Hass ist der neue Sex

Anlass zu diesem Blogbeitrag sind zwei Artikel:  Hate is the New Sex (dt. Hass ist der neue Sex),   von John M. Greer, am 2. August 2017 auf Ecosophia.net und dazu passend, einen Tag später,  Sanktionen statt Argumenten – Lammert fordert Mindeststrafmaß bei Haßkommentaren, auf der Webseite der Jungen Freiheit vom 3. August 2017.

John M. Greer schildert die verblüffenden Ähnlichkeiten zwischen dem gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema Sex im Viktorianischen Zeitalter und „Hass“ in der heutigen Zeit. In beiden Fällen handelt es sich um letztlich nicht zu unterdrückende „finstere Triebe“, die letztlich bei jedem gesunden Menschen zwangsläufig immer wieder vorkommen.

Das Thema „Hass“ und dessen Tabuisierung und Verfolgung hat, wie Greer ausführlich zeigt, bei den links gerichteten, „politisch korrekten“ Teilen der amerikanischen Gesellschaft ähnlich krankhafte und zugleich verlogene  Züge angenommen, wie das Thema Sex in England zur Zeit der Königin Viktoria.

Das beunruhigende an diesem Vergleich ist der extrem offene Umgang mit dem Thema Sexualität in der modernen Gesellschaft. Man stelle sich vor, dass es sich mit dem Thema Hass in nicht zu ferner Zukunft ähnlich verhalten könnte. Eine Jugendbewegung wie die 68er könnte freien, uneingeschränkten Hass verherrlichen und praktizieren und könnte diesen dann so allgegenwärtig und in allen Abarten so normal und selbstverständlich  werden lassen wie heute das Thema Sex. Eine Hassbibel könnte wie „50-Shades of Grey“ oder „Feuchtgebiete“ zum Bestseller werden. Den Hass in vollen Zügen auszuleben und zu genießen, könnte als normal und positiv empfunden werden – zumindest gegenüber bestimmten ausreichend wehrlosen Bevölkerungsgruppen, Minderheiten oder fremden Ethnien und Völkern.

Gründe für eine solche Entwicklung wird es in Zukunft genug geben, etwa wenn die tatsächlich nur noch mögliche Bevölkerungsdichte in Europa und anderswo wegen knapper werdender Ressourcen unter die dann jeweils aktuelle Bevölkerungsdichte schrumpft. Siehe dazu insbesondere meine Blogbeiträge:

Vor diesem Hintergrund wäre die beste Maßnahme gegen Hass eine langsame, kontrollierte Reduzierung der Bevölkerungsdichte durch Geburtenrückgänge und durch Motivation zur Abwanderung, kombiniert mit einer Steigerung der auch nach einem Zusammenbruch der Versorgung mit Mineralölprodukten, Erdgas und Industrieprodukten erträglichen Bevölkerungsdichte. Letzteres würde eine rechtzeitige Deindustrialisierung der Landwirtschaft, unter anderem kombiniert mit einer Verbesserung der Böden und des Wasserhaushaltes, voraussetzen.

