Mehrzweckwaffe gegen Viren und Bakterien

by Christoph Becker | 2. Februar 2020 21:45

In diesem Artikel möchte ich mich mit dem  im Lebensmittelbereich zugelassenen, weit verbreiteten Desinfektionsmittel Chlordioxid (ClO2) befassen.  Warum empfehlen viele dieses auch hier in meiner Gemeinde als Trinkwasserzusatz verwendete Mittel unter anderem auch als Medikament gegen Viruserkrankungen, während zum Beispiel Facebook,  Spiegel und einige andere es offensichtlich für ein gefährliches Gift halten? Ich habe zu dem Thema etwas recherchiert und nachgedacht.

Inhaltsverzeichnis

Es kommt auf die Dosis und die Anwendung an

Ob etwas ein gefährliches Gift oder ein gutes Medikament ist, hängt immer von der Dosis, der Art der Anwendung und teilweise auch von der Konzentration ab. Ganz normale Aspirin Tabletten (ASS), verursachen zum Beispiel Verbrennungen der Mundschleimhaut wenn sie jemand neben einem schmerzenden Zahn in die Umschlagfalte legt und dort zergehen lässt, statt sie zu schlucken.

Auch Trinkwasser kann ein tödliches Gift sein

Das Trinken von [zuviel] Wasser kann eine Wasservergiftung verursachen. Ich habe dazu unter anderem www.medicalnewstoday.com/articles/318619.php#water-intoxication-[1]  gefunden. Die möglichen Symptome sind demnach Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, erhöhter Blutdruck, Verwirrung, doppelt sehen,  Schwindel, Atembeschwerden, Muskelschwäche, Krämpfe und die Unfähigkeit Sinnesinformationen einzuordnen. Übermäßige Flüssigkeitsaufnahme führt zur einem zerebralen Ödem, das sich auf den Hirnstamm auswirkt und zu einer Dysfunktion des zentralen Nervensystems fährt. In schweren Fällen kann die Wasservergiftung zu epileptischen Anfällen, Gehirnschäden und dem Tod führen.

Wasser kann also auch bei guter Qualität sehr giftig sein. Sollte man deshalb vor dem Trinken von Wasser warnen und sollte man Facebook-Einträge die das Trinken von Wasser, z. B. als Mittel gegen Verdursten empfehlen, zensieren und löschen?

Das Beispiel Alkohol

Alkohol ist ein allgemein bekanntes Beispiel. Wenn man Chlordioxid für Wurzelkanalbehandlungen einsetzen und damit dieselbe gewebeauflösende Wirkung erzielen will wie mit dem ca. 5 %igem Natriumhypochlorid, das ich bisher für diesen Zweck  verwendet habe, dann benötigt man eine Konzentration von über 13.000 ppm1[2] . Wenn ich für mich selbst, z. B. zur Behandlung einer Grippe, eine wässrige Chlordioxid-Lösung trinke, dann verdünne ich sie auf ca. 30 ppm.  Das ist weniger als 1/400 dessen, was bei einer Verwendung als “Bleichmittel” angebracht ist.

Wieviel Prozent mehr ist das Vierhundertfache? Das Doppelte sind 100 Prozent mehr. Das Zehnfache sind 1.000 Prozent mehr. Das Hundertfache sind 10.000 Prozent mehr. Das Vierhundertfache sind also 40.000 Prozent mehr. In Worten vierzigtausend Prozent.

Dazu ein Experiment mit Alkohol mit einem Liter.

Die Obergrenze sind 100 %iger Alkohol. Mehr Alkohol in einem Liter Flüssigkeit sind nicht möglich.  Verdünnen wir den Alkohol mit Wasser, so dass nur noch 400stel  Alkohol verbleibt. Dann haben wir Wasser mit 0,25 % Alkohol. Die absolute Alkoholmenge beträgt dann 2,5 g. Bitburger-Premium Pils hat einen Alkoholgehalt von 4,8 ( www.bitburger.de/premium-pils/[3] ) . Das ist bereits 19,2 mal mehr als 0,25 %. Man müsste also 19,2 Gläser von dem 0,25 % Alkohol enthaltendem Wasser trinken, um den Effekt von einem Glas dieses Bieres zu erzielen. Was passiert, wenn man nun ein ganzes Glas 100 %igen Alkohol trinkt, probiert man besser nicht aus.

Leute die den Zusammenhang zwischen Dosis, Konzentration  und pharmakologischer Wirkung nicht verstehen, sondern diese erst durch Fühlen möglichst gefahrlos lernen und erleben wollen, können das jedenfalls mit Wasser, Bier, Schnaps und reinem Alkohol aus der Apotheke vorsichtig testen.

Nebenwirkungen von Medikamenten und Methoden

Zum Thema Nebenwirkungen und  zu solchen Statements wie dem von MaiLab auf Youtube, die angeblich sogar einen Dr.-Titel in Chemie hat, dass in MMS Gift ist! Wirklich empfiehlt es sich, die Beipackzettel von zugelassenen Medikamenten zu lesen und auch einmal darüber nachzudenken, warum alle zivilisierten Staaten für medizinische Berufe, die Medikamente verschreiben, herstellen oder verkaufen dürfen, eine umfassende Ausbildung, Prüfungen und Fortbildungen vorschreiben: Medizin ist immer auch gefährlich. Erst durch Wissen, Können und Abwägen werden die Instrumente und das Vorgehen eines Chirurgen oder die Empfehlungen oder die Verordnungen eines Arztes für den Patienten im Durchschnitt eher nützlich als schädlich. Im Einzelfall kann aber selbst dann noch der Schaden für den Patienten größer sein als der Nutzen.

Medikamente sind immer auch gefährliche Gifte und das oft sogar schon in winzigen absoluten Mengen. Es kommt immer darauf an, dass die Dosis, die Konzentration, die Herstellung oder Zubereitung des Medikamentes und die Art der Anwendung nach bestem Wissen und Gewissen im Sinne des Patienten erfolgt. Und trotzdem gibt es selbst bei der Anwendung von bei seit langem mit großem Erfolg erprobten Medikamenten gefährliche unwillkommene und manchmal aber auch willkommene Nebenwirkungen.

Dazu kommt dann auch noch, dass das medizinische und pharmakologische Wissen sich immer wieder ändert. Was man heute für gut hält,  wird man in einigen Jahren vielleicht als falsch ansehen, weil man heute dieses und jenes nicht bedacht oder auch einfach noch nicht gewusst hat.

