Die Besorgnis der Mainstreammedien über Steve Bannon

Inzwischen ist man auch in den Mainstreammedien darauf aufmerksam geworden, daß zum Weltbild von Steve Bannon, dem Strategiechef von US-Präsident Donald Trump, eben auch die Generationstheorie aus dem Buch The Fourth Turning: What the Cycles of History Tell Us About America’s Next Rendezvous with De­s‍tiny von William Strauß und Neil Howe gehört.

Ich hatte darauf schon in meinem Artikel Unkonventionelle Kommentare zur Wahl Donald Trumps – Generationsdynamik aufmerksam gemacht. In letzter Zeit ist zu diesem Aspekt von Steve Bannon unter anderem am 6.2.2017 in der FAZ  der Artikel Trumps Chefstratege – Die dunkle Seite der Macht erschienen.

John Xenakis hatte in seinem Blogbeitrag vom 9.2.2017 unter der Überschrift Mainstream media frets over Steve Bannon, the Fourth Turning, and Donald Trump auf entsprechende Artikel in amerikanischen Medien aufmerksam gemacht und dazu einen Kommentar geschrieben, den ich im folgenden übersetzen möchte. Xenakis hatte auch in Bannons Film Generation Zero mitgewirkt.

Mainstream Medien besorgt über Steve Bannon, The Fourth Turning und Donald Trump

Es ist überflüssig zu sagen daß ich [Anm. d. Ü: John Xenakis] fasziniert bin von dem plötzlichen Interesse der Mainstream Medien über Steve Bannon und The Fourth Turning. Ein Artikel über Steve Bannon in Time erwähnte The Fourth Turning.

Ein wichtigerer Artikel erschien diese Woche in der Form eines analytischen Artikels von Linette Lopez in Busineß Insider. Unglücklicherweise hat sie keine Ahnung davon worüber sie spricht und weiß absolut nichts über die Generationstheorie, obwohl sie denkt sie hätte es.

Ihre These ist das Steve Bannon diese Theorie benutzen möchte um einen Weltkrieg herbeizuführen. Das ist verrückt. Was die Generationstheorie tut, ist vorherzusagen daß ein Weltkrieg kommt, ob uns das paßt oder nicht, und uns nahelegt uns darauf vorzubereiten.

The Fourth Turning war das grundlegende Werk über der Generationstheorie. Es war eine brillante Arbeit als es von Neil Howe  und William Stauß  in den frühen neunziger Jahren geschrieben wurde, aber sie wendeten  sie nur auf die englische und amerikanische Geschichte seit der Zeit um 1400 an und ihrer Arbeit ist ziemlich veraltet.

2003 übernahm ich die weitere Entwicklung der Generationstheorie, korrigierte einige frühe Fehler, und erweiterte sie auf alle Länder und Orte zu allen  Zeiten der Geschichte. Ich startete die Internetseite http://GenerationalDynamics.com , die eine Plattform der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Generationstheorie gewesen ist. Es gibt  auf dieser Webseite nun fast 4000 Artikel die hunderte Analysen und Vorhersagen beinhalten, alle sind wahr geworden oder haben die Tendenz war zu werden. Nicht eine hat sich als falsch erwiesen. Keine Internetseite, Analytiker, Journalist oder Politiker hat auch nur annähernd den analytischen und vorhersagenden Erfolg vonGenerationalDynamics.com .

Es ist wahr daß die Generationstheorie einen Weltkrieg vorher sagt. Aber es  macht keinen Unterschied ob   Donald Trump oder Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl gewonnen haben, weil kein Politiker  einen Weltkrieg weder verursachen noch verhindern kann.