Wichtig an dieser Stelle ist auch sich den Würfel mit der Konfliktfläche nach Homer-Dixon anzusehen und das Prinzip zu verstehen. Siehe dazu meinen Blogbeitrag Dehumanisierung und Empathie. Ungerechtigkeiten, wie sie heute von Politikern, Justiz und Gutmenschen durch die Bevorzugung von „Ausländern“, „Flüchtlingen“, „Schutzsuchenden“ und Frauen (Quotenfrauen usw.) systematisch gefördert werden, bauen ebenfalls ein Potential für Hass auf, der sich dem Würfel von Homer-Dixon zur Folge entladen wird, sobald die „struktuelle Einschränkung“ scheinbar oder tatsächlich entfällt. Die strukturelle Einschränkung ist hier insbesondere die Staatsgewalt, deren Zusammenbruch mit den Krawallen am Rande des G20-Gipfels ebenso wie bei diversen Terroranschlägen und auch bei den Übergriffen in der Silversternacht in Köln und anderswo demonstriert wurde. Wer eine Vorstellung davon bekommen möchte, wie extrem und schnell  „struktuelle Einschränkungen“ in unserer modernen Welt wegfallen können, kann dies z.B. bei der Lektüre der in Weitere Literatur zum Thema EMP erwähnten Romane. Schon für den 2. Tag eines modernen Krieges mit einer Großmacht kann man erwarten, dass die „struktuellen Einschränkungen“  in Deutschland nahezu vollständig weggefallen sein werden und dass sie auf absehbare Zeit dann auch nicht mehr wiederkommen werden – außer in der Form lokaler Warloards und Clans, deren Rechtsverständnis aus heutiger Sicht ziemlich barbarisch bis mittelalterlich sein wird.

John M. Greer hatte diese Analogie des Umgangs mit Sex  im viktorianischen Zeitalter voher auch schon in einem Blogbeitrag auf dem nicht mehr bestehenden Blog The Archdruidreport im Zusammenhang mit der heutigen Tendenz, rassistische und andere politisch nicht korrekte Literatur zu unterdrücken, umzuschreiben oder aus den Bibliotheken zu entfernen, genutzt. Auch da besteht die Gefahr, dass sich eine ähnliche Entwicklung wie im Bereich der Pornographie vollzieht: Im 19. Jahrhundert wurde alles, was in diese Richtung ging, unterdrückt und geleugnet, aber wenige Jahrzehnte später, im 20 Jahrhundert setzte eine radikale Gegenbewegung ein.

Wo ich gerade beim Thema Rassismus bin:   In einem kleinen Ausschnit auf Youtube erklärt der bekannte klinische Psychologe und Psychologieprofessor Jordan Peterson –  in The idea of White Privilege is dangerous  (dt.: Die Vorstellung von  der Privilegierung der Weißen ist gefährlich), dass und warum der Gipfel des Rassismus darin besteht, eine ethnische Gruppe wegen einer angeblichen Kollektivschuld anzuklagen. Auch die deutschen  Gutmenschen, Linken, Grünen, „Antirassisten“ usw. sind damit maximal rassistisch.  Der einzige Unterschied zu den Nazis besteht darin,  dass die Nazis wohl eher aus kaltblütig wirtschaftlichen Erwägungen Angehörige anderer Völker beschuldigt und geplündert haben, während die Linken, Grünen und sonstigen Gutmenschen und „Antirassisten“ heute ihr eigenes Volk beschuldigen und im Grunde auch plündern. Den Nazis mussten Soldaten fremder Völker Grenzen zeigen, den heutigen Gutmenschen und Plünderern des/der eigenen Völker werden das Sinken der Ressourcen und des  Sozialkapitals der eigenen Völker die Grenzen zeigen. Dazu kommt dann die sowohl durch das Sinken der Ressourcen und des Sozialkapitals, aber auch durch das Steigen der „Buntheit“ notwendige Zunahme der Komplexität.  Siehe dazu z.B. Kollaps komplexer Gesellschaften – Interview mit Prof. Dr. Joseph Tainter. Damit kommen wir auch wieder dem Punkt näher, ab dem die „strukturelle Einschränkung“, nämlich die Macht des Staates zerfällt und schließlich gegen Null geht, während dabei gleichzeitig wegen der knapper werdenden Ressourcen, aber auch wegen der Überlastung von Polizei und Justiz die empfundenen Ungerechtigkeiten zunehmen:

Damit aber bewegen wir uns wieder auf der Konfliktfläche im Würfel von Homer-Dixon ( Dehumanisierung und Empathie  ) in den Bereich wo Dehumanisierung und Hass für eine brutale Reduzierung der Komplexität und damit auch der Komplexitätskosten und damit auch des Ressourcen-, Nahrungs-  und Energieverbrauches der Gesellschaft sorgen.