Dazu kommen im Gesundheitswesen ganz klar auch wirtschaftliche Interessen. Was ist, wenn neues Wissen und Können sehr gute etablierte Einkommensquellen zu zerstören droht, während es zugleich die Lebensqualität, die Gesundheit und sogar den gefühlten Wohlstand der Gesamtbevölkerung erheblich verbessert?

An diese  grundlegenden Probleme und Zusammenhänge sollte man denken, wenn man ein Mittel wie Chlordioxid betrachtet und Stellungnahmen dazu hört oder liest.

Das Coronavirus im USA-Wahlkampf

Interessant ist der Fall, dass verschiedene gegen Donald Trump eingestellte amerikanischen Quellen, wie selbst die New York Times mit Verweis auf die FDA (Food and Drug Administration, amerik. Behörde für Lebensmittel und Arzneimittelsicherheit) behaupten, dass Chlordioxid faktisch ein Bleichmittel und daher schädlich und abzulehnen sei. Meines Erachtens ist das ein Hinweis darauf, dass diese Behörde ziemlich korrupt und von der Industrie gekauft ist. So unvorstellbar inkompetent, dass  sie die Zusammenhänge zwischen Dosis, Konzentration und Anwendung nicht kennt, kann sie gar nicht sein. Donald Trump könnte das Beispiel des Umgangs der FDA mit dem Thema Chlordioxid erfolgreich nutzen, um die Wahl im November zu gewinnen. Diese Beispiel zeigt nämlich die Berechtigung seines Wahlversprechens “um den Sumpf trocken zu legen” und die Interessen seiner Wähler zu vertreten.  Das Coronavirus, die pharmakologische Wirkung und der niedrige Preis von Chlordioxid könnten Donald Trump  helfen, auch die nächste Präsidentschaftswahl zu gewinnen.

Chlordioxid und das BfArM

Ähnlich wie die amerikansiche FDA warnt auch das deutsche Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte vor “MMS” (“Miracle Mineral Supplement“), weil von diesem das “giftige Chlordioxid-Gas” freigesetzt würde. Auch hier gilt, dass man davon ausgehen kann, dass die Beamten und die Leitung gerade dieser Behörde die Zusammenhänge von Dosis, Konzentration, Anwendungsweise, Herstellungsprozess und Wirkung  kennen und es ist unverständlich, dass allen Ernstes ganz allgemein und undifferenziert vor einem Stoff gewarnt wird, der  bei unsachgemäßer Anwendung Schäden verursachen kann, vor allem wenn der selbe Stoff dann zugleich auch noch in großem Stil und aus gutem Grund für die Qualitätssicherung des wichtigsten Lebensmittels, nämlich des Trinkwassers verwendet wird und – wenn man es richtig anwendet –  das wahrscheinlich mit Abstand beste Mittel gegen Pandemien verursachende Viren wie z. B.  das Coronavirus ist.

Von einer Behörde wie dem BfArM sollte man wirklich qualifizierte, seriöse und differenzierte Informationen im Interesse der Bevölkerung erwarten können.  Wenn eine solche Behörde ihren Aufgaben nicht nachkommt und stattdessen die Interessen mancher Industriezweige zum Schaden der Allgemeinheit vertritt, dann braucht man sie nicht mehr. Vor allem aber braucht man dann keine Beamten mehr.  Das Problem dabei ist nur, dass eine zivilisierte Gesellschaft nur überleben und ihren Wohlstand sichern kann, wenn ihre Institutionen im Sinne der Allgemeinheit funktionieren und wenn die Beamten ihre Arbeit in diesem Sinne gut machen.

Auch hier hoffe ich daher, dass das Coronavirus letztlich auch in der Bundesrepublik Deutschland zu positiven Veränderungen führt.

 Studien zu Chlordioxid

Ich habe mit verschiedenen Begriffen auf www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed

Schutz vor Infektionen und Allergien per Raumluft in Räumen

In der amerikansichen Medizindatenbank www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/ habe ich zunächst eine ganze Reihe von Artikeln gefunden, die zeigen, dass eine sehr geringe Chlordioxidgaskonzentration  (<0,03 ppm), die deutlich unter der für Menschen als unbedenklich geltenden Grenze (0,1 ppm) liegt Viren und auch Bakterien inaktivieren oder zerstören.

Ein Beispiel ist der  in J Gen Virol. 2008 Jan;89(Pt 1):60-7 veröffentlichte Artikel Protective effect of low-concentration chlorine dioxide gas against influenza A virus infection  von Ogata N1, Shibata T. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18089729[4] ). Es handelte sich um einen Versuch mit Mäusen. Die Mäuse wurden mit dem Influenza A-Virus infiziert. Ein Teil der Mäuse wurde einer für Menschen zulässigen, sehr geringe Dosis eines ClO2-Aerosols ausgesetzt.  10 von 10 Mäusen die dem ClO2-Aerosol ausgesetzt waren überlebten, während in der Kontrollgruppe nur 3 von 10 überlebten. Fazit der Autoren: Zusammenfassend stellen wir fest, dass ClO2-gas sehr effektiv ist, um eine durch Tröpfcheninfektion (aerosol) übetragene  Grippeinfektion bei Mäusen zu verhindern.  Die Hülle der Viren wird durch eine ClO2-Konzentration zerstört, die deutlich unter dem für Menschen zulässigen Grenzwert liegt. ClO2-Gas könnte daher eine nützliche vorbeugende Maßnahme an  belebten Plätzen sein, mit der man sonst notwendige Evakuierungen verhindern kann.

Weil der Autor Ogata N an verschiedenen Studien zum Thema Chlordioxid beteiligt war, habe ich nach dem vollen Namen (Norio Ogata, MD and PhD, Taiko Pharmaceutical Co., Ltd. · Research Institute in Japan) gesucht. Dann habe ich nach der Webseite der Firma gesucht ( www.seirogan.co.jp/en/[5]). Diese Firma hat offensichtlich intensiv Forschung betrieben und macht die Ergebnisse zugänglich (www.seirogan.co.jp/en/research_dev/ [6]).  Besonders interessant finde ich die Zusammenfassung und graphische Darstellung der wissenschaftlichen Daten der Chlordioxidexperimente der Firma: www.seirogan.co.jp/en/research_dev/eiseidata.html[7].

