Die Energiewendeillusion

Die Diskussion über die “Energiewende” erweckt den Anschein, dass die Bundesrepublik auf “Erneuerbare Energien” umgestellen würde, und dass damit die Aufrechterhaltung oder gar Weiterentwicklung unserer Zivilisation gesichert würde. Die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. 2014 betrug alleine der Anteil der fossilen Brennstoffen in Deutschland 80,1 % (gegenüber 81 % im Vorjahr), einschließlich Kernenergie waren 88,2 % im Jahr 2014 nicht erneuerbar. 0,7 % wurden netto an Strom importiert, und nur 11,1 % der insgesamt verbrauchten Primärenergie waren zumindest auf den ersten Blick “erneuerbar”, gegenüber 10,5 % im Vorjahr. Bei den “erneuerbaren” Energien dürften aber noch die Anteile an nicht erneuerbaren Energien fehlen, für die in Herstellung, Transport und Instandhaltung der Anlagen und deren Bauteilen, jenseits der deutschen Grenzen angefallen sind. Außerdem fehlen noch die Energieaufwendungen für die Entsorgung der insgesamt noch sehr jungen “erneuerbaren” Energieträger. Auch bei der Entsorgung der Anlagen für die Erzeugung von Energie aus “erneuerbaren Energieträgern” wird man in erster Linie auf die nicht erneuerbaren fossilen Energieträger angewiesen sein. Soweit es sich bei erneuerbaren Energieträgern um landwirtschaftliche Produkte handelt, dürften Schäden an den Böden und andere Umweltschäden, etwa durch Monokulturen noch nicht berücksichtigt sein. Soweit es sich bei erneuerbaren Energieträgern um Wasserkraft handelt, muss man sich fragen ob und wie weit der Bau der teilweise schon sehr alten Staumauern und Kraftwerke und auch Energie für die Beseitigung der Verschlammung  bzw. Versandung der Stauseen berücksichtigt wurde. Um Staumauern zu bauen und auch den im Laufe der Zeit sich ansammelnden Sand und Schlick aus Stauseen zu entfernen benötigt man ebenfalls in aller erster Linie fossile Energieträger.

Link für Primärenergiedaten: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen

Ein interessanter Aspekt der fossilen Energieträger ist, dass es sich dabei letztlich um das tief in der Erde sicher gespeicherte Produkt von Pflanzen handelt, die  den Ursprünglich sehr hohen CO2-Gehalt der Atmosphäre reduziert, den Sauerstoffgehalt der Luft gesteigert und damit das Leben überhaupt erst möglich gemacht haben. Das ist so etwas sehr vereinfacht. Aber insgesamt ist es schon so, dass der moderne Mensch seit Beginn der industriellen Revolution, wie die den Alkohol produzierenden Bakterien in einem Weinfass, seine heute die ganze Welt umfassende Umwelt  im überschwänglichen Nutzen der zuerst phantastischen,  zu  massenhafter Vermehrung einladenden Umweltbedingungen nutzt und dabei diese Umwelt zwangsläufig so zu seinem Nachteil verändert, dass ein Massensterben unvermeidbar wird.  Im Gegensatz zu den Bakterien im Weinfass, kann der Mensch allerdings auch lesen, nachdenken und durchaus überlegt und vorausschauend handeln.

Je länger wir uns Illusionen wie der von der Energiewende hingeben, je schrecklicher größer wird der spätere Zusammenbruch und je schlechter werden die Lebensbedingungen danach.

Was die Lage noch verkompliziert ist, dass wir nicht alleine auf der Welt leben, sondern dass da auch noch andere Völker sind, die wir auf den Geschmack gebracht haben, den Energie- und Umweltverbrauch rasant zu steigern und die nicht mehr zurück können, etwa weil sie, wie China, noch einige hundert Millionen arme Menschen haben, denen ihre Regierung die Segnungen westlichen Lebensstils sicherlich mehr gönnt und eher sichern wird als den Europäern und Amerikanern.

Kelberg, den 26. März 2015

Christoph Becker

 

 

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