An dieser Stelle ist noch anzumerken, dass alle Terrorangriffe und auch all die vielen „Einzeltaten“ nach den zum jeweiligen Zeitpunkt bereits bestehenden Gesetzen verboten waren.  Es handelte sich in jedem einzelnen Fall um Staatsversagen bzw. um eine Demonstration der Unfähigkeit des jeweiligen Staates dafür zu sorgen, dass seine bestehenden Gesetze eingehalten werden. Anderseits waren und sind alle Terrorangriffe, auch wenn sie spontan als „Einzelfall“ mit einem Küchenmesser und Werkzeug aus dem nächsten Baumarkt durchgeführt werden, effiziente Maßnahmen, um die Komplexiätskosten der westlichen Gesellschaft zu steigern und so deren Kollaps zu beschleunigen.

Auch Gesetze gegen Hass steigern übrigens die Komplexitätskosten und beschleunigen damit den Kollaps, womit sie den Tag näher rücken lassen, ab dem offener Hass so populär ist wie heute Sex.

Eine kluge Politik würde daher keine Zeit mit Gesetzen gegen Hass verschwenden, sondern sie würde versuchen, die abzusehenden Ursachen für Hass und Dehumanisierung zu reduzieren, so gut das noch geht.

Übrigens richtet sich die Forderung des Herrn Lammert nach einer harten Bestrafung von Hasskommentaren offensichtlich NICHT gegen solche Hasskommentare, wie sie ein Blogger in seinem Erlebnis am Würzburger Hauptbahnhof am 31.7.2017 geschildert hat: 24/7 Terror – „Ihr Nazis habt überhaupt keine Rechte“. Vielmehr möchte Herr Lammert eher nur  durchaus verständliche und berechtigte Hasskommentare von Deutschen bestraft wissen, die sich darüber aufregen, dass Vertreter des deutschen Volkes eben die Interessen ihres eigenen Volkes verraten.

Sicher ist es so, dass die meisten, wie Herr Lammert beklagt, die Komplexität der Lage nicht verstehen, aber wie viele Politiker, Bürgermeister und Abgeordnete und Minister inbegriffen,  verstehen denn die Komplexität der Lage? Es ist schon so, wie Prof.  Irenäus Eibl-Eibesfeldt, im 10. Kapitel, Freiheit und das Streben nach Macht,  seines Buches Der Mensch das riskierte Wesen – Zur Naturgeschichte menschlicher Unvernunft schreibt (Download siehe Freiheit und das Streben nach Macht), dass unsere Politiker völlig mangelhaft ausgebildet und oft sehr inkompetent sind.

Hasskommentare und auch Populismus sollte man durchaus als Teil und Ausdruck einer demokratischen Gesellschaft akzeptieren, solange sich alle an die Grundregeln der Demokratie halten, nämlich dass in freier und geheimer Wahl die Mitglieder der Parlamente und die Regierung gewählt werden und das Gewalt als Mittel zum Regierungswechsel tabu ist.

Populismus, und meines Erachtens auch „Hasskommentare“, sind dabei, wie z.B. der Moralpsychologe Jonathan Haidt in seiner Podiumsdiskussion The Rise of Populism and the Backlash Against the Elites (dt. Das Aufblühen des  Populismus und der Rückschlag gegen die Eliten) mit Nick Clegg am 21. November 2016 erklärt hat, ein notwendiges und sinnvolles Damoklesschwert über den Köpfen der Politiker, das diese von Überheblichkeit, Bequemlichkeit, Korruption usw. abhalten sollte.  Wenn Populismus und Hasskommentare zunehmen, ist das ein wichtiges Warnsignal dafür, dass die Kompetenz der politischen Führung offensichtlich mangelhaft ist, und dass gerade auch die großen Volksparteien sich nach kompetenterem Personal umsehen sollten.

