Katastrophenschutz-Genossenschaften

Stellen Sie sich vor, Sie stehen morgens auf und die Stromversorgung und alle Geräte und Systeme, die von elektronischen Schaltkreisen abhängen, funktionieren nicht mehr. Mobilfunk und Festnetztelefonie sowie das Internet sind tot. Alle Uhren mit Elektronik stehen, die meisten Autos bleiben liegen, die Flugzeuge fallen vom Himmel, die Tankstellen können kein Benzin mehr aus ihren Tanks pumpen, die Supermärkte haben keine Beleuchtung mehr und können auch keine Waren mehr bestellen. Die Computer mit den Daten, wo was in welchen Containern gelagert ist sind kaputt. Die Banken kennen keine Kontostände mehr und die Geldautomaten sind tot. Die Fahrzeuge und Kommunikationsmittel von Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehren sind funktionieren nicht mehr. Apotheken können keine Medikamente mehr nachbestellen. Die Trinkwasserversorgung und die Abwasserversorgung ist weitgehend funktionsunfähig, weil alle Motoren und Steuerungen versagen. Die Schiffe auf dem Rhein und der Mosel stranden, weil die Steuerungen ausgefallen sind. Die Maschinen der industrialisierten Landwirtschaft funktionieren nicht mehr. In Betrieben mit Massentierhaltung kommt es zu Massensterben der Tiere. In den Kühlhäusern verderben die Waren. Nach wenigen Tagen sind die Lebensmittel in den Geschäften und in den meisten Haushalten aufgebraucht. Und das alles nicht nur in Ihrer Stadt oder Ihrem Dorf, sondern in ganz Deutschland und in den meisten Nachbarländern.

Was könnte passiert sein? Vielleicht ein extremer Sonnensturm wie der von 1859, vielleicht ist von einem Frachtschiff in Nordsee mit einem auf dem Weltmarkt relativ leicht erhältlichen Nachbau einer sowjetischen Scud-Rakete ein Atomsprengkopf in einige hundert Kilomenter Höhe befördert und dort gezündet worden sein. Vor 200 Jahren wäre das Leben einfach weiter gegangen, auch vor 100 Jahren hätte man in der Eifel nichts bemerkt, aber heute, in unserem hochtechnisierten Land könnte es nach amerikanischen Simulationen für 60 bis über 90 % binnen weniger Monate den Tod bedeuten. Wir würden in das frühe 19. Jahrhundert zurückgeworfen, ohne die Geräte, die Infrastruktur, die Kenntnisse, die Vorräte und die Erfahrung jener Zeit, und mit einer drastisch höheren Bevölkerungsdichte.

Zur weitern Information siehe folgende Beiträg auf meiner Webseite www.freizahn.de:

Der Abgeordnete der vom Netz ging

Eine Sekunde danach

Weitere Literatur zum Thema EMP

In den großen Städten wären die Überlebenschancen minimal, das ist sicher und kaum zu ändern. Aber wie wären sie in der Eifel? Ziel meines Vorschlages ist die Überlebenschancen, die Infrastruktur und die Lebensqualität und die Zukunftschanchen der Menschen in der Eifel für einen solchen Fall zu verbessern.

Die Umsetzung meiner Idee würde sich auch bei weniger drastischen Katastrophen positiv auswirken. Meine Idee fällt in den Bereich Katastrophenschutz und Zukunftsinvestition.

Der Staat wird voraussichtlich nicht vorsorgen. Die Idee einer Vorsorge durch gemeinützige Vereine habe ich aufgegeben, weil das Interesse zu gering und somit die Zahl der Trittbrettfahrer im Katastrophenfall zu groß wäre. Das demotiviert und verhindert Aktivitäten.

Am sinnvollsten erscheint mir nun die Gründung von Katastrophenschutzgenossenschaften.

