Hat Frau Clinton wirklich mehr legale Stimmen als Donald Trump?

Auch in deutschen “Qualitätsmedien” war zu lesen, dass Frau Clinton mehr Wählerstimmen bekommen habe als Donald Trump und dass Trump lediglich mehr Wahlmännerstimmen bekommen habe. Wie ist das möglich und ist das auch wirklich wahr?Grundsätzlich kann ein Präsidentschaftskandidat in den USA nach Wahlerstimmen gewinnen und nach Wahlmännerstimmen verlieren. Hier ein Beispiel wie das möglich ist:

  1. In den bevölkerungsreichsten Staaten, wie z.B. Kalifornien und New York, erhält ein Kandidat  sehr große Mehrheiten, von z.B. 70 Prozent.  Die Zahl der Wahlmänner die ein Staat für die Präsidentenwahl stellt hängt zwar von der relativen Bevölkerungsgröße eines Bundesstaates ab, aber sie ist unabhängig davon wie viele Stimmen in Kandidat in diesem Staat bekommt.  Der Bewerber der in dem jeweiligen Staat die meisten Stimmen bekommt, bekommt alle  Wahlmännerstimmen und  der Verlierer bekommt keine einzige Stimme.
  2. Die Präsidentschaftskandidaten werden sich, weil sie das Wahlsystem kennen, auf die sogenannten Swing-States konzentrieren. Das sind die Staaten in denen die  Wahl nach  Erfahrung und Umfragewerten knapp ausgehen wird.
  3. Potentielle Wähler eines in einem Staat voraussichtlich haushoch verlierenden Kandidaten werden sie möglicherweise die Mühe der Wahl sparen und zu hause bleiben.

Wenn ein Kandidat in vielen Bundesstaaten nur sehr knapp gewinnt, aber dennoch systembedingt jeweils alle Wählmännerstimmen erhält,  während   der  unterlegene Kandidat in einigen bevölkerungsreichen Staaten mit sehr großer Mehrheit gewinnt, dann ist es gut möglich, dass in Kandidat nach Wahlmännern die Wahl gewinnt und  Präsident wird, während er oder sie bezogen auf die Zahl der in den USA insgesamt abgegebenen Stimmen verloren hat.

Tatsächlich hat es solche Fälle in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Durchaus üblich ist auch das Geschrei und Theater der Verlierer, dass man auch nach der Wahl Donald Trumps beobachten konnte. John M. Greer erklärt dies und bringt dazu Beispiele in seinem Artikel When the Shouting Stops vom 16. November 2016. Besonders an den Protesten nach der Wahl Donald Trumps war seiner Meinung nur, dass Frau Clinton eben auch für die Zivilreligion des Fortschritts seht und das die fanatischen Anhänger dieser Zivilreligion sich nun mit der harten Wirklichkeit konfrontiert sehen, dass die Geschichte eben nicht einfach immer weiter so fortschreitet wie sie sich das vorstellen und wünschen.

Im Fall der Präsidentenwahl 2016 ist aber auch zu bedenken, dass diese extrem unfair war und dass es auch eine ganze Reihe von Berichten über Wahlfälschungen und Manipulationen gegeben hat.

Hier einige Beispiele:

Die politische neutrale, sehr um    objektive Lagebilder bemühte  Internetseite www.peakprosperity.com hat schon am 29. Mai 2016 ein Interview mit dem Titel: Brad Friedman: Why To Be Suspicious Of Every Election – Electronic voting machines have opened up Pandora’s box  (dt.: Brad  Friedman: Warum  man bei  jeder Wahl   mistrauisch sein sollte – Elektronische Wahlmaschinen haben die Büchse der Pandora geöffnet)

Danach kann man sich auf  die Wahlergebnissen in den USA tatsächlich nicht mehr verlassen und man muss mit Wahlfälschungen rechnen.

John M. Greer schreibt in seinem Kommentar Reflections on a Demcracy in Crisis am 9.11. 2016:

Maryland hatte einige Zeit ein elektronisches Wahlsystem, aber sie waren so gescheit wieder zur Wahl mit Wahlurnen und mit Wahlzetteln aus Papier zurück zu kehren, daher bin ich ziemlich sicher, dass meine Stimmen so gezählt wurden, wie ich sie abgegeben habe.

Mit “sealed ballot boxes found in ohio warehouse” findet google z.B. den folgenden Artikel:   http://www.usatodaypolitics.com/breaking-tens-of-thousands-of-fraudulent-clinton-votes-found-in-ohio-warehouse/  Es gibt auch Meldungen, dass es sich bei diesem dreisten Wahlbetrugsversuch um eine Falschmeldung gehandelt hat. Tatsächlich halte ich derartige Betrugsversuche für zu gewagt. Aber andererseits gibt es immer wieder auch extrem dummdreiste Betrüger.