Der Versuch, Hasskommentare zu verbieten und wie Norbert Lammert es nun fordert, streng zu bestrafen, erinnert mich an die Erzählung eines Ingenieurs im Rahmen eines Lehrgangs für Sicherheitsingenieure, in der Zeit meines Ingenieurstudiums. Dieser Ingenieur berichtete, dass es im Kernkraftwerk Brunsbüttel 1978 um Haaresbreite zu ein sehr schweren Zwischenfall gekommen sei, weil die Bedienungsmannschaft wegen häufiger Fehlalarme einen Alarm für das Kühlsystem abgeschaltet habe. „Populismus“ und „Hasskommentare“ sind Alarmgeber für die Politik. Wer meint, sie durch Gesetze und hohe Strafen abschalten zu können, könnte am Ende von einer gesellschaftlichen Kernschmelze überrascht werden, etwa so wie die Französische „Elite“ 1789, oder wie die „Elite“ des zaristischen Russlands 1917.  Solche am Ende oft allen, nicht nur den gerade herrschenden „Eliten“, sehr schadende, gesellschaftliche Kernschmelzen zu verhindern, war und ist eigentlich das Ziel der Demokratie. Hasskommentar und Populismus sind dabei wichtige Warnlämpchen im Maschinenleitstand der Gesellschaft, die helfen können kritische Zustände rechtzeitig zu erkennen, so dass man noch gegensteuern, Notkühlsysteme zuschalten oder/und die Maschine kontrolliert herunterfahren und damit einen Totalschaden vermeiden kann.

Kelberg, den 3. August 2017

Christoph Becker

 

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9 Gedanken zu „Hass ist der neue Sex“

  1. Danke für die gute Zusammenfassung des Wahnsinns um uns rum.

    Eine Gesellschaft, die die Fähigkeit verloren hat miteinander zu kommunizieren und zu diskutieren , ist eigentlich schon verloren.
    Die Diskussionskultur wurde uns regeltrecht abtrainiert -man schaue nur alte Interviewas mit z.B. Herrhausen, Dutschke, etc.
    Eine Gesellschaft, die verbal nicht in der Lage ist gemeinsame Ziele zu formulieren wie z.B. Erhalt eines bestimmten Standards des Gesundheitssystem,
    vorrangige Themen wie Bildung, Energieversorgung, Ernährung, etc., Hauptsache die eigene Position ist vermeintlich ok.
    Und von oben wird dieses in einem erschreckenden Maße unterstützt. Clash of cultere und jetzt noch beschleunigt.

    Wie sagt Reinherd Mey in „Sei wachsam“: Halt du sie dumm und ich sie arm……

    Wahrscheinlich war eine friedvolle Welt nie beabsichtigt und unser bisheriges Leben hier in D war nur dem unglaublichen Energiereichtum geschuldet.
    Einfach nur Glück gehabt. Aber es wird sich drehen. Die meisten Menschen haben keine Vorstellung wie brutal eine Deflation sein kann.

    Zu den Kosten des ganzen Wahnsinns:
    https://thwangenheim.wordpress.com/2017/07/01/was-kosten-migranten-den-deutschen-steuerzahler-jaehrlich-durch-den-sozialstaat/
    Guter Beitrag- insbesondere die Sprache macht Freude.

    Und noch ein interessanter Beitrag zu der Kriegstechnologie von morgen:

    https://www.youtube.com/watch?v=h4YvX3rpjzc

    Gruss

    Grete

    1. @Grete,
      Danke für den Kommentar, er kam genau passend. Beim Frühstück vorhin habe ich den Schluss und einige Minuten der Fragen und Antworten von Prof. Jordan Petersons Biblical Series I: Introduction to the Idea of God angehört (ich lade mir solche Vorträge auf Youtube z.B. mit dem Ant-Downloader in einem kleinen Format herunter und sehe/höre sie mir auf dem Smartphone an).
      Eine Frage aus dem Publikum war, „was meinen sie mit ‚Build the World'“. Peterson erklärt dann dass und wie man durch Diskussion z.B. mit einem Ehepartner oder mit seinen Kindern bei Problemen eine Struktur, eben „die Welt“ aufbaut und entwickelt mit der man dann weiter leben kann.
      Interessant in dem Zusammenhang finde ich auch, dass er in dieser Vorlesung erklärt, dass es sich für ihn eben nicht darum handelt sein Wissen den Zuhörern vorzutragen, sondern dass seine Vorlesung auch für ihn ein Denkprozess ist und dass er glaubt und hofft am Ende dieser 12-teiligen Sommervorlesung (ab Mai 2017) mehr zu wissen als vorher. Tatsächlich spricht er frei und hat nur sehr wenige Folien bzw. Dias die ihm als roter Faden dienen. Auch steht überhaupt nicht fest wie weit er kommt. Am Ende der ersten Vorlesung der Bibelserie, über die Einführung in den Idee oder Vorstellung von Gott, bei der im Bezug auf die Bibel mit Zitat des Anfangs des Johannes-Evangeliums „Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott…“ beginnt, meint er z.B. „Oh, ich bin kaum bis zur ersten Zeile gekommen“.

      Was unsere deutsche Gesellschaft angeht, so habe ich die ohne Trauer aufgegeben. In den letzten Tagen habe ich mich viel über Auswandern nach Russland angesehen und habe mir auch schon den Russisch-Sprachkurs von Langenscheidt bestellt. In Gedanken bastel ich an einem Artikel „Arche Russland“. Was ist wenn Russland die Deutschen und Weiße aus anderen westlichen Ländern, die es gebrauchen kann aufnimmt und man Westeuropa mit seiner seiner perversen, zerstörerischen gutmenschenlich-kulturmarxistisch-linken „Vielfalt“ und „Buntheit“ einfach „in Ruhe“ sterben lässt? Russland hat noch am meisten Rohstoffe und es hat Atomwaffen, Nationalstolz und eine Armee und eine Regierung, die das Land wirklich verteidigen können und bei Bedarf auch werden. Wenn die hauptsächlich mit Öl und Erdgas betriebene Zivilisation Deutschlands und Westeuropas kollabiert, dann wird die Bevölkerung hier voraussichtlich auf unter 5 – 10 % des heutigen Wertes schrumpfen und das Land wird erst einmal ziemlich unbewohnbar werden. Dabei werden wegen des kalten Klimas gerade auch die jetzt aus dem Orient und Afrika einwandernden „Bereicherungen“ sich auf Dauer kaum hier halten können. Ohne Sozialstaat, ohne Gas und ohne Erdölprodukte sind die und die meisten Gutmenschen hier nicht lebensfähig und schaffen sich selbst ab oder fliehen nach Afrika oder in den Orient – wenn man sie da haben will. Die Afrikaner und Araber werden sie jedenfalls sicher nicht aus dem Meer retten sondern…. . Deutschland wird dann jedenfalls wohl erst einmal für einige Zeit eine unfruchtbare, abgeholzte und vergiftete Heidelandschaft. Dabei ist es gut möglich, dass dann irgend wann später z.B. aus Russland wieder Menschen nach Europa auswandern und es widerbesiedeln, weil die Erde sich erholt hat und weil der Schrott unserer heutige Zivilisation durchaus noch Rohstoff für eine neue Zivilisation bieten kann – vor allem wenn genug von dem Wissen unserer Zivilisation in die Zukunft gerettet wurde.
      Das Leben wird jedenfalls weitergehen. Bismarck soll einmal gesagt haben, „Völker kommen und gehen, das Schicksal ereilt sie oft wie der Huf eines Ochsen beim Pflügen einen Armeisenhaufen – aber das Meer bleibt.“
      Russland hat zweimal extrem schrecklich unter den Folgen Wahnsinns von aus Deutschland stammenden Ideologien gelitten und unter anderem per Stalins Kulakenvernichtungsprogramm fast seine gesamte Bauernschaft verloren. Warum sollten nicht z.B. jetzt aus Richtung Deutschland u.a. auch in der Landwirtschaft Hilfe kommen und den Russen helfen eine Landwirtschaft auf zu bauen, die auch ohne Kunstdünger und Chemikalien hohe Erträge erzielt, die zugleich die Böden gesund macht und gesund hält und die Russland auf dem Weg in die Zeit nach dem Ende der modernen Indstriegesellschaften hilft?
      Den Youtube-Video über die neue Kriegstechnologie sehe ich mir nächstens an. Jetzt muss ich erst mal im Labor arbeiten.
      Gruss
      Christoph