Wie auch immer, um eine Analogie zu verwenden, wenn sie mit einem Schiff  auf See durch einen Sturm fahren, dann kann der Kapitän weder einen Sturm verursachen noch verhindern, aber wenn ein Sturm kommt, dann kann der eine Kapitän  beim Führen des Schiffes durch den Sturm einen besseren Job machen als ein anderer. Es wäre verrückt wenn der Schiffskapitän weiß, daß ein Sturm kommt aber es voll­s‍tändig ignoriert und keinerlei Vorbereitungen trifft.

 mein persönlicher Glauben ist, daß Amerika am be­s‍ten durch den kommenden Sturm von einem Präsident geführt wird der den Vorteil hat die Generationsdynamik zu ver­s‍tehen, weil das die einzige Methodologie ist die beschreibt was tatsächlich auf der Welt vor sich geht.

Daher ist der Grund daß Linette Lopez sich voll­s‍tändig irrt der, daß  sie  über keinerlei Ver­s‍tändnis  der Generationstheorie  verfügt. Sie hat keine Ahnung. Lopez Würde einem Schiffskapitän raten sich nicht auf einen Sturm vorzubereiten, selbst wenn die Wettervorhersage sagt das ein Sturm kommt. Sie denkt wir sollten einfach alle Pollyannas  sein  und beteuern das niemals etwas  SchlimmeL Linette Lopez  empfiehlt den Weg in ein totales Desa­s‍ter.

Ironischerweise hat Neil Howe  seine eigene Fourth Turning Theorie  fast voll­s‍tändig aufgegeben und unter­s‍tützt nun Ansichten die der von Linette Lopez  ähnlich sind.  Dies erklärt sich durch die Tatsache daß Howe die Demokraten unter­s‍tützt und   daher verpflichtet ist allem von Donald Trump zu widersprechen, selbst wenn es seine eigene Fourth Turning  Theorie ist. Dies ist nur eine der bizarren Drehungen die in unserer heutigen Welt üblich sind.

Die Generationsdynamik sagt das ein Weltkrieg kommt und daß kein Politiker ihn verursachen oder verhindern kann. Aber was Politiker tun können ist darauf vorzubereiten, und das ist es wovon wir hoffen können daß Steve Bannon  und Donald Trump es tun,  zum Vorteil von uns allen.

Warum könnte Generationstheorie Sinn machen?

Es werden innerhalb von Völkern bzw. Staaten Generationen betrachtet. Die Eindrücke von Großereignissen wie Kriege, Bürgerkriege, Wirtschaftszusammenbrüche, Hungersnöte und große Naturkatastrophen sind dann in der Tat für die Masse einer Generation ähnlich und ähnlich weit weg. Typische Reaktionen Generationen der Eltern und Großeltern ebenfalls ähnlich. Dasselbe gilt für die allgemeine Verfügbarkeit von Ressourcen.

Insofern ist die Vor­s‍tellung, daß ganze Generationen eines Volkes “typisch” in dem Sinne reagieren, wie Jahreszeiten den Verlauf eines Jahres prägen keineswegs abwegig, vor allem wenn man dabei bedenkt, daß die Jahreszeiten sich über die Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte keinesfalls perfekt sondern immer nur ungefähr gleichen. Die Jahreszeiten werden dabei auch von Zufällen und Extremereignissen ebenso wie von mehr oder weniger zyklischen, längerfri­s‍tigen Klimaveränderungen beeinflußt.

Vor vielen Jahren, bevor ich von dieser Generationstheorie gelesen hatte, habe ich in Henry Kissingers Buch Großmacht Diplomatie. Von der Staatskunst Castlereaghs und Metternichs die denkwürdige Fest­s‍tellung zum Ergebnis der Politik Castlereaghs und Metternichs gelesen,  daß die von diesen ausgehandelte Friedensordnung Europa bis auf kleine Zwischenfälle einen fast 100 Jährigen, von der Schlacht bei Waterloo im am 18. Juni 1815 bis zum Beginn des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 dauernden Frieden beschert habe. Der Frieden sei so stabil und dauerhaft gewesen, daß die Menschen das Gefühl für das Tragische verloren hätten, wodurch gerade auch diese Stabilität des Friedens eine der Ursachen für den 1. Weltkrieg geworden sei.

