Die Zukunft des Ruhrgebietes

Ohne genügend Strom und ohne Ersatzteile für den Betrieb moderner Pumpen, die große Wassermengen aus großen Tiefen abpumpen, wird das Ruhrgebiet zur Seenplatte UND das Grundwasser im Ruhrgebiet wird versalzen, vergiftet und ungenießbar. Nach einem Kollaps der Industriegesellschaft, beim Beginn eines neuen dunklen Zeitalters, also in der Folge der industriellen Zivilisation wird das Ruhrgebiet , das heute  mit 5,1 Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands und der fünftgrößte Europas ist,  voraussichtlich weitgehend unbewohnbar. Warum das im Detail so ist kann man in dem Artikel Steinkohlebergbau – Pumpen für die Ewigkeit auf Spektrum.de, vom 4. Februar 2014, von Roland Knauer, nachlesen.

Ein Problem ist, dass die Oberfläche sich um bis zu 25 Meter abgesenkt hat. Damit haben sich aber auch Bachläufe und Flußbetten abgesenkt, wodurch sie Senken gebildet haben, die voll Wasser laufen wenn man dieses nicht abpumpt. Auch ist das Land neben dem Rhein abgesunken und muss nun durch Deiche gegen Überflutung geschützt werden. Diese Deiche halten nicht ewig und sie erfordern energieaufwendige Instandhaltungs- und ggf. auch Reparaturmaßnahmen.

Aus verschiedenen Gründen muss außerdem dauerhaft Wasser aus großer Tiefe abgepumpt werden, weil sonst das Grundwasser versalzt und durch Metallverbindungen verseucht und  weil sich sonst weitere Bergschäden bilden.

Ein anderes Problem ist, dass man in stillgelegten Bergwerken des Ruhrgebietes über 700.000 Tonnen Giftmüll eingelagert hat, wie man in dem am 28. Juli 2013 auf welt.de erschienen Artikel Ruhrgebiet Tickende Zeitbomben in stillgelegten Zechen von Johannes Nitschmann nachlesen kann.

Google fand mit  “ruhrgebiet wasser abpumpen” auch  Warum das Ruhrgebiet ohne Pumpen eine Seenplatte wäre von Thomas Mader, in Der Westen. Zitat:

Das Ruhrgebiet ist geborgtes Land. Der Bergbau hat es tiefergelegt, stellenweise um über 20 Meter. Bis unter den Grundwasserspiegel. Fast ein Fünftel der Region (in den Grenzen des Regionalverbands Ruhr) stünde unter Wasser, wenn nicht gepumpt würde – vor allem das Kernrevier, wo auch die meisten Menschen wohnen.

Aus diesem Artikel habe ich die folgende Karte mit den Gebieten des Ruhrgebietes die nach einiger Zeit unter Wasser stehen würden, wenn man das Abpumpen einstellen würde.

In dem Artikel von Thomas Mader  findet sich zudem eine Antwort auf die Frage wie schnell das Ruhrgebiet nach einem Ausfall der Pumpen absaufen würde: Man hätte in der Regel schon Tage bis Wochen und teilweise auch Jahre Zeit. Es kommt aber auch auf die Regenfälle an.

Wenn man eine deutsches Äquivalent zu James Howard Kunstlers World Made by Hand Romanen schreiben wollte, um das Leben und Sterben in dem Gebiet, das heute noch Deutschland ist, irgendwann in der gar nicht so fernen Zukunft, zu beschreiben, müsste man, um ein möglichst realistische Bild zu vermitteln, das Absaufen und Versumpfen  des Ruhrgebietes ebenso berücksichtigen, wie den Umstand, dass das Wasser dort ziemlich giftig wäre.

Das Ruhrgebiet wird in einigen Jahrzehnten jedenfalls mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit eine für Menschen unbewohnbare, krank machende Ruinen- und Seenlandschaft sein. Was für Geschichten werden sich die Leute dann im Bezug auf das Ruhrgebiet und seine Geschichte erzählen?

(Nachtrag 20. Juli 2017) Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Roman Kupfer ist auch eine Farbe von F.S. Herzen diese Thematik des Ruhrgebietes ganz gut im Romanform verarbeitet hat.

Kelberg, den 8. März 2017

Christoph Becker

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6 Gedanken zu „Die Zukunft des Ruhrgebietes“

  1. Werter Herr Becker:
    “Ohne genügend Strom und ohne Ersatzteile für den Betrieb moderner Pumpen, die große Wassermengen aus großen Tiefen abpumpen, wird das Ruhrgebiet zur Seenplatte UND das Grundwasser im Ruhrgebiet wird versalzen, vergiftet und genießbar. Nach einem Kollaps der Industriegesellschaft,

    genießbar???? Bitte korrigieren 😉

    Ansonsten: Wegziehen aus DE, sobald es geht… bald wird es zu spät sein.