Mit einer geringen, für Menschen verträglichen Menge Chlordioxid in der Luft kann man demnach auch Allergene deaktiveren. Mit einer mittleren ClO2-Konzentration von 0,09 ppm reduzierte sich die allergene Wirksamkeit der Allergene um mehr als 60 %, wie die folgende Grafik von der Internetseite der Firma zeigt.

Allergic substances Validation Data
Quelle: Morino, H. and Shibata, T.: Clinical Allergy 30(1), 51-55(2010), hier aus www.seirogan.co.jp/en/research_dev/eiseidata.html kopiert.

Diese Daten zeigen, was mir schon eine sehr zu Allergien neigende Anwenderin von Chlordioxid berichtet hatte, nämlich dass das Chlordioxid offenbar gut gegen Allergien hilft.

Wirkung gegen Viren auf Oberflächen

Die auf www.seirogan.co.jp/en/research_dev/[8]  veröffentlichten Forschungsergebnisse zeigen auch, dass niedrige Chlordioxidkonzentrationen auch sehr gut gegen Viren und Bakterien auf feuchten Oberflächen wirken. Ein Artikel dazu auf Pubmed ist: Lett Appl Microbiol. 2011 Dec;53(6):628-34. doi: 10.1111/j.1472-765X.2011.03156.x. Epub 2011 Oct 19.
Effect of low-concentration chlorine dioxide gas against bacteria and viruses on a glass surface in wet environments.
Morino H1, Fukuda T, Miura T, Shibata T. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21950421[9]  )

Aus der Zusammenfassung:

Niedrige Konzentration von ClO2-Gas können nützlich sein, um das Risiko einer Infektion durch Viren und Bakterien auf nassen, harten Oberflächen in Räumen mit menschlichen Aktivitäten ohne nachteilige Effekte zu reduzieren.  Die Studie zeigte, dass Gram-positive und Gram-negative Bakterien, sowie Viren mit und ohne Hülle im feuchten Zustand inaktiviert wurden.

Grippe Viren in Trinkwasser

Die Studie Water Res. 2010 Apr;44(8):2473-86. doi: 10.1016/j.watres.2010.01.013. Epub 2010 Jan 25.
Assessment of the removal and inactivation of influenza viruses H5N1 and H1N1 by drinking water treatment.
Lénès D1, Deboosere N, Ménard-Szczebara F, Jossent J, Alexandre V, Machinal C, Vialette M. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20149404[10] )  sich mit der Frage beschäftigt, ob Grippeviren bei der Aufbereitung von Trinkwasser ausreichend gut deaktiviert werden.

Die Schlußfolgerung der Autoren ist, dass die Wasseraufbereitungsstrategien, die derzeit benutzt werden, um Oberflächenwasser aufzubereiten vollständig ausreichen, um Influenza A Viren zu entfernen oder/und zu inaktivieren. …… Von den chemischen Desinfektionsbehandlungen, nämlich Ozon, Chlor und Chlordioxid waren alle bei der Inaktivierung von H5N1 und H1N1 sehr effektiv.

Getestet wurden hier 0,3 bis 3 mg/Liter bei Einwirkzeiten von 5 bis 120 Minuten. Die deutsche Trinkwasserverordnung begrenzt die Chloridoxidkonzentration auf 0,4 mg/Liter. 0,15 bis 0,2 mg/Liter werden als ausreichend angesehen.

Wundheilung

Activated chlorine dioxide solution can be used as a biocompatible antiseptic wound irrigant.[11]  von Valente JH, Jay GD, Zabbo CP, Reinert SE, Bertsch K. in Adv Skin Wound Care. 2014 Jan;27(1):13-9.  wurden insgesamt 175 Patienten mit unkomplizierten, weniger als 8 Stunden alten Hautverletzungen untersucht. Bei 86 wurden die Wunden nur mit Kochsalzlösung gespült. Bei 89 Patienten wurden die Wunden mit einer aktivierten Chlordioxid-Lösung, also faktisch mit eben jenem MMS gespült, vor dem die FDA, das BfArM und einige Youtuber, die New York Times  und Trumpgegner so warnen, weil es angeblich so gefährlich und ätzend ist. Die Wunden wurden nach 4 Monaten nach einem standardisierten Verfahren kontrolliert. Das Ergebnis: Chlordioxid scheint sicher und als antiseptische Wundspülung biologisch akzeptabel zu sein. Es beeinträchtigt das kosmetische Ergebnis nicht.

Eine offene, nicht verheilen wollende  Knochenwunde bei einem in Zusammenhang mit einer Krebstherapie mit Bisphosphonaten behandelten Patienten gehört zum schlimmsten und frustrierendstem, was ich mir als Zahnarzt vorstellen kann, auch wenn ich davon nur Bilder aus Fortbildungen kenne und es zum Glück noch nicht in der Praxis erlebt habe. Aber auch zu solchen Knochenwunden habe ich bei der Recherche zum Thema Chlordioxid einen Interessanten Artikel gefunden:

