typ2 bei den Inuit auf dem Vormarsch ist. Dabei wird diskutiert, dass die Ernährung ein Faktor sein könnte, die in neuerer Zeit auch “westliche” Produkte beinhaltet (Kekse, Softdrinks, Zucker…).
        Ich weiß, dass ich vor Jahren mal eine Dokumentation gesehen habe, die das Leben von jungen Grönländern zeigte. Da wurde auch Ihre soziale Umgebung gefilmt und teilweise war es auffällig, wie viele übergewichtige Menschen dort zu sehen waren.
        Ich kann mir daher durchaus vorstellen, dass das Hinzufügen von westlichen Produkten in einem traditionellen Ernährungsplan zu gesundheitlichen Problemen fürhren kann.
        Allerdings sollte man generell nicht verallgemeinern.
        Und ja, psychologische und soziale Aspekte werden da auch eine Rolle spielen.
        Deswegen verwirrt mich auch, dass Sie die Eskimos überhaupt erwähnen. Denn ein Argumentationsbasis für eine reine Fleischdiät, bringt das Thema nicht, denn so gesund haben auch die damaligen Inuit nicht gelebt.

        Ich habe auch nie behauptet, dass Wissenschaft frei von Betrug und Meinungsmache ist. Nur finde ich es lustig, wie häufig so ein Bild in Diskussionen wie hier gemalt wird. Wenn Sie mir 10 Wissenschaftler nennen die Mist bauen stehen denen tausende Wissenschaftler gegenüber, die einen guten Job machen. Nur wird über die nicht annähernd so viel berichtet.
        Gerade bei Themen, die momentan stark polarisierend auf die Gesellschaft wirken neigen viele dazu so ein Bild zu zeichnen um die andere Seite zu denunzieren. Dabei verlieren beide Seiten, da dadurch nichts passiert.

        1. @Marcio,
          Je länger und intensiver Völker und letztlich auch Rassen Getreideanbau betrieben und damit von Kohlenhydraten gelebt haben, je widerstandsfähiger sind sie offensichtlich gegen die negativen gesundheitlichen Nebenwirkungen der Kohlenhydrate, zu denen vor allem Diabetes Typ 2 und Fettleibigkeit gehören. Die Bauern wissen übrigens seit mehr als 200 Jahren, dass man Schweine, die ja auch Allesfresser sind, am besten mit Kohlenhydraten, also mit Getreide und Kartoffeln, mästet.
          Die Eskimos deren Nahrung keine Kohlenhydrate und übrigens auch kein Salz enthielt, müssen den genetischen Auswahlprozess in Sache Kohlenhydrate, den die Europäer schon vor langer Zeit durchlaufen haben, jetzt nachholen, wenn sie unbedingt weniger Fleisch und Fett und mehr Kohlenhydrate essen wollen.
          Die europäisch stämmigen Völker sind allerdings an ihre heutige Nahrung auch nicht wirklich angepasst, wie die Zunahme der chronischen Krankheiten, einschließlich Diabetes und Alzheimer, und auch der Fettleibigkeit zeigt.
          Die Eskimos sind für mich nur ein Beispiel unter vielen, dass vorallem wegen dem Buch von Stephanson interessant ist. Das für mich mit Abstand wichtigste Beispiel sind die Mongolen Dschingis Kahns und vielleicht noch die Massai, weil es mir zuerst und vorallem um die Frage geht, wie man in Kriegs- und Notzeiten die körperliche und geistige Fitness der Krieger und Jäger – und damit auch die Überlebenschancen der eigenen Gruppe maximieren kann. Die naheliegende Schlussfolgerung aus der überlegenen Qualität einer auf frischem Fleisch und Fett beruhenden Ernährung ist übrigens furchbar. In Schweden wurde neulich sogar schon laut darüber nachgedacht Menschenfleisch auch als Nahrungsmittel für Menschen zu sehen (mal mit “schweden menschenfleisch” googeln und staunen). Wenn man dazu bedenkt, dass eine Abtreibung, wegen der größeren Zahl der vernichtenden Lebensjahre, noch verwerflicher ist als als gewöhnlicher Mord, aber das sie inzwischen trotzdem legalisiert und gesellschaftlich akzeptabel geworden ist, und wenn man bedenkt dass heute auch Organspenden als normal und förderungswürdig angesehen werden, …..
          Nun, die grauenhaften Folgen bei einer Hungersnot kann sich jeder selber ausmalen. Ich sehe das vorallem wider mal ein Argument für eine Reform der Landwirtschaft und für das Anlegen von Nahrungsmittelreserven, wofür sich dann wiederum Pemmikan wegen seiner Vollwertigkeit,seiner Energiekonzentratioin und seiner leichten und langen Lagerfähigkeit besonders anbieten würde.

          Zum zunehmend schlechter werdenden Image der “Wissenschaft” tragen sicher in erster Linie die Geisteswissenschaften, die Gesellschaftswissenschaften und die Wirtschaftswissenschaften bei, weil sie nachprüfbar groben Unfug als “Wissenschaft” verbreiten.
          Aber auch in anderen Bereichen gibt es das Problem, dass “Wissenschaft” und “Wissenschaftler” zunehmend durchaus zurecht verachtet und nicht mehr ernst genommen werden. Das Problem ist allerdings nicht neu. Das Lied “Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Marmelade Fett enthält”, die wissenschaftliche und auch die theologischen Begründung die die Wissenschaft seinerzeit den Nazis und den Kommunisten geliefert hat, und auch schon die Francis Bacon zugeschriebene Anekdote über den Streit wegen der Frage wieviel Zähne ein Pferd hat ( http://www.lockhaven.edu/~dsimanek/horse.htm) zeigen, dass “die Wissenschaft” nicht die heilige, kluge Institution ist, als die z.B. Greta Tumberg und viele Klimaaktivisten und Kommunisten sie begreifen.
          Das man anderseits trotzdem eine seriöse, funktionierende Wissenschaft benötigt ist selbstverständlich.
          Die Entwicklung zur zunehmenden Demontage der Glaubwürdigkeit der Wissenschaft hat John Michael Greer schon vor ein paar Jahren beschrieben und als Gefahr gesehen, wobei er unsere Gesellschaft aber sowieso auf dem Weg in ein dunkles Zeitalter sieht ( http://www.freizahn.de/2017/02/in-der-folge-der-industriellen-zivilisation/ ). Eines der Kapitel des dort vorbestellten Buches hat den Titel “Der Selbstmord der Wissenschaften”.
          Greer sieht unsere wichtigste Aufgabe darin möglichst viel von dem schon sehr wertvollen Wissen unserer Zivilisation für später Zeiten und Zivilisationen zu erhalten. Das sehe ich auch so, und ich hoffe ein klein Wenig dazu betragen zu können.

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