Die ganz realen Betrugsmaschen bestehen wohl im Manipulieren der Wahlmaschinen und in der Ermöglichungen illegaler Stimmabgaben.

Zum Thema Wahlbetrug in den USA gibt es insbesondere auch die Internetseite http://electionnightgatekeepers.com .

Dann gibt es einige bemerkenswerte Beiträge auf Infowars.com:

Es ist wohl tatsächlich so, dass Donald Trump mit einer Mehrheit gewonnen hat, die möglicherweise deutlich besser als das offizielle Wahlergebnis war. Entscheidend für seinen offiziellen Wahlsieg dürfte  auch gewesen sein, dass ein sehr großer Teil “der Männer mit den Gewehren” für  ihn waren. Nicht ohne Grund erwähnt er bei seiner Rede zur Annahme der Wahl, die Große Zahl der Generäle und Admiräle, die ihn unterstützt haben, sowie die Polizei und die Geheimdienste.   Angeblich sollen  2 von 3 Militärs für Trump gestimmt haben.

In einem Interview von James H. Kunstler mit Dmitry Orlov hatte Orlov vor der Wahl gemeint, dass viele amerikanische Militärs, die er kenne, die Sicherheitspolitik von Obama, die Frau Clinton fortsetzen wollte, ablehnen und für illegal halten.

Zu den Profis mit den Waffen wäre dann,  bei einem Bürgerkrieg natürlich auch noch eine Mehrheit der nicht wenigen gut bewaffneten amerikanischen Zivilisten gekommen.

Alles in Allem war die Lage wohl so, dass ein durch Wahlfälschung herbeigeführter Wahlsieg von Frau Clinton, außerhalb  von deren Hochburgen ,  zum einen zu unglaubwürdig gewesen wäre. Außerdem wäre eine solche Manipulation extrem gefährlich gewesen. Donald Trump hatte für diesen Fall, sehr wohl um die Manipulationsmöglichkeiten wissend, schon erklärt, dass er die Wahl im Falle einer Niederlage möglicherweise anfechten würde.

Abgesehen von unmittelbaren Fälschungs- und Manipulationsversuchen gab es aber auch die allerdings gründlich misslungenen Versuche der Führung der Demokratischen Partei und der Medien, die Chris Hedges, 1  in einem Interview mit Sophie Co am Tag vor der Wahl, am  7. Nov. 2016, erklärt hat: People angry, anarchic levels of violence possible after vote – Chris Hedges

Zitat:

Wissen sie, der ganze Wahlkampf ist nicht überraschend auf das Nivea eine  Reality TV show abgesunken.  Mit  präsidentalen  Debatten  die Frauen vorführten, die den ehemaligen Präsident Bill Clinton  wegen sexueller  Angriffe beschuldigen und die von Donald Trump mitgebracht wurden – bis zu Videos – Ich gehe zurück in die Vorwahlen – über die Größe von Geschlechtsteilen von Leuten. Ich meine, es ist einfach entsetzlich, aber all das ist bezeichnend für ein politisches System in tiefem Zerfall, das sich nicht länger um fundamentale Fragen dreht.  Wir wissen  von Wikileaks emails,  den  John Podesta emails, die von Hillary Clinton durchgesickert sind, dass es eine berechnende Anstrengung eines Teils von Clintons Wahlkampfes war, diese extremen Kandidaten  wie Trump, und sie wollten ganz besonders Trump, weil die Unterschiede zwischen  Hillary Clinton und einem der politischen Mitte nahestehenden Republikanischen Kandidaten wie  Jeb Bush, so gering war.

Das heißt, das Wahlkampfmanagement von Frau Clinton und die sie unterstützenden Medien haben Donald Trump zunächst ausdrücklich gefördert, weil sie glaubten auf diese Weise die Wahl für Frau Clinton entscheiden zu können. Der Umstand, dass   Trump  eben nicht  den Sieg Frau Clintons ermöglicht, sondern  selber ziemlich souverän, mit   306 zu  232  Wahlmännern, die Wahl gewonnen hat zeigt, wie sehr er selbst von den amerikanischen Medien, der  angeblich so professionellen Politikerin Hillary Clinton und ihren ebenfalls vermeintlich professionellen und ihm angeblich intellektuell überlegenen Experten des Wahlkampfteams von Frau Clinton unterschätzt wurde.  Es zeigt, auch wie sehr die Wahlmanipulationsversuche der sicher zynischer Weise “Demokraten” nennenden Partei gescheitert sind. Faktisch disqualifiziert der Wahlerfolg Donald Trumps, Frau Clinton, die amerikanischen “Qualitätsmedien” und auch Frau Clinton unterstützenden und ihren Sieg erwartenden politische Establishment in den USA aber ganz besonders auch in Europa als realitätsfremd und damit als ungeeignet.