Open Dent J. 2011;5:163-7. doi: 10.2174/1874210601105010163. Epub 2011 Oct 21.  Closure of an open wound associated with bisphosphonate-related osteonecrosis of the jaw in a breast cancer patient. Soolari N1, Soolari A. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22135700[12] ):
Ich übersetze dazu hier das Abstrakt:
Hintergrund und Ziel: Viele Kliniken wollen keine Patienten mit einer Bisphosphonat-bezogenen Osteonekrose des Kiefers nach langandauernder Bisphosphonattherapie behandeln, weil ihnen das Behandlungsergebnis zu unsicher ist.
Material und Methoden: Die Patientin präsentierte sich mit  Schmerzen nach einer nicht verheilenden Läsion nach einer Weißheitszahnentfernung im rechten, hinteren Oberkiefer. Die Läsion hatte auf keinerlei konventionelle zahnärztliche Behandlung angesprochen.  Die Patientin hatte an Brustkrebs gelitten und zu ihrer Behandlung hatte mehrere Jahre lang eine Therapie mit Zometa (Zoledronic-Säure),  einem Bisphosphonat, gehört.
Ergebnisse: Die Patient stoppte die Einnahme von Zometa und führte eine Mundspülung mit einem phosphatgepufferten, 0,1 % Chlordioxid enthaltenden Mundspülmittel durch. Nach 5 Monaten wurden Veränderungen der Morphologie der Wunde festgestellt und das Weichgewebe hatte sich über der offenen Wunde geschlossen.
Schlußfolgerung: Beendigung der Bisphosphonat-Therapie und die Verwendung eines phosphatstabilisierten, 0,1 %  Chlordioxid enthaltenden Mundspülmittels verringerte die Schmerzen der Patientin und resultierte in der Schließung der Wunde mit Weichgewebe.
Mundspülmittel / Mundgeruch
Gen Dent. 2013 Jul;61(4):46-9. The effect of a mouthrinse containing chlorine dioxide in the clinical reduction of volatile sulfur compounds.  Soares LG1, Guaitolini RL, Weyne Sde C, Falabella ME, Tinoco EM, da Silva DG. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23823344[13] ):
Gegen Mundgeruch hilft ein Mundspülmittel mit 0,3 % Chlordioxid genauso gut wie 0,2 % Chlorhexidin (Abgekürzt auch CHX, der Wirkstoff der Standardmundspülmittel wie Chlorhexamed und ParoEx). Zwei andere Mundspülmittel mit anderen Wirkstoffen waren weniger wirksam.
Am J Dent. 2018 Dec;31(6):309-312. Efficacy of stabilized chlorine dioxide-based unflavored mouthwash in reducing oral malodor: An 8-week randomized controlled study.
Lee SS1, Suprono MS2, Stephens J2, Withers SA2, Li Y2. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30658377[14])
Klinische Relevanz nach Ansicht der Autoren: Die tägliche Verwendung von einem stabilisiertes Chlordixid enthaltenden, nicht mit Geschmacksstoffen versehenen Mundspülmittel ist eine  Ergänzung zum Zähneputzen mit einer Fluorzahnpasta und resultiert nach 3-wöchigem, zweimal täglicher Anwendung eine relevante Reduzierung des Mundgeruchs.
J Investig Clin Dent. 2018 May;9(2):e12309. doi: 10.1111/jicd.12309. Epub 2017 Dec 15. Genotoxicity of non-alcoholic mouth rinses: A micronucleus and nuclear abnormalities study with fluorescent microscopy. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29243408[15] )
Durbakula K1, Prabhu V2, Jose M2. Eine interessante Studie für jene die über sehr lange Zeit Mundspülmittel verwenden. Alle getesteten Mundspülmittel sind offenbar auf Dauer für die Schleimhautzellen schädlich. Das laut FDA und BfArM so gefährliche Chlordioxid ist aber weniger schädlich als das viel verwendete Chlorhexidindigluconat, von dem ich seinerzeit gelernt hatte, dass es harmlos ist. Insgesamt eine Studie, die bestätigt, dass eine gute mechanische Mundhygiene mit Zahnbürste, Zahnseide und/oder Interdentalbürsten nach wie vor die beste Lösung ist, wenn die Patienten geschickt genug sind.
Alles in allem ist Chlordioxid auch als Mundspülmittel verwendbar und trotz aller Warnungen der FDA und des BfArM keinesfalls schädlicher als andere zugelassene und sehr viel verwendete Mundspülmittel. Wenn man seine Zähne auch so gut genug gereinigt bekommt,  wenn man ein geringes Karies- und Parodontoserisiko hat und wenn Mundgeruch kein Problem ist, dann ist die dauerhafte Verwendung von Mundspülmitteln aber ganz allgemein nicht zu empfehlen, wie die Studie von Durbakula et. al. zeigt.
Wurzelkanalaufbereitung

Dieses Thema wäre einen eigenen Artikel für Zahnärzte wert, weil hier es hierzu sehr ins Detail gehende Studien gibt.

Wichtig erscheint mir hier, dass hoch konzentriertes Chlordioxid offensichtlich ein sehr wirksames Wurzelkanalspülmittel ist.

Acta Microbiol Immunol Hung. 2013 Jun;60(2):187-99. doi: 10.1556/AMicr.60.2013.2.9. In vitro efficacy of different irrigating solutions against polymicrobial human root canal bacterial biofilms.
Fráter M1, Braunitzer G, Urbán E, Bereczki L, Antal M, Nagy K. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23827750[16] ) 

Das hier verwendete 0,12 %, also 1200 ppm  ClO2 enthaltende Sodium Dental war erheblich schwächer als 5,25 % Natriumhypochlorid.

J Conserv Dent. 2014 Nov;17(6):541-5. doi: 10.4103/0972-0707.144590.  Comparative evaluation of human pulp tissue dissolution by different concentrations of chlorine dioxide, calcium hypochlorite and sodium hypochlorite: An in vitro study.
Taneja S1, Mishra N1, Malik S1. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25506141[17] )
Hier interessiert der für Wurzekanalbehandlungen wichtige gewebauflösende Effekt. Das echte Bleichmittel, NaOCl, also Natriumhypchlorid, war hier in beiden getesteten Konzentrationen (2,5 % und 5,25%) wirksamer als ClO2, das mit Konzentrationen von 5 und 13 Prozent, also mit 5000 ppm und mit 13000 ppm getestet wurde.
J Endod. 2010 Feb;36(2):272-4. doi: 10.1016/j.joen.2009.10.027. Comparison of organic tissue dissolution capacities of sodium hypochlorite and chlorine dioxide.
Cobankara FK1, Ozkan HB, Terlemez A. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20113788[18] ). 
In dieser Studie wurden u.a. 5,25 % NaOCl und 13,8 % ClO2 miteinander verglichen. Der gewebauflösende Effekt war hier bei beiden Mitteln etwa gleich.
Mein Fazit hier ist, dass ClO2 weniger gewebeauflösend, aber stärker mikrobiell wirkt als NaOCl.  Wenn die Kanäle schon gut geräumt sind, und das Pulpagewebe bereits aufgelöst ist, und man die Kanäle noch einmal spülen und desinfizieren will oder muss, dann ist es vermutlich besser und sicherer mit ClO2 statt mit NaOCl zu spülen.
Desinfektion zahnärztlicher Instrumente

Int J Prosthodont. 2013 Nov-Dec;26(6):541-4. doi: 10.11607/ijp.3465. Clinical evaluation of chlorine dioxide for disinfection of dental instruments. Watamoto T, Egusa H, Sawase T, Yatani H. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24179967[19] )

Ziel dieser Studie war die Effektivität der Desinfektion von gebrauchten zahnärztlichen Instrumenten mit Chlordioxid ( ClO2 ) zu bewerten. Intraoral verwendete zahnärztliche Mundspiegel wurden in 10 Minuten mit 0,02 % (=200 ppm) ClO2 10 Minuten lang im Ultraschallbad gereinigt. Dabei wurden alle Mikroorganismen vollständig entfernt. Auch Hepatitis C-Viren wurden vollständig entfernt. Dazu wurden Parodontalküretten nach der Behandlung von vier an Hepatitis C erkrankten Patienten mit der selben Prozedur gereinigt und untersucht. Die Schlußfolgerung der Autoren war, dass die Kombination von Chlordioxid und Ultraschallbad ein Alternative zur Verwendung von toxischeren  Desinfektionsmitteln wie Natriumhypochlorid und Glutaraldehyd ist.