      1. Arche Russland…
        Würde mich sehr über einen Beitrag hierzu freuen. Habe mich auch schon sehr intensiv mit dem Thema Auswandern befasst aber noch keine wirkliche Alternative zum Leben gefunden. Habe als Ing. mit einem ähnlichen Profil wie dem deinen auch einen entsprechenden Erfahrungsschatz. (Schiffbau) Auch einiges an Erfahrung in der Landwirtschaft aus meiner Jugend kann ich vorweisen. Russisch verstehe ich noch ganz gut, bin nur mächtig eingerostet da nur selten bis gar nicht mehr benutzt in den letzten Jahren, Jahrzehnten. Kenne einige Gebiete im europäischen Teil aus meiner Studienzeit. Der Kontakt war immer sehr herzlich und menschlich, denke gerne an die Zeit zurück. Es gab auch Kontakte zu Wolgadeutschen die inzwischen nicht mehr leben dürften. Egal… was ich sagen möchte ist… Berichte mal über die aktuellen Möglichkeiten… Vielleicht ist es eine Möglichkeit das Bevorstehende zu überleben. Heimat ist für mich, oder auch wird, dort sein wo es sich zu leben lohnt, und D wird es mit jedem Tag weniger.
        Danke für deine Arbeit und deine unermüdliche Aufklärung.

        1. @brallo
          Danke für den Kommentar. Habe ihn gelesen nachdem ich auf einem längeren Spaziergang darüber nachgedacht habe, wie ich dafür sorgen könnte, dass mein Brief an Putin nicht irgendwo durch dumme Zufälle, Schlamperei oder was auch immer nicht ankommt oder in ein Vorzimmer im Papierkorb endet. Dein Kommentar hat mich dann spontan auf die Idee gebracht den Blogbeitrag „Mein Brief an Putin“ zu schreiben und dazu einen Scan des Briefes hoch zu laden.
          Mein Brief an Putin ist zwar auch nur wieder ein Versuchsballon, aber ich denke bei so etwas an den Chor der Engel am Ende von Goethes Faust: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“.

          1. Vielen Dank für deine Initiative, ich würde mich sehr freuen wenn du eine Antwort bekommst. Das wäre ein sehr gutes Zeichen. Warten wir es ab. Der Putin spricht und versteht sehr gut die Deutsche Sprache. Hat lange Zeit während seiner Zeit beim Geheimdienst in Deutschland gearbeitet.
            Ich drücke jedenfalls die Daumen.