An dieser Stelle möchte ich John M. Greers Analyse und Kommentar zur amerikanischen Präsidentenwahl vom  16. Nov. 2016, When the Shouting Stops einschließlich der derzeit über 300 Kommentare empfehlen.  Auch wenn Greer keine gemessenen Daten verwendet sondern nur seine Eindrücke und Erfahrungen auswertet,  ist das vielleicht doch die bisher  fundierteste und beste Analyse zur Wahl Donald Trumps,  bzw.  zur Frage wie und warum Donald Trump die Wahl gewonnen hat und   wie und warum Frau Clinton die Wahl verloren hat.

Zu der im Titel gestellten Frage, ob Frau Clinton wirklich mehr legale Stimmen als Donald Trump hat, lautet die Antwort sehr klar, dass man es nicht wirklich weiß.  Mit sehr hoher Wahrscheinlich hat Donald Trump mehr legale Stimmen erhalten als die offiziellen Zahlen zeigen.  Bei einem anderen Wahlrecht, also wenn wie in Frankreich die Mehrheit der abgegebenen, gültigen Stimmen und nicht die Zahl der Wahlmänner ausschlaggebend wäre, hätte Donald Trump zudem den Wahlkampf anders organisiert.  Unabhängig davon wären dann, bei einem Wahlsystem wie in Frankreich, z.B.  in den für  Frau Clinton  sicheren  Bundesstaaten   mehr Anhänger von Donald Trump zur Wahl gegangen, weil ihre Stimme dann mehr gezählt hätte.

Es ist insgesamt erschreckend wie manipulierbar die Wahlen in den USA sind. Anderseits zeigt die Wahl Donald Trumps, dass die Manipulationsmöglichkeiten trotzdem begrenzt sind und dass  die “Eliten”  zumindest in den USA  keinesfalls beliebig  machen können was sie wollen.   Zumindest in den USA hat die Demokratie mit der Wahl Donald Trumps, soweit man das  bisher beurteilen kann,   ihren Zweck erfüllt, der zuerst und vor allem darin besteht unblutig die Regierung zu wechseln.

Es wäre extrem verheerend, wenn die antidemokratischen Wünsche jener “Demokraten”, Gutmenschen und  Journalisten in  Erfüllung gehen würden, die  allen ernstes  hoffen, dass  das  Wahlmännergremium  von dem  von den Wählern gegebenen  Auftrag abweicht und   am 19.  Dezember nicht Donald Trump sondern  Hillary  Clinton oder  sonst jemanden  wählt.  D.h., faktisch könnten die Wahlmänner dann  ja wirklich jeden zum Präsidenten wählen, der ihnen gerade  über den Weg   gelaufen ist. Ich denke aber, dass  es dann wirklich zum  Bürgerkrieg  und zum Zerfall der USA käme.

Nachtrag

Nachdem ich mit dem obigen Artikel schon fertig war, habe ich zufällig von George Friedman den Artikel The Electorial College gefunden und ungelesen. Darin wird recht gut erklärt, dass die USA von der Konstruktion her ausdrücklich nicht als Demokratie sondern als Republik und Staatenbund konstruiert und gedacht waren. Die waren keinen Demokratie weil nur wohlhabende Männer das aktive und passive Wahlrecht hatten. Frauen, Sklaven und mittellose Männer durften nicht wählen und nicht gewählt werden. Der Grund war, dass damit eine größere Unabhängigkeit der Politiker erreicht werden sollte. Faktisch ist Donald Trump damit dank seines Reichtums ein idealer Kandidat im Sinne der Gründerväter der USA. Darüber hinaus waren und sind die USA, wie Friedman erklärt ausdrücklich und bewußt so konstruiert, dass auch bevölkerungsschwache Staaten ein Mitspracherecht haben. Die Vorstellung und der Wunsch, dass die Wahlmänner anders als die Wähler entscheiden mögen ist nach Ansicht Friedmans jedenfalls mit dem Recht und der Verfassung der USA, und auch mit deren Ziel die Union zu  erhalten,  unvereinbar.

Kelberg, den 19. November 2016

Christoph Becker

 

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  1. Hedges war lange Jahre für die New York Times Auslandskorrespondent in Kriegs- und Kriesengebieten. Er ist ein  Linker und Trump Gegner.  Seit Sommer  2016  hat er eine Eigene Show mit dem Titel  OnContact  bei Russia Today.   

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