Die Toxizität von Chlordioxid
Int J Environ Res Public Health. 2017 Mar 22;14(3). pii: E329. doi: 10.3390/ijerph14030329. Efficacy and Safety Evaluation of a Chlorine Dioxide Solution. Ma JW1,2, Huang BS3, Hsu CW4, Peng CW5, Cheng ML6, Kao JY7, Way TD8,9,10, Yin HC11, Wang SS12.
( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28327506[20] ). Voller Text in www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369164/[21])
Der Artikel macht verständlich, warum es bei der Einnahme bzw. beim Trinken von  MMS, dem sogenannten “Miracle Mineral Supplement” Problem kommen kann: Die verwendeten Grundstoffe, nämlich üblicherweise heute 4 % Salzsäure und 25 % Natriumchlorit können Unreinheiten enthalten,  die zu verschiedenen gesundheitsschädlichen Nebenprodukten führen können.
Ansonsten wurden bei dieser Studie im Tierversuch Mäusen 90 Tage lang Wasser mit 0, 5, 10, 20 und 40 ppm ClO2 gegeben. Die Mäuse und deren Organe wurden dann auf verschiedene Weise umfassend untersucht. Dabei wurden keine Krankheitssymptome festgestellt. Die Schlussfolgerung war, dass zumindest für Mäuse Wasser mit 40 ppm gesundheitlich unbedenklich ist. Im Trinkwasser nach deutscher Trinkwasserverordnung zulässig sind 0,4 ppm, also ein hundertstel der für Mäuse unbedenklichen Konzentration.
Getestet wurde auch die  Anwendung einer Lösung von 50 ppm auf das Auge eines Kaninchens. Auch diese wurde gut vertragen.

Bei Mäusen wurde zudem über 24 Stunden ein Inhalationstest mit 10 und 20 ppm ClO2 durchgeführt. Auch dieser zeigte keine negativen Folgen. Die Autoren erwähnen aber auch die Studie

1970 Mar;31(3):97-106. [Effect of a weak concentration of chlorine dioxide on laboratory animals].
[Article in French]  Paulet G[22], Desbrousses S[23]. (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5518885/[24] ) bei der bereits bei Gaskonzentrationen von 2,5 ppm leichte Veränderungen festgestellt wurden. Die zulässige Obergrenze für die Atemluft von Menschen beträgt  0,1 ppm.

Der Unterschied von Chlordioxid (CDL) und MMS

MMS (“Miracle Mineral Supplement” oder “Master Mineral Solution”) entsteht wenn man Salzsäure oder Zitronensäure mit Natriumchlorit (NaClO2), nicht zu verwechseln Natriumchlord = NaCl = Kochsalz, vermischt. 

Wenn diese beiden Stoffe vermischt werden, entsteht insbesondere Chlordioxidgas. Dieses Gas ist wasserlöslich. Üblich war oder ist wohl oft auch noch, dass Leute z. B. je einen oder mehrere Tropfen NaClO2 und eine gleichgroße Menge Salz- oder Zitronensäure in ein Glas Wasser geben und dies dann trinken. Bei diesem Verfahren können unerwünschte, gesundheitsschädliche Nebenprodukte entstehen, die dann systembedingt ebenfalls getrunken werden.

Man kann aber auch das entstehende Chlordioxidgas ableiten und in Wasser lösen. Wie das geht zeigt z. B. Dr. Hartmut Fischer auf Youtube in Chlordioxidlösung sicher selbst herstellen ( https://youtu.be/JRpM9ysFyq8[25] ) und in Chlordioxid Lösung ( youtu.be/0koSEG2JNvI[26] ). Wenn man dazu dann auch noch z.B. per Umkehrosmose gereinigtes, sehr sauberes Wasser verwendet, bekommt man offenbar eine saubere Chlordioxidlösung ohne die beim MMS möglicherweise schädlichen Nebenprodukte.

Warum nicht das Wasser im Menschen desinfizieren?

Bei der oben im Abschnitt Grippeviren im Trinkwasser erwähnten Studie wurden Konzentrationen von 0,3 bis 3 mg/Liter bei Einwirkzeiten von 5 bis 120 Minuten getestet. Die deutsche Trinkwasserverordnung begrenzt die Chloridoxidkonzentration 0,4 mg/Liter. 0,15 bis 0,2 mg/Liter werden als ausreichend angesehen. Wir wissen also, dass diese niedrigen ClO2-Konzentrationen gegen krank machende Viren und Bakterien sehr wirksam sind. Für menschliche Zellen und höhere Tiere sind diese geringen Konzentrationen nachgewiesener Maßen ungefährlich.

Wieviel ClO2 musste nun ein Mensch zu sich nehmen, um das Wasser in seinem Körper auf ein nach der Trinkwasserverordnung zulässiges ClO2 Niveau zu bringen und damit die schädlichen Viren und Bakterien im Körper zu inaktivieren?

Wenn ein Mensch von 80 kg einen Wasseranteil von 70 % hat, dann beträgt die Wassermenge 56 Liter. Wenn er 15 mg ClO2 trinkt,  und wenn man annimmt, das sich das ClO2 gleichmäßig im Körper verteilt, dann ergibt sich eine ClO2-Konzentration im Körper von ca. 0,27 mg/Liter. Ich kenne eine Frau, die schon seit gut einem Jahr täglich etwa 10 bis 15 mg ClO2 trinkt, weil sei den Eindruck hat, dass dies sich sehr positiv auf ihr Asthma auswirkt und weil sich z. B. früher oft hartnäckigen Husten schnell löst. Kombiniert mit einer vor allem aus Fleisch und Fett bestehenden Diät hat das dazu geführt, dass die objektive Messung der Lungenfunktion sich binnen eines Jahre auf über 130 Prozent verbessert hat.

Von einer anderen Frau mit vielen Gesundheitsproblemen weiß ich, dass sie bis zu ca. 30 mg ClO2 pro Tag trinkt und der Meinung ist, dass ich das sehr gut hilft.