  2. Aus dem Leben eines Gutmenschen:
    »Wie kann ich meinen 20 Hühnern nur begreiflich machen, dass die 15 Füchse die Asyl im Hühnerstall suchen, nichts Böses im Sinn haben? Die sind eben etwas anders, haben einen anderen Hintergrund und brauchen die Hilfe der Hühner. Sie möchten sich integrieren, alles annehmen, nur um nicht aufzufallen, glaube ich. Also Hühnerstall auf und rein mit den Füchsen. Bei der täglichen Kontrolle stellte ich fest, dass einige Hühner völlig verstört auf der höchsten Stange saßen. Auch die Anzahl der Hühner hat sich reduziert, wobei sich die Anzahl der Füchse vermehrt hat. Also ging ich noch einmal in den Hühnerstall und erklärte weiterhin, dass der Hühnerstall nicht verschlossen wird, und wir den Füchsen die Hühnersprache und die kulturellen Ansichten ihrer Art näher bringen müssten. Die Hühner nickten gehorsam ab, und ich verließ die Einrichtung wieder. Am nächsten Tag, ich zählte nur noch ein Huhn und mittlerweile die doppelte Anzahl von Füchsen, wurde mir klar, dass die blöden Hühner nicht Integrationsfähig sind. Hätten sie schnell die Sprache der Füchse gelernt, hätten sie überlebt. Ich verstehe die Hühner nicht, wie kann man nur so dumm sein. Ich kann hier nichts mehr bewegen, wurde gerade von 38 Füchsen attackiert, verlasse jetzt meinen Hof und folge meiner noch immer anhaltenden Berufung und werde jetzt Fische und Fischreiher sozialisieren und integrieren.«

    …hat nur indirekt mit dem Beitrag zu tun, aber weil ich es so treffend finde, möchte ich es hier einbringen. Da es nicht von mir ist, auch die Quellenangabe:
    https://www.wallstreet-online.de/diskussion/1158502-109741-109750/sozial-und-einwanderungswahnsinn-in-d

    1. Ist Russland wirklich genauso im Eimer ist wie Deutschland und andere Teile Westeuropas? Die russische Landwirtschaft ist in der Tat zu einem großen Teil ähnlich industrialisiert wie die deutsche und amerikanische. Die Frage die mich dabei interessiert ist aber die nach der Reformfähigkeit. In Russland sind sich Politik und Militär den Möglichkeiten zur Ausschaltung der technischen Infrastruktur in einem Krieg zumindest bewusst UND Russland hat sehr viel Land UND Russland hat ein demografisches Problem (auch wegen der Muslime, aber auch wegen auf dem Land eher zu geringer(!) Bevölkerungsdichte) UND es hat mit Putin eine für mein Empfinden sehr vernünftige politische Führung UND Russland hat von allen Ländern die meisten Rohstoffe. Russland ist, gerade auch dank der Erfahrung mit den Sanktionen des Westens daran interessiert von internationalen Konzernen wie Bayer/Monsanto unabhängig zu bleiben oder zu werden. Russland hat auch die historische Erfahrung des https://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor der Sowjets und des https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan der deutschen Besatzung. Vor diesem ganzen Hintergrund könnte ich mir jedenfalls vorstellen, dass die russische Regierung großes Interesse daran haben könnte möglichst viele Farmen etwa nach den Vorbildern der Farmen von Gabe Brown, Joel Salatin, Greg Judy, Paul & Elizabeth Kaiser, Eliot Coleman usw. entstehen zu lassen. Dabei könnte man gerade jungen Russlanddeutschen und in Verbindung mit diesen dann auch anderen Deutschen eine hervorragende Zukunftsperspektive in Russland geben, während diese in Deutschland bei nüchterner Betrachtung eher keine Zukunft mehr haben.
      Jedenfalls sehe ich für vieles was ich im Verlauf des Schreibens meiner Webseite gefunden haben in Russland gute Anwendungsmöglichkeiten.

  3. Eine kleine Ergänzung für all jene, welche immer noch glauben, sie kämen angesichts der derzeitigen DE/EU-Entwicklungen und deren globalen Interdependenzen mit einen „Blauen Auge“ davon: Gefunden bei Science Files > https://sciencefiles.org/2017/08/05/ursachen-von-massenmord-eine-checkliste/
    Bedingt durch eine langjährige Berufserfahrung kann ich dazu nur sagen: Load up and party on…
    …wie einst in Long Tieng, Saigon, Beirut etc. etc. ):-()

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