    Mit besten Wünschen und Grüßen,
    Ronin

    1. Danke Ronin,
      habe aus dem genießbar ungenießbar gemacht.
      Der Vorschlag mit dem Wegziehen ist gut. Ich denke und arbeite schon länger daran. Man will schließlich für das Land und das Volk zu dem man hinzieht wirklich eine Bereicherung sein.
      Anderseits sind große Teile alle Völker des Westens derzeit ziemlich durchgeknallt.
      Habe mir die Tage z.B. zwei Interviews von Radio 3Forteen (https://redice.tv/rss/radio-3fourteen):
      https://redice.tv/radio-3fourteen/how-academic-feminism-wrecks-women u.a. über den Genderwahnsinn, insbesondere auch kanadischen Hochschulen.
      und
      https://redice.tv/radio-3fourteen/liberals-are-modern-day-witch-hunters
      Letzteres erinnerte mich an W.G. Sumners Essay “Witchcraft” (http://www.freizahn.de/2016/05/sumner-war-and-other-essays/) in dem Sumner schon vor über 100 Jahre darauf hingewiesen hat, dass der Hexenwahn keinesfalls Vergangenheit ist, sondern in neuem Gewand wieder kommen wird.

      Wenn ich jünger oder (wie Gérard Depardieu) wohlhabender wäre, würde ich nach Weißrussland oder Russland auswandern.

      Beste Grüße
      CB

  2. Interessanter Artikel.

    Damals (vor der Kohleförderung) war das Ruhrgebiet zu großen Teilen eine Sumpflandschaft, die nur zu Teilen landwirtschaftlich genutzt wurde. Die Kohleförderung hatte dem deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem NS-Regime und auch der BRD enorm viel gebracht, nicht umsonst hat es Deutschland geschafft zweimal Europa zu überrollen. Die starke Industrie im Pott war auch ein nicht zu unterschätzender Faktor des “Wirtschaftswunders”. Doch dieser Motor, wenn man es so nennen möchte, wurde und wird teuer erkauft. Die hier geschilderten Probleme in diesem Artikel sind real und in Zukunft müssen wir uns als Pottler/NRWler die Frage stellen, ob wir das geborgte Land wieder zurück geben.

    Mit dem Wissen von heute, hätten wir wahrscheinlich vieles anders gemacht, doch so eine Diskussion bringt uns nichts. Wir müssen das beste aus der Situation machen und die Bevölkerung, die Firmen und die Politik müssen zusammenarbeiten, um eine nachhaltige Lösung zu finden.

    Finde es schon lustig, wie Herr Becker damit fantasiert, nach Russland oder Weißrussland auszuwandern. Gerade da wurden Schäden an Menschen und Natur angerichtet, die über dem hier geschilderten hinaus gehen (bspw. Majak oder die Grundwasserverseuchung in Sibirien, um nur einige zu nennen). Wenn Sie schon große Teile des westlichen Kulturkreises als “durchgeknallt” bezeichnen, dann werden Sie wohl Ihr blaues Wunder in Russland erleben…
    Stattdessen können Sie mithelfen, diese Diskussion in Deutschland weiter zu verbreiten. Sie können dem deutschen Land und dem deutschen Volk eine Bereicherung sein, in dem Sie kritisieren, diskutieren und Vorschläge machen und nicht in dem Sie meckern und weglaufen… das ist nämlich der einfache Weg 🙂

    mit freundlichen Grüßen
    Marcio Keßler

    1. @Marcio Keßler,

      Sie können dem deutschen Land und dem deutschen Volk eine Bereicherung sein, in dem Sie kritisieren, diskutieren und Vorschläge machen und nicht in dem Sie meckern und weglaufen… das ist nämlich der einfache Weg Sie können dem deutschen Land und dem deutschen Volk eine Bereicherung sein, in dem Sie kritisieren, diskutieren und Vorschläge machen und nicht in dem Sie meckern und weglaufen… das ist nämlich der einfache Weg

      Deutschland wird irgendwann in den nächsten Jahren kollabieren. Was dann hier abgeht möchte ich auf keinen Fall persönlich miterleben. Ich denke das wird schlimmer als der 30-jährige Krieg oder die Belagerung Leningrads. Auch habe ich sehr wohl seit 2013 immer wieder Vorschläge gemacht und versucht den zu erwartenden Absturz Deutschlands und dessen Folgen zumindest lokal zu vermindern. http://www.freizahn.de ist einer dieser ziemlich sinnlosen Versuche.
      Das Beste was man heute als Deutscher noch machen kann, ist den Russen und anderen Völkern im Osten Europas zu helfen ihr Land effizienter, wohlhabender und fitter für die Zukunft zu machen.
      In der Vergangenheit hat Russland mehrfach die Deutschen gerettet. Die Russen haben die Große Armee Napoleons zerschlagen. Bei der Konvention von Tauroggen waren die Beteiligten Unterhändler und Generäle beider Seiten Deutsche. Der berühmteste Vertreter auf der Seite Russlands war damals Carl von Clausewitz.
      Im 2. Weltkrieg wäre den Deutschen viel erspart geblieben, wenn Russland schon im Vorfeld auf Hitler und seinen Generäle einen besseren Eindruck gemacht und diese von einem Angriff auf Russland wirksam abgeschreckt hätte. Wenn Russland damals dazu auch noch eine wirklich gut funktionierende Wirtschaft und Landwirtschaft gehabt hätte, hätte es den Deutschen zu dem ganz friedliche und für beide Seiten gewinnbringend die Energie und Lebensmittel verkaufen können, die den Deutschen fehlten. Deutschland hätte dann die Blockade aussitzen können und Russland hätte gut damit verdient, ohne dass dabei russische Soldaten oder Zivilisten zu schaden gekommen wären. Die Ineffizienz Russlands hat damals den Deutschen und den Russen furchtbar geschadet. Aus dieser Geschichte sollte man lernen.
      Auch in Zukunft brauchen die Deutschen ein starkes und effizientes Russland. Zum Beispiel könnte eine effiziente russische Landwirtschaft vielleicht noch rechtzeitig Vorräte produzieren, die die Russen dann gewinnbringend an Deutschland verkaufen können, wenn es in Deutschland zu einer Hungersnot kommt.
      Auch wegen der die Bedrohungen aus Asien ist ein starkes und effizientes Russland im höchsten Interesse der Deutschen und anderer Europäer.