Ich selbst habe im Herbst, als ich den Eindruck hatte, dass ich krank würde und eine Grippe bekäme, an einem Abend schätzungsweise etwa 20 mg ClO2 über wenige Stunden verteilt getrunken. Nächsten Tag war ich wieder völlig gesund.

Die wirtschaftliche Seite

Die Probleme mit dem ClO2 sind, dass es nur eine geringe Haltbarkeit hat. Man bereitet es am besten regelmäßig neu zu. Das größte Problem aber ist das Geld. Mit je 2 ml 25%igem Natriumchlorit und 4 %iger Salzsäure kann ich ungefähr 120 bis 130 mg ClO2 herstellen. Je ein Liter kosten beide zusammen ca. 30 Euro mit Versand. Das wären dann 500 Portionen zu je 120 mg =  60.000 mg. Wenn ich pro Person und Tag z.B. für die Behandlung oder Vorbeugung von Grippe 15 mg bräuchte, wären das 4000 Personentage für ca. 30 Euro = 3000 Cent, also weniger ein ein Cent pro Tag und Person. Bei 30 mg pro Person und Tag wären es immer noch 2000 Personentage und ca. 1,5 Cent pro Tag und Person.

Ich denke, damit ist sehr, sehr klar, warum gewisse Behörden, Journalisten und Influenzer Schauergeschichten über Chlordioxide erzählen und warum die Pharmaindustrie und die von dieser abhängigen Universitäten Chlordioxid wenn, dann höchstens als Zusatz zu teuren, patentierbaren Medikamenten erforschen.

Anderseits, habe ich aber gerade vorgerechnet, wie Staaten sehr preiswert  und effizient für Katastrophenfälle vorbeugen können. Auch für Staaten und Politiker, denen die Gesundheit der Bevölkerung mehr wert ist als die Gesundheit der Bilanzen der Pharmaindustrie haben mit Chlordioxid ein sehr interessantes Mittel.

Vor dem Hintergrund meiner anderen Artikel über die Entwicklung im Energiesektor und über die zwangsläufig sinkende Produktivität kann ein Mittel Chlordioxid den scheinbar zwangsläufigen Wohlstandsverlust der Unter- und Mittelschicht verringern, weil damit die Ausgaben im Gesundheitswesen reduziert werden können.

Chlordioxid in der Alternativmedizin

Es gibt eine ganze Menge Bücher, Videos und Webseiten zum Thema Chlordioxid und “MMS”.  Einen großen Teil dieser Bücher habe ich sogar.

Mein Gesamteindruck:  Da steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit drin. Man sollte dieses Chlordioxid besser untersuchen.

Nur werden die Pharmaindustrie und damit auch die auf Forschungsaufträge der Industrie angewiesenen Universitäten wohl kaum den Ast absägen auf dem sie sitzen, auch wenn man mit etwas Forschung noch soviel für die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und für die weitere Bezahlbarkeit des Gesundheitswesens tun könnte.

Ich liste hier einige Links auf die mir besonderst interessant erscheinen:

Biophysiker Dr. Manfred Voss:

Medizinjournalist und Heilpraktiker Rainer  Taufertshoefer: www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/Chlordioxid_MMS_CDS_CDL_CDI_Heilmittel[30]

Andreas Kalcker andreaskalcker.com/de/ [31]auch mit einer Suche nach “Andreas Klacker” vielfach auf Youtube zu finden.

Der Tierarzt Dirk Schrader auf Youtube. Beispiele:

und viele andere. Einfach suchen, wenn es interessiert.

Ein Fall für die zivilmilitärische Zusammenarbeit

Es gibt da aber auch noch die Bundeswehr mit der Sanitätstruppe und den ABC-Truppen. Die Bundeswehr könnte mit ihren technischen und medizinischen Möglichkeiten ohne weiteres die Grundlagen für den praktischen Einsatz von Chlordioxid im Katastrophenschutz und damit letztlich auch in der Medizin schaffen. Das Coronavirus könnte ein guter Anlass dazu sein. Und wenn die Bundeswehr es nicht tut, dann könnten es die Streitkräfte anderer Länder tun. Was wäre zu tun?

Forschungsbedarf

Anwendung von Chlordioxid-Gas in Räumen

Mit Räumen meine ich hier auch Flugzeuge, Busse, Hallen, Großraumbüros, Märkte usw.

Die Gundlagenforschung dazu habe ich weiter oben erwähnt. Was fehlt, sind Daten und Anleitungen für die Praxis. Wenn man eine entsprechend empfindliche und genaue chemische Analysetechnik hat, dann könnte man z. B. Tabellen, Richtwerte und Berechnungsgrundlagen für verschiedene Räume und Situationen erstellen. Die Erzeugung von Chlordioxidgas ist eine sehr einfache Sache. Man tut einfach ein gleiche Menge 4 % Salzsäure und 25 % Natriumchlorit in ein Reagenzglas oder in einen anderen Behälter und schon ensteht das Gas. Das Problem ist, dass man für eine sichere Anwendung entweder ständig die Konzentration in der Luft messen oder die benötigte Menge und den Verbrauch ausrechnen können müsste.   Die Bundeswehr sollte in der Lage sein entsprechende Versuche durchzuführen und darauf aufbauend praktische Anleitungen zu erarbeiten.

Eine wichtige Anwendung könnte übrigens auch die Schweinepest oder eine andere Tierseuche werden. Statt massenhaft Tiere zu keulen, könnte man unter anderem die Ställe mit einer geringen, aber dennoch ausreichend wirksamen Chlordioxid-Gasmenge fluten.

Ermittlung pharmakologischer Daten

Um Chlordioxid wirklich rational und gezielt anwenden zu können, bräuchte man zum Beispiel die Daten zur Entwicklung der Konzentration im Blut und im Gewebe des Patienten bei oraler und bei intravenöser Gabe. Die Bundeswehrkrankenhäuser sollten dazu in der Lage sein, entsprechende Messungen durchzuführen.

Behandlung von Infektionen und Krankheiten

Die Versorgung der Bevölkerung mit wirksamen Antibiotika ist schon heute wegen Lieferengpässen oder wegen der Resistenz der Keime oft schlecht oder unmöglich. Diese Situation kann sich durch und in Katastrophen noch verschärfen. Mit einer besseren Erforschung von Chlordioxid und einer darauf aufbauenden, rechtzeitigen Sammlung von Erfahrungen kann man diese Situationen entschärfen oder sogar verhindern.