Die Argumentation der Generationstheorie ist ähnlich. Die Generation die einen wirklich exi­s‍tenzbedrohenden, totalen Krieg miterlebt habt tut über die Grenzen hinweg alles um eine Wiederholung zu verhindern. Irgendwann treten dann aber die letzten Krieg­s‍teilnehmer ab und die Menschen halten  – wie heute wieder in Europa – einen Krieg für ausgeschlossen, extrem unwahrscheinlich oder auch für durchaus führbar.

Daß dies heute im gesamten We­s‍ten so ist zeigt z.B.  Martin van Crevelds im Sommer 2016 erschiene Buch Pussycats: Why the Rest Keeps Beating the West von Martin van Crefeld. Van Crefeld hatte als er wohl noch an diesem Buch schrieb einen Artikel in der Jungen Freiheit, wo er auf einen Teilaspekt einging. Siehe dazu meinen Blogbeitrag Nur noch Schmusekatzen.

Zu diesem zunehmenden Leichtsinn der “Eliten” und auch der Bevölkerung siehe auch den Offenen Brief offenen Brief amerikanischer Sicherheitsexperten an Präsident Obama, vom Mai 2015 erinnern,  in dem diese darauf hingewiesen hatten daß und wie die USA weiterhin durch das EMP Risiko bedroht sind. Zu den Unterzeichnern gehörte auch der ehemalige Abgeordnete Roscoe Bartlett, dem ich den er­s‍ten Beitrag meines Blogs gewidmet hatte: Der Abgeordnete der vom Netz ging. Bartlett war auch die treibende Kraft für die Einsetzung der EMP-Kommission und damit auch für deren Berichte und für einige weitere Warnungen und Dokumentationen zu denen sich Links in Weitere Literatur zum Thema EMP finden. Obwohl Bartlett ein Rechter war, hat er auch sehr früh das Thema Peak Oil aufgegriffen und dazu viele Male sehr beharrlich eine etwas ein­s‍tündige, auch heute noch sehr hörenswerte Rede vor dem Kongreß (Congreßman Roscoe Bartlett on Peak Oil) gehalten. Siehe auch CSPAN zu Roscoe Bartlett.

Bartlett hat an einer Stelle auch von einer Reise nach China berichtet, von der er den Eindruck mitgebracht habe, daß die Chinesen im Bezug auf die Zukunft völlig anderes planen und denken als die Amerikaner. Die Chinesen würden 100 Jahre vorausdenken und nicht wenige Monate oder Jahre. Er hat ferner darauf hingewiesen, daß China eine mächtige Hochseeflotte aufbaut und daß der Tag kommen werde, an dem China sagen wird, “Sorry, das Öl ist für uns”.

Faktisch zeigen die Einsichten und Reden von Roscoe Bartlett das Steve Bannon und John Xenakis mit hoher Wahrscheinlichkeit recht haben mit ihrer Einschätzung, daß ein 3. Weltkrieg unvermeidbar ist.

Zum Thema Öl fand ich in dem Wochenrückblick von www.limit­s‍togrowth.de für die Woche vom 17.1.2017 eine sehr bemerkenswerte neue Studie der HSCB-Bank: http://www.alternet.org/environment/economic-oil-crash-around-corner und hier der Link auf den Orginaltext: https://drive.google.com/file/d/0B9wSgViWVAfzUEgzMlBfR3UxNDg/view

Die wesentliche Aussage ist, daß der progno­s‍tizierte globale Ölverbrauch bis 2040 weiter steigen wird, während die neu gefundenen und erschlossenen Ölfelder immer kleiner werden und deren Liefermenge immer schneller abnimmt. Produktivitätsgewinne die man bei der Ölförderung in den letzten Jahren gemacht habe, und die viel gebracht hätten, bringen immer weniger und bieten daher keine Hoffnung. Dazu kommt ein, wegen der gesunkenen Ölpreise, sehr starker Rückgang der Inve­s‍tition in die Suche und Erschließung von neuen Ölfeldern in den letzten Jahren. Die Studie geht, soweit ich sie gelesen habe, nicht auf den steigenden Energieverbrauch der Ölproduktion selbst ein.