      1. “Deutschland wird irgendwann in den nächsten Jahren kollabieren. ”

        Vielleicht werde ich Ihre Sichtweise mehr verstehen, wenn ich mehr von Ihren Beiträgen lese.
        Einen deutschen Kollaps sehe ich nämlich nicht oder zumindest nicht zwangsweise…
        Vielleicht bin ich auch in Gegensatz zu Ihnen eher optimistisch eingestellt.

        Ihre Internetseite würde ich nicht als “sinnlosen Versuch” abtun, denn Sie können damit Menschen erreichen. Menschen die Ihre Sicht teilen oder nicht, Menschen die mit Ihnen reden oder vielleicht auch streiten wollen.
        Und heutzutage muss die Bevölkerung wieder lernen miteinander vernünftig zu streiten.

        “Das Beste was man heute als Deutscher noch machen kann, ist den Russen und anderen Völkern im Osten Europas zu helfen”

        Ob es “das Beste” ist, kann man diskutieren, aber ich stimme Ihnen so weit zu, dass wir die Partnerschaft zu Russland vertiefen müssen.
        Nur bin ich mir nicht sicher inwieweit man einer sehr autoritär geführten russischen Regierung vertrauen kann.
        Versammlungsfreiheit, freier Journalismus oder freie Meinungsäußerung sind in Russland sehr beschnitten/eingeschränkt.
        Wäre die BRD so wie die russische Regierung, dann würde Ihre Internetseite vielleicht gar nicht mehr existieren.
        Ich glaube auch das viele hier in Deutschland, die Russland glorifizieren, diesen Umstand vielleicht auch gar nicht sehen möchten.
        Ich glaube eine vertiefte Partnerschaft mit Russland würde uns allen gut tun. Allerdings sollten wir dies nicht um jeden Preis wollen und erst recht nicht solange dort noch Autokraten sitzen. Denn ich kann Ihnen sagen, dass so einem wie Putin, Ihre Meinung oder das Anliegen unserer Bevölkerung ziemlich egal ist.
        Aber wenn ich mir die geopolitischen Verhätnisse momentan angucke, könnte Ihr Wunsch in den nächsten 20-50 Jahren in Erfüllung gehen. Hoffentlich dann mit demokratischen Regierungen auf beiden Seiten.
        Weißrussland sehe ich aus ähnlichen Gründen kritisch. Allerdings gibt es dort schon seit längerem Bestrebungen sich immer mehr der EU anzunähern. Zu anderen ehemaligen Ostblockstaaten pflegen wir inzwischen auch eine vertiefte Patnerschaft. Das ist aber auch nicht unbekannt…

        “In der Vergangenheit hat Russland mehrfach die Deutschen gerettet.”

        Die Geschichte zeigt auch anderen Seiten…
        Der sowjetische Einfluss auf Deutschland hat den Menschen dort auch nicht geholfen. Die DDR war ein Marionettenstaat der UdSSR. Eine Patnerschaft auf Augenhöhe war das nicht. Viel mehr wurde ein menschenverachtendes Regime durch ein anderes menschenverachtendes Regime ersetzt, gefördert von Russland 🙂
        Und Russland vor 30/80/300/400 Jahren ist nicht gleich dem Russland heute.

      2. Hallo Christoph,

        danke für Deine Einschätzung der Lage. Auch ich geb auf Deutschland keinen Pfifferling mehr.
        Wenn ein derzeit herrschende Clique in unserem Land alle Errungenschaften ,auf denen unser Leben und unser Wohlstand fusst, in einem Tempo einfach nur wegschmeisst, in die Tonne kloppt, und wir das zulassen, ja die Mehrheit gar nicht versteht was das in Konsequenz bedeutet, dann muss man handeln .
        Zu den Zahlen im Maschinenbau kann ich nur sagen sie sind beschissen. Nicht nur rückläufig, eine Delle, oder vorübergehende Erscheinung. Nein beschissen.
        Das Jahr 2020 wird noch viele Überraschungen bringen.

        Machen wir das beste daraus…

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