Das Ganze ist in der Tat eine Aufgabe der zivilmilitärischen Zusammenarbeit, weil die zivile Seite mit Blick auf die Interessen der Pharmaindustrie nicht liefern kann.

Fazit

Mit Chlordioxid hat man eine sehr wirksame und dabei zugleich auch extrem preiswerte Mehrzweckwaffe für den Einsatz gegen pathogene Viren und Bakterien. Man müsste sie nur besser nutzen lernen. Das Problem dabei ist der zu geringe Preis bzw. die Bedrohung der Interessen der Pharmaindustrie.  Aus diesem Grunde schlage ich vor, dass sich die Streitkräfte mit den Möglichkeiten ihrer Sanitäts- und ABC-Abwehrtruppen der Sache annehmen, denn diese sind nicht dem Interesse der Industrie sondern der Gesellschaft als Ganzes verpflichtet, während sie anderseits sehr wohl die fachliche Kompetenz und die auch die Ausstattung haben, um praxistaugliche Konzepte für den Einsatz von Chlordioxid insbesondere auch bei Pandemien, Tierseuchen und in Not- und Kriegszeiten zur Praxisreife zu entwickeln, vorzubereiten und rechtzeitig zu erproben.

Kelberg, den 2. Februar 2020

Christoph Becker

Nachträge

Chlordioxid wirkt auch gegen Anthrax

Appl Environ Microbiol. 2010 May; 76(10): 3343–3351.Published online 2010 Mar 19. Systematic Evaluation of the Efficacy of Chlorine Dioxide in Decontamination of Building Interior Surfaces Contaminated with Anthrax Spores.
Vipin K. Rastogi, Shawn P. Ryan, Lalena Wallace,† Lisa S. Smith,† Saumil S. Shah, and G. Blair Martin. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2869126/ [35]):

Chlordioxidgas wurde in Konzentrationen von 500 bis 3000 ppm mit Einwirkzeiten von 0,5 bis 12 Stunden gegen Anthrax-Sporen getestet. Es wirkt gut. Die Wirkung bzw. die notwendige Einwirkungsdauer und Konzentration hängt aber von der Materialoberfläche ab auf der sich die Sporen befinden. Die Konzentration wirkte sich nur bei der Dekomination von Betonklötzen (cinder block) aus. Bei anderen Materialien war also die niedrigere Konzentration ausreichend.

Subchoronische Toxizität von ClO2 in Wasser
J Environ Sci Health A Tox Hazard Subst Environ Eng. 2006;41(7):1347-53. Study on subchronic toxicity of chlorine dioxide and by-products in water. Qingdong X1, Guangming Z, Li W. ( www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16854807[36] )
Die subchronische Toxizität einer Mischung von ClO2, CO2- und ClO3 in Wasser wurde bei Ratten getestet, die dazu einem 90 Tage dauerndem Futtertest unterzogen wurden. Die Gewichtszunahme, Futterverwertungseffizienz, Blut- und Serum Indizes, Leber/Körpergewicht und Nieren/Körpergewicht sowie die  histophatologische Überprüfung der Leber und der Nieren zeigten, dass eine Lösung von ClO2 und seinen Nebenprodukten ClO2- und ClO3- bei einer Konzentration von 553 mg/l (also 550 ppm) nicht toxisch war.
Resistenzen gegen Chlordioxid sind möglich

Postepy Hig Med Dosw (Online). 2015 Sep 20;69:1042-55.
[Disinfectants – bacterial cells interactions in the view of hygiene and public health].
[Article in Polish]
Książczyk M1, Krzyżewska E2, Futoma-Kołoch B1, Bugla-Płoskońska G1.

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26400890[37]

Bei dieser Studie hat man Bakterien gefunden, die gegen Chlordioxid und auch gegen andere oxidierende Desinfektionsmittel resistent sind.

Das bedeutet, dass man mit dem Einsatz von Chlordioxid ähnlich vorsichtig sein sollte wie mit dem Einsatz von Antibiotikas. Man sollte immer damit rechnenen, dass man dabei resistente Mikroorganismen züchten kann. Von einem dauerhaften, leichtfertigen Einsatz,  wie er bei Antibiotikas oft vorgekommen ist, sollte man daher möglichst absehen.

Wirkung von ClO2 auf die Gehirnentwicklung bei Ratten

J Toxicol Environ Health. 1990 Sep;31(1):29-44.
Effects of chlorine dioxide on the developing rat brain.
Toth GP1, Long RE, Mills TS, Smith MK..

www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2213920[38]

Diesem Versuch zur Folge sollte man damit rechnen, dass ClO2 bei einer Dosierung von 14 mg/kg Körpergewicht und Tag zumindst eine neutotoxische Wirkung auf sich entwickelnde Gehirne haben kann. 14 mg/kg Körpergewicht und Tag ist allerdings eine ziemlich hohe Dosis.

Desinfektion von Räumen, praktische Berechnung

Int J Environ Res Public Health. 2017 Mar; 14(3): 329.
Published online 2017 Mar 22. doi: 10.3390/ijerph14030329
PMCID: PMC5369164
PMID: 28327506
Efficacy and Safety Evaluation of a Chlorine Dioxide Solution
Jui-Wen Ma,1,2 Bin-Syuan Huang,1 Chu-Wei Hsu,1 Chun-Wei Peng,1 Ming-Long Cheng,1 Jung-Yie Kao,2 Tzong-Der Way,2,3,4 Hao-Chang Yin,1,* and Shan-Shue Wang5,*

www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369164/[21]

In diesem Artikel werden als nach US-amerikanischem Recht  zulässige Gaskonzentration an Arbeitsplätzen für ClO2  0,3 mg / m³ Raumluft angegeben. Kurzeitig sind in den USA 0,83 mg / m³ erlaubt.

Bei einer Raumhöhe von 2,4 m wären demnach 0,72 mg / m² erlaubt. In einem Raum mit 15 m² Grundfälche  würde man demnach mit 10 mg ClO2 ungefähr die zulässige Arbeitsplatzkonzentration erreichen. Je nach Möbelierung und Raumnutzung, Lüftung usw. käme man auf andere Werte.