Krieg macht Sinn und der wird geführt werden, wenn der Preis der Fortsetzung des Friedens für eine Seite höher erscheint als der Preis eines Krieges. China braucht weder Europa noch die USA als Handelspartner. China hat mehr als genug Leute im Eigenen Land, die gerne mehr Wohl­s‍tand haben möchten und die die Regierung unter Druck setzen werden wenn sie nicht mehr Wohl­s‍tand bekommen. Europa und die USA waren für China als Quelle von Know How sicher sehr wichtig, aber die Zeit dürfte im wesentlichen vorbei sein. Es geht in Zukunft wohl eher um Roh­s‍toffe. Europa und die USA verbrauchen Roh­s‍toffe und bela­s‍ten auch die Umwelt. Wenn die Zivilisation in Europa und den USA mit erträglichem Aufwand abgeschaltet oder die Wirtschaft dort zum Zusammenbruch gebracht werden kann, bleiben insbesondere auch für China und die Befriedigung der Ansprüche und Träume seiner Bevölkerung mehr Roh­s‍toffe und mehr Umwelt. Dazu kommt, daß auch die Bevölkerung in China das Gefühl für die mögliche Tragik eines großen Krieges verloren haben dürfte.

Ich bin mir nicht sicher, ob Donald Trump und seinem Strategieberater Steve Bannon  klar ist, daß die  westlichen Industriegesellschaften wohl unweigerlich im Ab­s‍tieg begriffen sind und sich unaufhaltsam auf dem Weg in eine dunkles Zeitalter befinden. Für die Wirtschaftsprogramme von Donald Trump werden genauso die Ressourcen fehlen wie für den Erhalt des deutschen Sozial­s‍taates für einen dauerhaften den Erfolg der idiotische Asyl- und Zuwanderungspolitik Deutschlands und Europas. ABER, Donald Trump und sein Strategiechef Steve Bannon dürften trotzdem die mit sehr weitem Ab­s‍tand be­s‍te Wahl mit Blick auf das Kriegsrisiko sein. Mir hat die Wahl Donald Trumps und seine Ernennung von Steve Bannon jedenfalls Hoffnung im Bezug auf die Zukunft Europas gemacht. Nicht daß ich nun glaube, daß die Zukunft besonders rosig wird. Die Zukunft wird sicher ziemlich hart, aber Dank der Wahl Donald Trumps und der Ernennung von Steve Bannon zu seinem Strategiechef  kann das Schlimm­s‍te vielleicht doch verhindert werden.

Wegen Donald Trump und Steve Bannon sehe ich den Frieden jedenfalls sehr viel weniger gefährdet als durch Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Martin Schulz, Claude Junker usw..

Trump und Bannon werden alleine schon wegen des Risikos eines vermutlich schon in den er­s‍ten Minuten eines 3. Weltkrieges erfolgenden Angriffs auf die elektrische und elektronische Infrastruktur der USA und der anderen westlichen Industrie­s‍taaten sicher keinen Krieg anfangen wollen. Eine Zer­s‍törung der elektrischen und elektronischen Infrastruktur, wie er z.B. per EMP-Angriff mit geringem Aufwand möglich ist, würde die Wirtschaft in den USA und in Europa nachhaltig zer­s‍tören und voraussichtlich mehr als 9 von 10 Bewohner innerhalb weniger Monate durch Hunger, Krankheit und Gewalt töten. Es scheint das der We­s‍ten diesbezüglich sehr viel verwundbarer ist als Rußland und China.

Was von Trump und Bannon aber zu erwarten ist, ist daß sie die Gefahr eines Weltkrieges sehen und zumindest die Verteidigungsfähigkeit der USA und die amerikanische Bündnispolitik vor diesem Hintergrund optimieren.

Kelberg, den 12.2.2017

Chri­s‍toph Becker

 

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