Diese Genossenschaften sollten mit den Raiffeisenlagern bzw. Raiffeisenkassen einigen Bereichen eng zusammenarbeiten. So wäre ein Ziel der Aufbau einer Lebensmittelreserve. Die Genossenschaft könnte für den Eigenbedarf der Genossen, aber auch für die Nichtmitglieder Umgebung (und damit für die eventuellen Kunden) zum Beispiel eine Getreidereserve für mindestens 18 Monate anlegen. Aufgabe der Raiffeisenlager wäre hier der gemeinsamme Einkauf, die professionelle Lagerung und der rechtzeitige , allmähliche Austausch durch Verkauf der Altbestände und Einkauf neuer Ware. Darüber hinaus würde die Katastrophenschutz-Genossenschaften in Gerätschaften, Boden, Saatgut und Wissenserwerb investieren, um spätetens unmittelbar nach einem Kollaps unsererer Versogungsysteme erfolgreich eine lokale Lebensmittelproduktion starten zu können, die auch ohne Treibstoff, ohne Kunstdünger, ohne chemische Planzenschutzmittel und ohne jährlich von der Saatgutindustrie geliefertes neues Saatgut erfolgreich produzieren kann. Dies ist, wie die Geschichtsbücher der Eifel nahelegen, eine große Herausforderung, zumal die Bevölkerung heute viel größer ist als in historischen Zeiten. Wenn man rechtzeitig anfängt in der Nähe der Dörfer Flächen für diese Verwendung anzuschaffen und in die Verbesserung der Bodenqualität investiert könnte das gelingen. In dem Beitrag Die Grenzen und das Ende des Wachstums auf meiner Webseite habe ich auf einige vielversprechende Literatur hingewiesen, der zur Folge bzw. mit deren Hilfe man Erfolg haben könnte. Die Genossenschaft würde im Katastrophenfall mit ihren Vorräten und Vermögen große Gewinnen machen können – wenn sie auch das Sicherheitsproblem im Griff hat. Das Sicherheitsproblem sollte ein weiteres wichtiges Projekt der Katastrophenschutzgenossenschaften sein. Polizei und Justiz sind selbst jetzt, in ruhigen Friedenszeiten überfordert, wie z.B. das Buch  Das Ende der Sicherheit: Warum die Polizei uns nicht mehr schützen kann
von Franz Solms-Laubach, aber auch persönliche Gespräche mit Betroffenen zeigen.

Wenn es in den Dörfern und Kleinstädten der Eifel gelingt, solche Katastrophenschutz-Genossenschaften aufzubauen und wenn diese glaubwürdig bei und nach Katasrophen eine ausreichende Versorgung mit Lebenmitteln und Schutz vor Verbrechen bieten können, dann würde das die demographische Entwicklung in der Eifel verbessern und die Leerstände in Dörfern beseitigen und die Immobilienpreise steigern können. Die Eifel würde für junge Familien aus den Städten interessanter. Hochqualifiziertes Personal, das per Internet viel von zuhause aus viele Arbeiten erledigen kann würde aus den Städten vermehrt in ländliche Gebiete wie die Eifel umziehen, weil diese mehr Sicherheit und bessere Zukunftsperspektiven bieten.

Zeitplan?

Sobald wie möglich.

Eigenleistung?

In den letzen Jahren habe ich mich umfassend mit Risiken und Entwicklungen wie PeakOil und EMP-Ereignissen befasst. Das Ergebnis ist zunächst meine Webseite www.freizahn.de. Ich habe viel gelesen und vorsorglich eine Menge Bücher gesammelt, insbesondere auch um im Ernstfall anderen etwas mit Kenntnissen über alte, vergessene Handwerke über essbare Wildpflanzen und über medizinische Möglichkeiten bei einem Ausfall des Gesundheitswesen helfen zu können.

Finanzierung?

Genossenschaftsgründung. Jedes Mitglied könnte z.B. 10.000 Euro mitbringen. Teilweise vielleicht auch günstige Kredite die durch Boden und Waren gesichert sind. Zum Boden siehe auch oben. Faktisch handelt es sich um eine im Interesses des Gemeinwohls und der Sicherheit der Bevölkerung nützliche Spekulation auf schwarze Schwäne im Sinne von Nassim Nicholas Talebs Buch Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse

Kelberg, den 29. September 2014

Christoph Becker

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