1 Liter mit 3000 ppm enthält 3000 mg ClO2. Ein ml mit 3000 ppm enthält 3 mg ClO2. Wenn man das oben im Text erwähnte Beispiel mit den Mäusen zugrunde legt, bei dem etwa 1/3 der zulässigen Konzentratoin eingesetzt wurde, dann müßte man bei einem Raum von ca. 20 Quadratmetern und  ca. 2,4 m Raumhöhe ca. 1 ml einer wässrigen Chlordioxid-Lösung mit 3000 ppm z.B. mit einem Ultraschallzerstäuber in der Raumluft verteilen um z.B. Grippeviren und wahrscheinlich auch den Coronavirus zu deaktivieren, ohne dabei die den Raum nutzenden Menschen zu gefährden. Das heißt, man hätte dann noch eine Sicherheitsreserve.

Der selbe Artikel enthält aber auch Hinweise auf Gefahren durch Verunreinigungen der Grundstoffe, die zu unerwünschten, gesundheitsschädlichen Nebenprodukten führen können. Man bräuchte daher, aus Sicherheitsgründen für verschiedene Grundstoffkombinationen sorgfälltige chemische Analysen des produzierten  ClO2  oder auch der Lösung, die man z.B. mit einem Ultraschallzerstäuber in der Luft verteilt.

Zu den aktuellen Fake News auf “Correktiv”

Die Webseite correctiv.org  verbreitet mit ihrem Artikel  Die Einnahme von Chlordioxid hilft nicht gegen das neue Coronavirus[39] von Alice Echtermann, vom 7.2.2020 ziemlich offensichtliche und meines Erachtens kriminelle, irreführende Fake News. Nur weil die  WHO (aus sehr verständlichen, wirtschaftspolitischen Gründen) behauptet es gäbe kein wirksames Mittel gegen das Coronavirus muss das nicht wahr sein.

Chlordioxid ist ein sehr wirksames  Desinfektionsmittel, das bei richtiger Dosierung und Anwendungsform gefahrlos getrunken, intravenös gegeben und auch eingeatmet werden kann. Wie jedes andere Medikament auch ist es bei falscher Dosierung oder/und falscher Anwendung selbstverständlich gesundheitsschädlich oder auch tödlich.

Alkohol ist übrigens auch ein Desinfektionsmittel und man kann ihn, wie jeder weiß,  auch ganz gut und gefahrlos trinken, wenn die Dosis und die Konzentration stimmt. Der Staat lässt das Trinken von Alkohol und die Herstellung von speziell zum Trinken hergestelltem Alkohol sogar ausdrücklich zu und fördert diese. Man denke an Subventionen für den Weinbau und an Alkoholsteuer. Auch ist Alkohol im Blut in Grenzen durchaus zulässig und verträglich. Oder warum gibt es für Alkohol Promillegrenzen und Bluttests?

 


  1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20113788

    J Endod. 2010 Feb;36(2):272-4. doi: 10.1016/j.joen.2009.10.027.

    Comparison of organic tissue dissolution capacities of sodium hypochlorite and chlorine dioxide.
    Cobankara FK1, Ozkan HB, Terlemez A.  ↩[40]

Endnotes:
  1. www.medicalnewstoday.com/articles/318619.php#water-intoxication-: https://www.medicalnewstoday.com/articles/318619.php#water-intoxication-
  2. 1: #fn1-8905
  3. www.bitburger.de/premium-pils/: https://www.bitburger.de/premium-pils/
  4. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18089729: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18089729
  5. www.seirogan.co.jp/en/: http://www.seirogan.co.jp/en/
  6. www.seirogan.co.jp/en/research_dev/ : http://www.seirogan.co.jp/en/research_dev/
  7. www.seirogan.co.jp/en/research_dev/eiseidata.html: http://www.seirogan.co.jp/en/research_dev/eiseidata.html
  8. www.seirogan.co.jp/en/research_dev/: http://www.seirogan.co.jp/en/research_dev/
  9. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21950421: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21950421
  10. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20149404: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20149404
  11. Activated chlorine dioxide solution can be used as a biocompatible antiseptic wound irrigant.: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24343388
  12. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22135700: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22135700
  13. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23823344: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23823344
  14. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30658377: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30658377
  15. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29243408: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29243408
  16. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23827750: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23827750
  17. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25506141: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25506141
  18. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20113788: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20113788
  19. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24179967: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24179967
  20. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28327506: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28327506
  21. www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369164/: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369164/
  22. Paulet G: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Paulet%20G%5BAuthor%5D&cauthor=true&cauthor_uid=5518885
  23. Desbrousses S: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Desbrousses%20S%5BAuthor%5D&cauthor=true&cauthor_uid=5518885
  24. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5518885/: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/5518885/
  25. https://youtu.be/JRpM9ysFyq8: https://youtu.be/JRpM9ysFyq8
  26. youtu.be/0koSEG2JNvI: https://youtu.be/0koSEG2JNvI
  27. faszinationmensch.com/2013/11/09/mms1/: https://faszinationmensch.com/2013/11/09/mms1/
  28. faszinationmensch.com/2013/11/10/ein-paar-praktische-hinweise-im-umgang-mit-mms/: https://faszinationmensch.com/2013/11/10/ein-paar-praktische-hinweise-im-umgang-mit-mms/
  29. faszinationmensch.com/2016/07/08/mms-ein-paar-erfahrungen-mit-cdsplus/: https://faszinationmensch.com/2016/07/08/mms-ein-paar-erfahrungen-mit-cdsplus/
  30. www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/Chlordioxid_MMS_CDS_CDL_CDI_Heilmittel: https://www.rainer-taufertshoefer-medizinjournalist.de/Chlordioxid_MMS_CDS_CDL_CDI_Heilmittel
  31. andreaskalcker.com/de/ : https://andreaskalcker.com/de/
  32. youtu.be/LVH4aDC9tMA: https://youtu.be/LVH4aDC9tMA
  33. youtu.be/QP7pu6vr6Pc: https://youtu.be/QP7pu6vr6Pc
  34. youtu.be/Vc81DDtQTxE: https://youtu.be/Vc81DDtQTxE
  35. www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2869126/ : https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2869126/
  36. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16854807: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16854807
  37. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26400890: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26400890
  38. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2213920: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2213920
  39. Die Einnahme von Chlordioxid hilft nicht gegen das neue Coronavirus: https://correctiv.org/faktencheck/medizin-und-gesundheit/2020/02/07/die-einnahme-von-chlordioxid-hilft-nicht-gegen-das-neue-coronavirus
  40. ↩: #rf1-8905

Source URL: https://www.freizahn.de/2020/02/mehrzweckwaffe-gegen-viren-und-bakterien/